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Mit Fotos und Ideen gegen Leerstand

Brandenburg an der Havel Mit Fotos und Ideen gegen Leerstand

Leerstand bedeutet auch Chancen. Finden jedenfalls die jungen Teilnehmer an einem Foto- und Ideenprojekt der Lehnschulzenhofbühne Viesen. Die unkonventionellen Ergebnisse sind in der Jakobskapelle zu sehen.

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Die Ergebnisse des Foto-und Ideenprojektes werden seit Freitag in der Jakobskapelle gezeigt. Was daraus wird, ist offen.

Quelle: Christine Lummert

Brandenburg/H. Ein leerstehendes Haus im Dorf oder eine langsam verfallene Industriehalle im Stadtbild fallen nicht mehr besonders auf, wenn sie über Jahre zum alltäglichen Anblick für die Passanten geworden sind. Einige dieser unbewohnten und ungenutzten Gebäude wurden für das Foto- und Ideenprojekt der Kampagne „Deine irre Leere“ jetzt von den Wettbewerbsteilnehmern wieder bewusst ins Blickfeld der Menschen gerückt.

Wolfram Scheller von der Lehnschulzenhofbühne in Viesen organisierte am Freitagabend in der Jakobskapelle in Brandenburg eine Ausstellung mit 14 Beiträgen. „Der Aufruf ging an alle Interessierten, vor allem aber an Jugendliche, die sich mit dem Leerstand in ihrem Umfeld auseinandersetzen und neue Ideen für die nicht genutzten Gebäude entwickeln konnten“, erklärte Scheller. Sonst sind es oft Kunst- und Kulturschaffende, die die Öffentlichkeit zu einer Kunstausstellung oder einer Performance zum Beispiel in ein leerstehendes Ladengeschäft einladen, um ein fertiges Projekt zu präsentieren. „Jetzt soll es genau umgekehrt laufen“, erklärte Scheller. Aus der Öffentlichkeit kommen die Ideen, die in der Jakobskapelle vorgestellt wurden. Das Publikum der Ausstellung konnte vor Ort oder zeitgleich im Internet entscheiden, welches Projekt am besten gefällt.

An 14 Beispielen werden neue Nutzungskonzepte für leerstehende Immobilien  diskutiert,

An 14 Beispielen werden neue Nutzungskonzepte für leerstehende Immobilien diskutiert,

Quelle: Christine Lummert

Die Vorschläge waren breitgefächert. Mit der Kamera in der Hand waren die Ideenfinder unterwegs und fotografierten zum Beispiel die alte Dorfschule in Glienecke, die sich zu einem Haus für die Dorfgemeinschaft entwickeln könnte. Vor allem boten aber die Industriebrachen in Brandenburg und im Ortsteil Kirchmöser reichlich Inspiration für neue Nutzungskonzepte.

Gedankenspiele in Kirchmöser

Von einem Kreativ-Café am Wasser, einer Ferienanlage in der alten Gießerei und einer Interkulturellen Begegnungsstätte im ehemaligen Feuerwerkslaboratorium reichten die Gedankenspiele für die vorgestellten Objekte aus Kirchmöser.

Das alte Brandenburger E-Werk, ein verfallenes Bahnhofsgebäude, eine heruntergekommene, riesige Lagerhalle und das ehemalige Kulturhaus Anton Saefkow rückten im Brandenburger Stadtgebiet in den Fokus. Vom Vereins- und Museumshaus für Schmalspurbahnliebhaber bis zu einer Anlage für Lasertag und einer ganzen Minigolfanlage unter Schwarzlicht sprudelten die Ideen.

Mit Workshops geht es weiter

Die Wettbewerbsgewinner waren Franziska Schild und Christoph Daubitz mit ihrem Beitrag zum Plattenbau Am Industriegelände 3. Einmal als große Kantine genutzt und dann an verschiedene Gewerbetreibende vermietet, steht das Haus seit einigen Jahren leer. Nach den Vorstellungen des Gewinnerprojekts könnte dort ein „Medien- und Kulturhaus“ entstehen, in dem Bands, ohne die Nachbarn zu stören, Proberäume finden, kleine Konzerte geben oder ein Aufnahmestudio installiert wird.

„Die Idee ist geboren, aber was daraus wird ist noch offen“, sagte Scheller. In verschiedenen Workshops wird jetzt in den nächsten Monaten überlegt, was mit den richtigen Partnern umgesetzt werden kann. „Vielleicht steht am Ende auch nur eine einmalige Performance, ein Konzert oder ein Film. Noch sind alle Möglichkeiten offen“, erklärte Scheller.

Von Christine Lummert

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