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Brandenburg/Havel Mit Einkaufsbon werden Knöllchen storniert
Lokales Brandenburg/Havel Mit Einkaufsbon werden Knöllchen storniert
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00:18 24.03.2017
Walter Großkopf ist jetzt gewarnt. Die Parkscheibe wird auf dem Kundenparkplatz in der Neuendorfer Straße kontrolliert. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Die Frau in Uniform, die auf dem Parkplatz vor Rewe und DM in der Neuendorfer Straße in Brandenburg an der Havel Streife läuft, hat gut zu tun. Sie kontrolliert bei jedem neu ankommenden Auto, ob die Fahrer eine Parkscheibe in ihrem abgestellten Auto hinterlassen. Wenn nicht, fotografiert sie die Windschutzscheibe ohne Parkscheibe sowie das Kennzeichen und hinterlässt dann ein Knöllchen. „Ich war nur 15 Minuten bei Rewe“, versichert Kunde Walter Großkopf, der sich über sein 15-Euro-Ticket ärgert. Noch aber ist das Geld nicht verloren.

Wie dem Brandenburger Rentner geht es landauf, landab vielen Kunden. Sie stellen ihre Autos vor den Supermärkten und nehmen die Hinweisschilder in Sachen Parkscheibe nicht wahr oder nicht ernst genug.

15 Euro Knöllchen für 15 Minuten parken

Am 6. März fahren Walter und Elke Großkopf in die Neuendorfer Straße, um bei Rewe einzukaufen. „Wir vergaßen, der Eile geschuldet, die Parkscheibe in unser Auto zu legen", berichtet der Brandenburger Rentner. 15 Minuten später, als das Paar vom Einkauf zurückkehrt, befindet sich ein 15-Euro-Knöllchen an der Windschutzscheibe ihres Wagens, zahlbar an eine Parkraum-Servicegesellschaft aus dem westfälischen Wickede.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Walter Großkopf entdeckt die Urheberin der schlechten Nachricht. Eine nach seinen Worten „merkwürdige gekleidete Frau“ beobachtet ankommende Fahrzeuge. Sobald die Insassen im Supermarkt verschwinden, prüft sie, ob sie auch ihre Parkscheibe sichtbar im Auto platziert haben, so wie es auf den zahlreichen Hinweisschilder auf dem Privatgelände gefordert wird. Wenn nicht, droht Strafe. Der Brandenburger findet das Vorgehen nicht sehr kundenfreundlich, im Gegensatz zum Rewe in der Sankt-Annen-Galerie, wo das Parkticket an der Kasse entwertet wird und niemand aufpasst, dass jemand einen Fehler macht.

Rewe-Chefin bemüht sich um Schlichtung

Karen Laute, Marktchefin in der Neuendorfer Straße, kennt solchen Ärger von Kunden. Die Geschäftsfrau weist daraufhin, dass Rewe nur Mieter ist und der Eigentümer des Geländes die Parkregelung geschaffen hat. Dennoch bemüht sich die Rewe-Chefin regelmäßig Frieden zu stiften, und mit einem Anruf dafür zu sorgen, dass das Knöllchen storniert wird. Voraussetzung ist, dass die Kunden müssen anhand ihres Bons nachweisen, dass sie zur fraglichen Zeit tatsächlich eingekauft haben. „Ich kenne keinen Fall, in dem die geforderte Summe dann nicht erlassen worden wäre“, versichert Karen Laute.

Hintergrund

Knöllchen auf Supermarktparkplätzen heißen korrekt Vertragsstrafen.

Ob Kunden die Strafe zahlen müssen, hängt davon ab, ob und wie gut Schilder auf dem Parkplatz über die Bedingungen informieren. Verbraucherschützer raten zur genauen Prüfung.

Ähnlich äußert sich die Firma Arcos Facility Management, die das Anwesen für den Eigentümer, die Firma Saller Immobilien aus Weimar, verwaltet. Die Grundstücksverwalter versichern, dass sie sich mit den Knöllchen keinesfalls bereichern, sondern lediglich verhindern wollten, dass Fremdparker ihre Autos stundenlang auf den Supermarktparkplätzen abstellen.

Arcos storniere daher im Nachhinein die Knöllchen von tatsächlichen Einkaufskunden. Walter Großkopf hat seine Strafe schon bezahlt. Das Unternehmen bietet ihm daher an, dass er seinen Einkaufsbon nachreicht. Dann bekomme er das Geld zurücküberwiesen.

Dass diese Kontrollen durchaus im Sinne der Kunden sein können, weiß eine Mitarbeitern des Aldi-Marktes am Brandenburger Hauptbahnhof zu berichten. „Früher parkten bei uns dermaßen viele Pendler, dass für unsere Kunden kaum noch Platz war.“ Dieser Supermarkt liegt ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Von Jürgen Lauterbach

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