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Brandenburg/Havel Mit Genuss zum Amazonas der Mark
Lokales Brandenburg/Havel Mit Genuss zum Amazonas der Mark
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00:17 22.04.2017
Landrat Wolfgang Blasig mit Initiatoren der Genießertour auf dem Weg zu den Erdelöchern. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Deetz

Die Glindower Alpen haben sich längst einen Namen gemacht. Was einmal die Abraumhalde der Tongewinnung war, schätzen Ausflügler längst als Wander- und Naherholungsgebiet. Die jüngste Erfindung des Volksmundes ist dagegen noch relativ unbekannt. Bei dem neuen Superlativ handelt es sich um den Amazonas der Mark – eine auf der Grünen Woche entstandene Wortschöpfung der Touristiker für die Deetzer Erdelöcher.

19 Dienstleister auf neun Etappen

Die Reiseregion Havelland umfasst große Teile von Potsdam-Mittelmark. Zu den einzigartigen Landstrichen, bei denen der Mensch die Hand im Spiel hatte, gehören die Glindower Alpen und die Deetzer Erdelöcher, Amazonas der Mark genannt. Beide Orte verbindet eine neue Genießertour.

Zu den 19 Partnern gehören unter anderem Bootsvermietung „Am Leuchtturm“ Phöben, das Schmergower Restaurant „Sans Souci“, Alpaka-Erlebnisfarm in Deetz, das Derwitzer Lilienthal-Museum, der Obsthof Lindicke (Werder), das Gasthaus „Granny Smith“ in Glindow und die Alte Schmiede Petzow.

Start zu der rund 50 Kilometer langen Genießertour, die am besten mit dem Rad absolviert wird, ist der Sanddorn-Garten von Christine Berger in Petzow. Neun Etappen verbinden verschiedene touristische Dienstleister. Die ganze Tour ist nachlesbar im Internet: www.geniessertouren.org

Die wie auf einer Landkarte hingetupften blauen Flecken haben ihrer Entstehung ebenfalls dem einstigen Hunger nach Baustoffen zu verdanken. Sieben Ziegeleien gab es einst in Deetz. Doch das ist lange her. Die mit Wasser vollgelaufenen und teilweise miteinander verbundenen Teiche sind längst ein Paradies für Angler. Und mittendurch schlängelt sich der von Phöben in Richtung Brandenburg führende Havel-Radweg. Die Investition in diese touristische Infrastruktur erweist sich für die Erfinder der sogenannten „Genießertouren“ als wahrer Glücksfall.

„Von den Glindower Alpen bis zum Amazonas der Mark“ nennt sich der mittlerweile 10. Tourenvorschlag für Ausflügler, die Land und Leute in Potsdam-Mittelmark kennenlernen wollen. Die aus neun Etappen bestehende Route verbindet kulturelle, kulinarische, künstlerische und naturgegebene Schönheiten der Region, die sich wie auf einer Perlenschnur aneinanderreihen. Andere Genießertouren führen unter anderem ins mittelmärkische Spargelland von Beelitz nach Schäpe, von Wildenbruch nach Nuthetal oder rund um den Seddiner See. Hinter der Marke steckt ein umtriebiger Gastwirt.

Treffpunkt Willeminenhof: Landrat Wolfgang Blasig (l.), Genießertour-Erfinder Ralf Weißmann und Alpaka-Expertin Ulrike Winter. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ralf Weißmann führt in Wildenbruch seinen eigenen Gasthof „Zur Linde“. Er kennt die Probleme der heimischen Fremdenverkehrsbranche und der Dorfgasthöfe, von denen immer mehr aufgeben oder vor einer ungewissen Zukunft stehen. Weißmann denkt regional und will das Gewerbe mit Netzwerken stärken. „Unsere Genießertouren sollen das partnerschaftliche Miteinander in der Region stärken und wirtschaftliche Effekte für die beteiligten Unternehmen bringen“, sagte Weißmann der MAZ. Deshalb gründete er zusammen mit anderen Mitstreitern auch die „Linden-Akademie“ – ein Coachingnetzwerk für das Gastgewerbe.

Ralf Weißmann servierte nach dem Anradeln Spargelsuppe an den Erdelöchern. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit den Genießertouren macht Weißmann auch Werbung für Potsdam-Mittelmark. Auf Messen und Tourismusbörsen sowie bei allen teilnehmenden Partnern liegen die Tourenflyer aus. Sie machen Lust auf Erkundungen zwischen Havelland und Fläming aus einer Sicht, wie es sie so noch nicht gegeben hat. Landrat Wolfgang Blasig fand die Idee so überzeugend, dass er sich als Schirmherr für die Genießertour „Von den Glindower Alpen bis zum Amazonas der Mark“ zur Verfügung stellte. Ein kleines Stück radelte er vor wenigen Tagen mit den Initiatoren persönlich ab. Und zwar in Deetz von der Alpaka-Erlebnisfarm Willeminenhof zu den Erdelöchern.

Zwar kannte Blasig den Havel-Radweg, doch die Schleichpfade durch den noch nicht ganz so grünen Dschungel der Erdelöcher waren für den Verwaltungschef Neuland. „Ein schönes Aushängeschild für die Genießertour. Nur ein paar Grad mehr würde ich mir wünschen“, meinte Blasig angesichts des unterkühlten Aprils. Für Ulrike Winter vom Willeminenhof sind die Erdelöcher ein Stück Deetzer Heimat. Auch wenn sie nicht so bekannt sind, wie der Amazonas.

Von Frank Bürstenbinder

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