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Brandenburg/Havel Mit Schnittchen gegen Hotel
Lokales Brandenburg/Havel Mit Schnittchen gegen Hotel
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10:29 10.07.2016
Erklärten sich beim Picknick mit den Hotel-Gegnern auf dem Packhof solidarisch: Die Familien Schuck vom Görden und Kastilahn aus der Gödenstraße und aus Göttin. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brandenburg/H

Die Zukunft in der Kleinen Münzenstraße könnte düster aussehen: Umzingelt von Lärm, Autoabgasen und Baufahrzeugen. Mit „Nein, Danke“, haben Anwohner das auf ein weißes Stück Stoff gemalte Szenario unterzeichnet. Beim Protest-Picknick auf dem Packhof wehte ihre Botschaft im Wind, wie andere Losungen gegen einen großen Hotelbau auf dem ehemaligen Buga-Gelände. „Wir sind verzweifelt. Wenn dieser Plan Realität wird, kriegen wir den Dreck von allen Seiten“, befürchtet Peter Micksch. Frank Dietrich sieht nicht nur die Lebensqualität für die Bewohner in Gefahr. Wenn sich erst Laster und später Busse durch das neustädtische Nadelöhr zwängen, drohe die Bausubstanz denkmalgeschützter Häuser Schaden zu nehmen. Aus stadtplanerischer Sicht sei das Hotelprojekt völlig falsch, so Dietrich.

Gegen das Hotelprojekt sammelt die Bürgerinitiative Unterschriften. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als Zufahrtsstraße zum Packhofareal hat die Kleine Münzenstraße schon jetzt unter einer erheblichen Verkehrsbelastung zu leiden. Noch stärker ist der Mühlendamm befahren, der die Häuserzeile im Osten begrenzt. In Spitzenzeiten mit über 1000 Fahrzeugen in der Stunde. Sollte zusätzlich die Augustastraße für den Durchgangsverkehr zum Packhof geöffnet werden, wäre die Kleine Münzenstraße endgültig als Wohnstandort erledigt. Die Leute am Einfallstor zum Packhof sind mit ihren Sorgen nicht allein.

Diese Anwohner machen sich Sorgen um die Zukunft der Kleinen Münzenstraße. Quelle: Frank Bürstenbinder

Hunderte Bürger aus dem Quartier haben zusammen mit Sympathisanten aus der ganzen Stadt am Sonnabend ihre Picknick-Decken auf dem Rasen des ehemaligen Buga-Areals ausgebreitet. Mit Kaffee, Kartoffelsalat, Schnittchen und gekochten Eiern protestierten sie auf heitere Weise gegen eine mögliche Bebauung der knapp drei Hektar großen Freifläche mit einem Vier-Sterne-Hotel samt Parkhaus. Dazu könnte es kommen, wenn die Stadtverordneten nach der Sommerpause der Empfehlung einer Bewertungskommission folgen. Diese hatte vergangene Woche den Entwurf der Investorengemeinschaft Premero/RIMC favorisiert, dass im Kern aus einem dominanten Bettenhaus am Havelufer mit zurückgesetzten Wohnungsbau besteht.

Protest an einem Balkon in der Packhofstraße. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für Hanswalter Werner von der Bürgerinitiative Packhofgebiet (BI) handelt es sich um eine Idee aus dem „vergangenen Jahrhundert“. Anstatt das Areal auf sanfte und verkehrsberuhigte Art zu entwickeln, sei ein Hotelkoloss geplant, der im krassen Widerspruch zum historischen Stadtkern stehe. Deshalb werde es mit der BI keinen Kompromiss geben, sagte Werner der MAZ. „Mein Packhof bleibt hotelfrei“ heißt denn auch die Kampagne der BI, die in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung für ihre Meinung trommeln will. Schon am Donnerstag ist eine Bürgerversammlung geplant, ein Straßenfest ist für den 3. September vorgesehen. Es werden weiter Unterschriften gegen das Hotel gesammelt. Über 500 Namen sind binnen Stunden zusammengekommen. Unterzeichnet haben auch Dalina Hagen und Sohn Hannes.: „Wir sind vor ein paar Jahren wegen der Ruhe auf den Packhof gezogen. Ein großes Hotel passt gar nicht hier her.“

Von Frank Bürstenbinder

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