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Brandenburg/Havel Mit Feuer und Worten gegen den Wolf
Lokales Brandenburg/Havel Mit Feuer und Worten gegen den Wolf
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14:54 11.03.2018
Wolfswache Krielow: Unbegründete Angst oder reale Gefahr. Die Diskussionen dazu halten an. Quelle: Foto: Christine Lummert
Krielow

Nur auf den ersten Blick sieht die Szenerie für den Betrachter am Freitagabend in Krielow nach gemütlicher Lagerfeuerromantik und einem kleinen Volksfest aus. Auf einer Wiese neben der Feuerwehr haben sich etwa 70 Menschen versammelt.

Doch sie sind nicht dort, um ein vorgezogenes Frühlingsfest zu feiern. Sie sind dem Aufruf des Bauernbunds Brandenburg gefolgt und beteiligten sich an einer Wolfswache.

Der Krielower Landwirt Marco Hintze, zugleich auch Präsident des Bauernbunds, rückte einen Radlader in Position und erklimmt die improvisierte Bühne um zu erklären, worum es bei der Aktion geht. „Natürlich ist unsere Wolfswache nur symbolisch zu sehen, aber mit dieser Form des Protests wollen wir unseren Argumenten Nachdruck verleihen.“

20 Wachen in der Region

Es geht um den Wolf und die Angst vor den Auswirkungen des fast ungebremsten Wachstums der Population. Zeitgleich mit der Zusammenkunft in Krielow liefen in verschiedenen Orten im Land Brandenburg 20 weitere Wolfswachen.

Der Bauernbund sieht den Plan der Landesregierung zum Wolfsmanagement als gescheitert an. Das Nebeneinander von Raubtier und Weidevieh funktioniere nicht, wie Hintze und weitere Teilnehmer der Krielower Wolfswache aus eigener, leidvoller Erfahrung feststellen mussten. „Vor einigen Jahren habe ich fünf Kälber an den Wolf verloren und musste inzwischen zum Schutz meiner Mutterkuhherde kräftig in Zäune investieren und das alles aus eigener Tasche“, sagte Hintze.

Aus Angst vor dem Wolf treibt er diese 80 Tiere zählende Herde mit einigem Aufwand jeden Abend in die sichere Umzäunung. Die Kühe wie früher auch nachts auf der Weide zu lassen, das wagt er nicht mehr.

Viele Bauern beklagen Verluste

Auch der Jeseriger Landwirt Han-Jürgen Bertz hat 2017 zu Pfingsten den Wolf in seiner Herde gehabt. „Ein gerade neu geborenes Kalb habe ich verloren“, erklärte Bertz. Für den Verlust gab es zwar eine Entschädigung, denn der Wolfsangriff war eindeutig nachweisbar. Aber das könne für die Landwirte, die sich im Bauernbund Brandenburg organisieren nicht die endgültige Lösung sein.

„Wir wollen, dass große Teile Brandenburgs zur wolfsfreien Zone werden, um Menschen und Weidetiere zu schützen“, erklärte Hintze. Ziel sei das Zurückdrängen des Wolfes von Kultur- und Weideland in ausgewiesene Schutzzonen, wie etwa Truppenübungsplätze oder besondere Naturschutzgebiete wie die Schorfheide. „Wir wollen den Wolf nicht gänzlich aus Brandenburg verdrängen.

Politik unterstützt Wächter

Aber mit der stetig wachsenden Zahl an Wölfen kann man nicht mehr von einer Tierart sprechen, die vom Ausserben bedroht ist und ganz strengen Schutz braucht“, sagte Hintze. Der Bauernbund spricht sich dafür aus die Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen, so das der Bestand reguliert werden kann.

Neben der Wolfwache in Krielow fanden sich beispielsweise auch in Spaatz und Wendgräben Landwirte und Jäger zusammen, um über das Problem zu diskutieren. Mit vor Ort auch die lokale Politik. So besuchte Dieter Dombrowski die Wachen in Spaatz und Birgit Didczuneit-Sandhop in Wendgräben.

Von Christine Lummert

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