Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Mit „Honig im Kopf“ ins Theater
Lokales Brandenburg/Havel Mit „Honig im Kopf“ ins Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 05.11.2017
Schauspieler Achim Wolff als Amandus Rosenbach (r.) und Karsten Speck als Niko Rosenbach im Theaterstück „Honig im Kopf“.  Quelle: Foto: Scherf
Anzeige
Brandenburg/H

 „Meine Liebe zum Land Brandenburg startete mit dem Studium an der Filmhochschule Babelsberg, reifte durch ein späteres Engagement in der Havelstadt Brandenburg und fand ihren Höhepunkt als ich dort meine Frau Rita Feldmeier kennenlernte“, erinnerte sich Achim Wolff vor einiger Zeit. Und um Erinnerungen oder den Verlust derselben ging es für den beliebten Schauspieler jetzt bei seinem Besuch an bekannter Wirkungsstätte im Brandenburger Theater.

„Honig im Kopf“ heißt das Erfolgsstück, mit dem Wolff, Karsten Speck, Anne Bedenbender und Astrid Kohrs derzeit auf Tournee sind. Seit dem Erfolgsfilm von Til Schweiger weiß in Deutschland jedes Kind: In dem Stück geht es um das krankhafte Vergessen. Dabei ist es nicht leicht, Alzheimer auf die Theaterbühne zu bringen. Schon gar nicht, wenn die 400 Gäste im großen Saal die Handlung aus dem Kino kennen und der Vergleich mit Dieter Hallervorden sich schnell in jedermanns Kopf festsetzt.

Das jetzt in Brandenburg gezeigte Stück wurde vor einem Jahr im Berliner Schlosspark-Theater uraufgeführt. Und dessen Intendant ist Dieter Hallervorden selbst, der ja die Hauptrolle des kranken Großvaters im Film so gut spielte, dass er dafür einen Bambi bekam. Es sei der Wunsch Hallervordens gewesen, dass das Stück am Schlosspark-Theater uraufgeführt werde, erinnert sich Achim Wolff. Ursprünglich sollte die gemeinsame Produktion des Theaters an der Kö in Düsseldorf und der Komödie in Braunschweig anderswo uraufgeführt werden.

Die Bühnenfassung von René Heinersdorff in der Regie von Florian Battermann versucht nicht, den Film zu imitieren oder ihn zu übertreffen. Das Bühnenbild ist karg, die Handlung reduziert. Nichts erinnert an die glamouröse Til-Schweiger-Ausstattung.

Zur Handlung: Opa Amandus hat Alzheimer. Langsam verschwindet seine Welt. Er weiß es nur noch nicht. Andere wollen es nicht wissen. Als er bei der Polizei seine verstorbene Frau vermisst und ein Fahndungsfoto mitbringt, das diese als Mädchen im Bikini zeigt, das im Lido in Venedig baden will, wird die Familie wach. Sein Sohn (brillant gespielt von Karsten Speck) und seine elfjährige Enkelin Tilda (Anne Bedenbender) besuchen ihn und finden Opa Amandus in desolatem Zustand. Sie nehmen ihn mit zu sich.

Nicht nur Tildas Mutter (Astrid Kohrs) sieht mit wenig Begeisterung, wie Opa Pumps grillt, in den Kühlschrank pinkelt oder die Gartenzwerge des Nachbarn enthauptet. Doch was hier witzig daherkommt, ist kein Schenkelklopfer. Es ist eine angstmachende Krankheit, der man sich hier über die Brücke guter Schauspielkunst und flacher Witze nähert. Dass das Lachen dabei oft im Halse stecken bleibt, liegt daran, dass niemand im Publikum verdrängen kann, dass ihm dereinst ähnliches passieren kann – dass es manche treffen wird! Wie sich das anfühle, was er gerade erlebe, will Anne Bedenbender als Enkelin wissen. Und Opa Amandus antwortet: „Wie Honig im Kopf. So verklebt.“

Eine traurige Geschichte, die in 90 Minuten lustig und fast unbeschwert erzählt wird. Dass das gelingt, liegt ganz wesentlich an der Darstellung dieser heimtückischen Krankheit durch Achim Wolf. Es ist nicht nur der Bart, den er sich als Anleihe bei Hallervorden abgeschaut hat. Und das ist gut so!

Lauter Applaus brandet auf, als das Stück letztlich traurig endet. Es scheint, als solle der Lärm des Applauses die Stille überdecken, die das Stück in jedem Einzelnen auslöst. Die Angst, das Schweigen und das Verdrängen – die immer mit dem Thema Demenz einhergingen und die mit dem „Honig im Kopf“ nun zumindest nicht mehr zu ignorieren sind. Gut gemachtes Theater!

Von Benno Rougk

Im letzten Moment tauchte Donnerstag ein mit mehreren Haftbefehlen gesuchter Hochstapler in Brandenburg an der Havel unter und setzte sich offenbar nach Berlin ab. In Brandenburg hat er die Miete einer Ferienwohnung geprellt. Anderswo soll er in noblen Hotels kampiert haben.

03.11.2017

Der Sozialbeigeordnete der Stadt Brandenburg, Wolfgang Erlebach, wird der Stadtverordnetenversammlung zur nächsten Sitzung den „Lokalen Teilhabeplan für die Stadt Brandenburg an der Havel“ vorlegen. Von der Wunschliste profitieren sollen mehr als 13 000 behinderte Bürger. Um die geplanten Verbesserungen zu erreichen, ist bisher noch kein Geld reserviert.

03.11.2017

Neun Monate lang hat sich der Vorstand des Vereins FC Stahl Brandenburg Zeit gelassen, nun hat er gegenüber der Stadt signalisiert, den ihm angebotenen Pachtvertrag notariell beurkunden zu lassen. Die Immobilie wird dem FC Stahl von der Stadt Brandenburg in Erbbaupacht übertragen.

03.11.2017
Anzeige