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Mit Russland vernetzt: Übersetzung im Videochat

Lehrerinnen übersetzen Brandenburger Tourismus-Flyer Mit Russland vernetzt: Übersetzung im Videochat

3500 Kilometer entfernt und doch so nah: Im Berholt-Brecht-Gymnasium haben am Freitag fünf Lehrerinnen per Videokonferenz eine Fortbildung für 20 russische Kolleginnen in Brandenburgs Partnerstadt Magnitogorsk veranstaltet. Thema des Tages war die bevorstehende Bundesgartenschau in der Havelstadt.

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Cathrin Platnikow und Schulleiter Uwe Schröder begrüßen die russischen Lehrerinnen.

Quelle: N. Giese

Brandenburg. Zu diesem Ereignis übersetzten die russischen Deutschlehrerinnen einen Flyer der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg an der Havel (STG) ins Russische.

Zunächst gab es allerdings erst einmal zahlreiche Informationen rund um die Buga. Aufgeteilt in verschiedene Fachbereich stellten die Lehrerinnen des Brecht-Gymnasiums die Stadt und ihre Gartenschau vor und erklärten den interessierten Zuhörern am anderen Ende der Leitung, was ein Wels mit bunten Blumen zu tun hat. So wurde in Geografie die gesamte Havelregion betrachtet und in Biologie ging es natürlich um die regionale Flora und Fauna.

Im Fach Kunst durften die Russinnen die vielen bunten Wilma-Wels-Figuren bestaunen, die im Rahmen eines Kreativwettbewerbs der örtlichen Stadtwerke entstanden sind. Eine kleine Einführung in die Brandenburger Mundart gab es in Musik. Beim gemeinsamen Singen des Fritze-Bollmann-Liedes mussten die Damen aus Magnitogorsk feststellen, dass aus dem hochdeutschen „auf dem Beetzsee“ im Dialekt schnell mal ein „uff’m Beetzsee“ wird.

Deutsch-russisches Gemeinschaftsprojekt

Zum Abschluss begannen die Pädagoginnen aus Russland schließlich mit der Übersetzung des STG-Flyers „Wegbegleiter Brandenburg an der Havel“, in dem die wichtigsten Bauwerke der Stadt vorgestellt werden. „Bis zur Buga-Eröffnung wollen wir fertig sein“, sagt Cathrin Plotnikow, die das deutsch-russische Gemeinschaftsprojekt auf Seiten des Brecht-Gymnasiums leitet. Nachdem zunächst die einzelnen Textabschnitte übersetzt wurden, wird nun die russische Projektleiterin Natalia Ivanova die Texte in die richtige Ordnung bringen. „Ich redigiere und korrigiere notfalls“, so Russischlehrerin Plotnikow.

Die Live-Übersetzung via Webcam schaute sich auch STG-Geschäftsführer Thomas Krüger an. Er freue sich über die Zusammenarbeit der beiden Partnerstädte und dankte den Lehrerinnen aus Russland und Deutschland für ihre Kooperation. „Wir erwarten zur Buga auch ausländische Gäste“, sagt er. Neben russischen Besuchern, rechne er hauptsächlich mit Touristen aus Dänemark, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Damit diese Brandenburg in ihrer Heimatsprache erkunden können, sei es wichtig, den Wegbegleiter in verschiedenen Sprachen zur Verfügung zu haben. In Englisch und Dänisch gibt es ihn bereits. Auch eine spanische Version konnte dank der Unterstützung von Anja Wustmann, Spanischlehrerin am Brecht-Gymnasium, realisiert werden. Es sei schön zu sehen, dass sich lokale Partner für die Buga begeistern können und so ihre Verbundenheit mit der Stadt Brandenburg ausdrücken, findet Krüger.

Partnerschulen passen zusammen

„Unsere Schule ist Bestandteil dieser Stadt und da geht auch die Buga nicht an uns vorbei“, sagt Uwe Schröder, Schulleiter des Brecht-Gymnasiums. Gern beteilige man sich an einem solchen Projekt, zumal es in diesem Fall aufgrund der Kontakte nach Magnitogorsk – die dortige Gesamtschule Nummer 67 ist Partnerschule des Gymnasiums – besonders gut zusammenpasse.

Auch mit Videokonferenzen kennen sich beide Seiten aus. „Die sind seit drei Jahren Tradition bei uns“, verrät Cathrin Plotnikow. Ein- bis zweimal im Halbjahr treten die Schulen auf diese Art in Kontakt. Wechselseitig bereitet immer einer der Partner ein Thema vor, was normalerweise mit den Schülern der anderen Schule dann in der Muttersprache bearbeitet wird.

Dass dieses Mal eine Lehrerforbildung organisiert wurde, war ein Wunsch aus Magnitogorsk. „Das Interesse auf russischer Seite war sehr groß“, so Plotnikow. Für die 20 verfügbaren Plätze gab es 40 Anmeldungen. Um dabei zu sein, drückten die Teilnehmerinnen nach Feierabend die Schulbank. Bei ihnen war es wegen der vierstündigen Zeitverschiebung nämlich schon Freitagnachmittag und somit Wochenende.

Von Norman Giese

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