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Mit Extra-Rückenwind zum Buga-Ziel

Havelregion: Express-Tour mit dem Fahrrad Mit Extra-Rückenwind zum Buga-Ziel

Auf einer Fahrradtour entlang der Buga-Express-Route von Brandenburg an der Havel nach Rathenow kann man die Schönheit der Region entdecken. Wer es ganz entspannt mag, leiht sich dafür ein E-Bike aus und genießt die Havelregion aus ganz naher Perspektive. MAZ-Volontärin Melanie Höhn hat es ausprobiert.

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Das Ziel erreicht: Die Buga-Stadt Rathenow.
 

Quelle: privat

Havelregion.  Zum ersten Mal E-Bike fahren: Diese Mission habe ich mir vorgenommen und will etwa 40 Kilometer von Brandenburg nach Rathenow entlang der Buga-Express-Route zurücklegen. Am Bahnhof leihe ich mir ein E-Bike samt Helm, die Abwicklung ist unkompliziert. Dass ich das Fahrrad in Rathenow abgeben und mit dem Zug zurückfahren möchte, ist kein Problem. „Es sind viele Berliner, die hier rauskommen, aber auch viele Reisegruppen, die von Buga-Standort zu Buga-Standort fahren“, erzählt Andreas Zopf, Stationsleiter der Fahrradstation in Brandenburg. „Manche spielen auch mit dem Gedanken ein E-Bike zu kaufen und probieren es hier aus.“

Zunächst muss die Bedienpaneele eingeschaltet werden, „einmal gedrückt, und das Fahrrad begrüßt uns“, bemerkt Andreas Zopf und ich fühle mich sofort gut aufgehoben. „Die drei Sensoren des E-Bikes messen bis zu 1000 Mal pro Sekunde die Trittstärke, Trittfrequenz und Geschwindigkeit des Fahrers. Wenn es nicht gefahren wird, schaltet sich das Rad nach fünf Minuten aus“, erklärt er mir.

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Auf einer Fahrradtour entlang der Buga-Express-Route von Brandenburg nach Rathenow kann man die Schönheit der Region entdecken. Wer es ganz entspannt mag, leiht sich ein E-Bike aus.

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Nach ein paar Metern schalte ich in die höchste Stufe

Jetzt aber schnell los, denn die Einführung in die Welt der E-Bikes dauerte länger als gedacht. Mein Rad hat seit Buga-Beginn schon 536 Kilometer weg, doch es sieht noch aus wie neu. Nach ein paar Metern schalte ich schon in die höchste Stufe, den Power-Modus: So komme ich schnell auf 25 km/h, die mich zügig vorankommen lassen.

Meine Tour führt mich vom Hauptbahnhof in Brandenburg vorbei am Dom in den Grillendamm. Auf diesen ersten Metern muss ich mich an das neue Fahrgefühl noch gewöhnen, manchmal ist das E-Bike schneller als ich es erwarte und stocke. Nach der Homeyenbrücke biege ich rechts ein und komme zum Kleinen Beetzsee, der in den Silokanal übergeht. Rechts erblicke ich idyllische Motive: Kleine Boote, die von meinem Blickfeld aus wie gemalt von Sträuchern und Bäumen umrandet werden. Das E-Bike lässt mich mühelos umkehren und ein Foto schießen, ohne Anstrengung fahre ich über Stock und Stein. Es ist ein sonniger Tag, ich habe Glück, denn es ist trotzdem nicht zu heiß zum Radfahren.

Endlose Felder ziehen an mir vorbei

Meine Freude wird getrübt, als meine Tour auf einmal nicht weitergeht. Wie komme ich zum Beetzsee und in den Fritze-Bollmann-Weg? Auf der Karte kann ich leider nicht erkennen, dass ich erst noch eine Brücke überqueren muss. Zum Glück treffe ich ein nettes Ehepaar aus Stade, die schon seit einer Woche Urlaub in Brandenburg machen. „Die Route zum Beetzsee ist nicht gut ausgeschildert“, wissen auch Heike und Peter Löffler, denn auch sie fuhren mit ihren Fahrrädern hier entlang. Heute gönnen sie sich ein Buch am Ufer. Nachdem ich die Brielower Brücke überquert habe, weiß ich wieder nicht weiter. Mein Handy-Navigationssystem bekommt leider kein Signal, also frage ich mich durch und erreiche wenig später den Fritze-Bollmann-Weg. Dieser bringt mich auf die richtige Route, führt nach ein paar Kilometern in den Freiheitsweg und mündet in der Brielower Aue. Lange fahre ich einfach geradeaus und genieße die Landschaft, endlose Felder ziehen an mir vorbei.

Nach etwa 15 Kilometern biege ich rechts ab und komme auf die B 102, bis Rathenow sind es jetzt noch 25 Kilometer. Ich radle an „Buga-Route“-Schildern vorbei und von weitem sehe ich nach einiger Zeit ein Ortseingangsschild. Ich hoffe, dass dort ein kleiner Kiosk ist, wo man Wasser kaufen kann. Ich erspähe „Manni’s Feldküchen“ unweit des Bahnhofs Pritzerbe und kann meinen Augen kaum glauben: Acht verschiedene Mittagsgerichte, dazu kühle Getränke und einen Kaffee gibt es gratis zum Essen. Spontan entschließe ich mich, den Wurstgulasch mit Nudeln zu probieren und bin begeistert. „Zu uns kommen Wanderer, Radgruppen, Wohnmobile und Busse, die auf dem Weg zur Buga nach Rathenow sind“, erzählt mir Petra Zutz, die hier schon seit Jahren täglich ihre Speisen verkauft.

An das neue Fahrgefühl schon gewöhnt

Weiter führt mich mein Weg auf der B 102, Grillen zirpen, fast niemand begegnet mir. Bald verlasse ich den Landkreis Potsdam-Mittelmark und fahre ins Havelland, vorbei an einem Naturschutzgebiet und komme ins Zentrum von Premnitz. Dort entdecke ich den Buga-Infoservice und radle zur mächtigen Steinbogenbrücke. Weiter im Ort bemerke ich die alte Evangelische Kirche mit der roten Ziegel-Fassade.

Bald habe ich es geschafft: Nur noch durch Mögelin durch und am Heidefeld vorbei, dann erreiche ich die Stadt der Optik: Rathenow. Dort stelle ich fest, dass hier viele Radler unterwegs sind, doch E-Biker begegnen mir nicht. Ich fahre zum idyllisch gelegenen Buga-Infoservice am Wasser: Wie ein Koloss auf der anderen Seite des Stadtkanals thront die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, von dort aus genieße ich den Ausblick zusammen mit vielen anderen Touristen.

Nach einer kleinen Tour durch die Rathenower Innenstadt erreiche ich den Bahnhof. Noch zehn Minuten, dann fährt mein Zug zurück nach Brandenburg. Pascal Wissmann von der Fahrradstation erwartet mich schon und ich gebe das E-Bike samt Helm mit ein bisschen Wehmut ab, denn so ein bisschen habe ich mich an das neue Fahrgefühl schon gewöhnt.

Von Melanie Höhn

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