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Mit 100 Sachen durch Bad Belzig

Trauriger Spitzenreiter ist knapp 30 Stundenkilometer zu schnell Mit 100 Sachen durch Bad Belzig

"97, der Ford ist es", ruft Hauptmeister Andreas Schmidt hinter der Laserpistole. Kollege Bernd Trenkner zückt die rot-weiße Polizeikelle und stellt sich auf die Niemegker Straße. Mit erhobener rechter Hand und ausgestrecktem linken Arm winkt er den Fahrer aus dem Verkehr ‒ Raser Nummer fünf, der den Beamten Donnerstagfrüh in Bad Belzig in die Blitzer-Falle geht.

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Mit dem Lasergerät auf der Lauer: Polizist Andreas Schmidt

Bad Belzig. "Seit 6 Uhr kontrollieren wir hier das vorgeschriebene Tempo 70 und sind so beim 24-Stunden-Blitzermarathon dabei", erklärt Bodo Friedrich. Mit der Aktion, so der Bad Belziger Wachenleiter, solle auf die Raserei auf den märkischen Straßen aufmerksam gemacht werden. "Überhöhte Geschwindigkeit ist die Hauptunfallursache Nummer eins", erklärt der Hauptkommissar und zeigt einen Zettel. Dieser wird an dem Morgen den Temposündern mit auf dem Weg gegeben: "Raserei tötet!", ist darauf zu lesen. Allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres ließen 43 Menschen ihr Leben auf Brandenburgs Pisten. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres starben 35.

Indessen hat der anhaltinische Ford-Fahrer längst seine Ordnungswidrigkeitsanzeige in Empfang genommen. Er bekommt demnächst Post von der Bußgeldstelle. Zeitgleich überreicht Oberkommissarin Doreen Köhler die Zahlkarte für ein Verwarngeld über zehn Euro an eine Fahrerin, die mit lediglich zehn Stundenkilometern zu schnell unterwegs war. "Viel Erfolg", wünscht sie noch. "Ja, damit wir die Richtigen kriegen", entgegnet Andreas Schmidt.

Schon bringt er seine Laserpistole wieder in Stellung. Vom Standort an der Eisenbahnbrücke kann der Polizist die Fahrzeuge, die Bad Belzig ansteuern, schon in etwa 430 Metern Entfernung ins Visier nehmen.

In dem Moment ist es gerade etwas ruhig auf der Fahrbahn. Da bleibt Zeit, Praktikantin Pauline Michel einen Blick durch das Messgerät zu gewähren. Die Zwölftklässlerin überlegt, später einmal beim Zoll oder bei der Bundespolizei eine Ausbildung zu machen. So darf sie den Beamten quasi schon einmal über die Schulter schauen.

Jetzt piept die Laserpistole kurz und Schmidt ruft erneut "84". Bernd Trenkner weist einen roten Wagen an den Straßenrand. Indessen geht Doreen Köhler auf die junge Frauam Steuer zu und erklärt ihr den Grund des Zwangsstopps. Als die Oberkommissarin alles notiert, wundert sich die Fahrerin über das Tempo-70-Gebot. "Unaufmerksam gewesen?", wendet sich Schmidt neugierig ihr zu. "Ich fahre jeden Tag die Strecke", meint die Temposünderin darauf. "Da wird man schon mal blind", scherzt der Beamte.

Inzwischen setzt Nieselregen ein. Die Polizisten ziehen nun immer wieder auch Fahrzeuge kurzzeitig aus dem Verkehr, die "auf einem Auge blind sind". Während des Oktobers, erklärt Doreen Köhler, sei bei der Polizei auch der Monat des Lichts. Da würde verstärkt darauf geachtet, dass die Front- und Heckbeleuchtung ordnungsgemäß funktioniert. So hat es ein Opel-Fahrer noch nicht bemerkt, dass die Scheinwerfer seines Wagens unterschiedlich stark leuchten. Da können es die Beamten bei einer Belehrung und der Aufforderung belassen, umgehend eine Werkstatt aufzusuchen.

Der Niederschlag hat den Ordnungshütern am zweiten Kontrollpunkt bei Lüsse die Arbeit zunehmend erschwert. "Wir haben nach einer Stunde abgebrochen", berichtet Bodo Friedrich. Außerdem sei es an dem Standort vergleichbar übersichtlich, so dass sich die Verkehrsteilnehmer gegenseitig mit Lichthupe vor der Geschwindigkeitsmessung warnten.

"Wir sind sehr erstaunt, an so einem Tag noch sieben Fahrzeugführern eine Geschwindigkeitsüberschreitung nachgewiesen zu haben", sagt der Wachenleiter am Ende des Einsatzes im Fläming. Immerhin war der 24-Stunden-Blitz-Marathon groß in den Medien angekündigt gewesen.

Die Bilanz: Als traurige Spitzenreiter wurden gestern zwei Wagen mit jeweils 98 und 97 Stundenkilometern bei Tempo 70 registriert. Deren Fahrer bekommen nun demnächst Post von der Bußgeldstelle. Die anderen fünf Temposünder sind mit einem Verwarngeld davongekommen.

Im Fläming waren Polizisten beim Blitzermarathon gestern außerdem in Niemegk im Einsatz.

Von Gunnar Neubert

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