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Ministerin hält Vortrag in Brandenburg an der Havel

Manuela Schwesig im Dom Ministerin hält Vortrag in Brandenburg an der Havel

„Familie hat jeder“ – diese Aussage war der Kern der Botschaft in einem spannenden Vortrag, den Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend im Brandenburger Dom zum Thema Familie und Partnerschaftlichkeit gehalten hat. Spannend deshalb, weil Schwesig sehr klare Vorstellungen davon hat, was Familienpolitik leisten soll und was nicht.

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Manuela Schwesig im Dom.

Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. „Familie hat jeder“ – diese Aussage war der Kern der Botschaft in einem spannenden Vortrag, den Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend im Brandenburger Dom zum Thema Familie und Partnerschaftlichkeit gehalten hat. Spannend deshalb, weil Schwesig sehr klare Vorstellungen davon hat, was Familienpolitik leisten soll und was nicht. Familien seien heute so bunt, wie das Leben selbst: Paare mit und ohne Trauschein, Alleinerziehende, Patchwork-, Mehrgenerationen- und Regenbogenfamilien.

„Für mich ist Familie überall da, wo Menschen sich umeinander kümmern und Verantwortung übernehmen“, so die Ministerin, die seit 2013 im Amt ist. Welche Familienform Menschen wählen, das sei ihre private Entscheidung, da habe sich die Politik nicht einzumischen.

Niemand habe behauptet, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einfach sei, sagte Schwesig. In der alten Bundesrepublik seien überwiegend die Männer Haupternährer der Familien gewesen, während die Frauen beruflich zurückgesteckt hätten, sobald Kinder da waren. In der DDR seien Männer und Frauen beide voll berufstätig gewesen, während die Kinder in Krippen und Kitas betreut wurden. „Heutzutage wollen Eltern gemeinsam Verantwortung für Einkommen und Kindererziehung übernehmen. Väter wie Mütter wollen heute beides: Zeit für die Familie und Zeit für den Beruf.“ Dafür würden Familien Zeit, Geld und eine gute Betreuungs-Infrastruktur benötigen – das seien sozusagen die Top-Drei der Familienpolitik.

Seit ihrem Amtsantritt hat die Familienministerin bereits einiges bewegt. Seit dem 1. Juli gibt es für Eltern die Möglichkeit, im Anschluss an das Elterngeld das neu eingeführte Elterngeld plus zu beziehen, das Einnahmeeinbußen kompensieren soll, wenn Väter und Mütter gleichzeitig Teilzeit arbeiten, um mehr Familienzeit zu haben. Die wirksamste finanzielle Förderung für Familien sei nach wie vor das Kindergeld, das gerade erhöht worden ist ebenso wie der Kinderzuschlag für Familien mit kleinem Einkommen. Alleinerziehende sollten genauso unterstützt werden wie Paare, ist Schwesig überzeugt. Deshalb hat die Politikerin hartnäckig für eine entsprechende Entlastung durch das Familienpaket gekämpft, das der Bundestag im Juni des Jahres beschlossen hat.

Jetzt arbeitet die Bundesfamilienministerin auf eine Familienarbeitszeit hin. Dieses Modell sieht vor, „dass Männer und Frauen in Familienphasen beide vollzeitnah arbeiten können. 32 Wochenstunden zum Beispiel. Die Väter würden ihre Wochenarbeitszeit etwas reduzieren und Frauen würden im Schnitt ihre Wochenstunden erhöhen“, führt Schwesig aus. Anfänglich sei die Ablehnung dafür sehr groß gewesen. Inzwischen werde der Gedanke ernsthaft diskutiert. Auch die Unternehmen seien interessiert, weil „eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu beiträgt, Fachkräfte an sich zu binden und neue zu werben.“

Auf vielfältige Ablehnung stößt auch das Vorhaben der Ministerin, Kindertagesstätten einzurichten, die eine 24-Stunden-Betreuung anbieten. Gerade Menschen – insbesondere Frauen -, die im Gesundheitsbereich arbeiten oder in der Altenpflege oder im Gaststättengewerbe seien oftmals arbeitslos, weil sie keine Betreuung für ihre Kinder haben, sagt die Familienministerin.

Mit ihrer Hartnäckigkeit wird sie sicherlich auch diese Vorhaben in die Tat umsetzen.

Von Ann Brünink

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