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Brandenburg/Havel Mit Spezialautos gegen Säure und Benzin
Lokales Brandenburg/Havel Mit Spezialautos gegen Säure und Benzin
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14:27 26.02.2018
Bad Belzigs Feuerwehrchef Olaf Beelitz (l.) nimmt von Herbert Baier und Wolfgang Blasig den Fahrzeugschlüssel entgegen. Rechts Bürgermeister Roland Leisegang Quelle: Bür
Mittelmark

Für die Gefahrenabwehr nimmt der Landkreis zum Jahresende einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Für über 900 000 Euro haben die Feuerwehren in Bad Belzig und Teltow zwei neue Spezialfahrzeuge erhalten, die bei Havarien mit gefährlichen Stoffen zum Einsatz kommen. Die Ersatzinvestitionen, die zwei 25 Jahre alte Vorgängermodelle ablösen, kommen im Ernstfall im gesamten Landkreis und darüber hinaus zum Einsatz. Zur in Rollcontainern verstauten Ladung gehören nicht nur wertvolle Messgeräte, sondern auch je zwölf Vollschutzanzüge für die Besatzung und zusätzliche Kräfte aus anderen Ortsfeuerwehren, die gemeinsam die Gefahrstoffeinheit Potsdam-Mittelmark bilden.

Einsätze vor allem auf den Autobahnen

Die Gefahrguteinheit Potsdam-Mittelmark musste 2017 zu acht Einsätzen ausrücken. Schwerpunkt waren Lkw-Unfälle. Unter anderem ein Hilfseinsatz in Ostprignitz-Ruppin auf der A 24 bei Walsleben, wo ein Laster Salpetersäure verlor.

Derzeit sind 80 bis 100 Kameraden in der Ausbildung beziehungsweise im Einsatz für die Gefahrguteinheit. Das sind vor allem Feuerwehrleute aus Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow sowie Wiesenburg, Niemegk, Treuenbrietzen und Bad Belzig.

Die Ausrüstung für die Fahrzeuge befindet sich auf Rollwagen, die über eine absenkbare Heckklappe verstaut werden. Weitere Gerätschaften sind über Seitenrollos zu erreichen. Im Ernstfall agieren die Kameraden in Chemikalienschutzanzügen.

Zwar hat das Land Brandenburg nur eines der beiden weit und breit modernsten Fahrzeuge mit knapp 300 000 Euro gefördert, doch der Landkreis kann sich den Löwenanteil der Anschaffung mitten im Doppelhaushalt 2017/18 leisten. „Wir haben einen komfortablen Haushalt. Deshalb sollen die Feuerwehren die beste Technik bekommen. Die schlimmen Vorfälle mit Gefahrgut auf den Autobahnen zeigen, dass wir diese Ausrüstung brauchen“, sagte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) bei einem Ausblick auf das neue Jahr.

Die neuen Einsatzfahrzeuge werden mit Rollwagen bestückt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine große Herausforderung für die Verwaltung ist der Generationenwechsel. Seit dem vergangenen Jahr wurden 90 Stellen mit neuen Mitarbeitern besetzt. Allein 2017 gab es 104 Ausschreibungen. Längst nicht alle sind erfolgreich. „Es wird immer schwieriger Personal zu finden“, räumte der Verwaltungschef gegenüber der MAZ ein. Es fehlt an Ingenieuren, Ärzten und Mitarbeitern für soziale Bereiche, die sich eine Karriere im Landratsamt vorstellen können. Zu den Führungskräften, die die Verwaltung altersbedingt verlassen, gehört Kreisbrandmeister Herbert Baier, der im Februar 2018 in den Ruhestand geht. Für den Brandschutzfachmann aus Medewitzerhütten war es die letzte Fahrzeugübergabe im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ).„Die Position wird im Januar neu ausgeschrieben. Bis zur Neubesetzung übernimmt Jens Heinze aus Treuenbrietzen die Aufgabe amtierend“, kündigte Fachbereichsleiterin Debra Reußner an.

Die beiden baugleichen Fahrzeuge kosteten zusammen 914 000 Euro. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine stabile Personalsituation ist für die Dienstleisterfunktion der Kreisverwaltung unerlässlich. Das hat auch 2017 die Kritik an der Bearbeitungszeit für das Elterngeld, für Baugenehmigungen und im Bereich des Zulassungswesens gezeigt. Der Landrat sieht für die Zukunft sogar noch mehr Arbeit auf die Verwaltung zukommen. „Kommunen wollen verstärkt mit dem Landkreis zusammenarbeiten. Neue Gesetze werden zusätzliche Aufgaben bringen. Dafür brauchen wir hochmotivierte Mitarbeiter“, so Blasig.

Auch der Leiter der Teltower Feuerwehr, Jan Ehlers (l.), bekam von Herbert Baier und Wolfgang Blasig den Autoschlüssel. Rechts Bürgermeister Thomas Schmidt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Rückendeckung bei der Bewältigung der nächsten Jahre erhofft sich der Landrat unverändert von der Erweiterung des Stellenplans um zwei zusätzliche Beigeordnete neben seinem allgemeinen Stellvertreter Christian Stein (CDU). Die gescheiterte Zustimmung bei der jüngsten Kreistagssitzung bezeichnete Blasig als „Betriebsunfall“. Er will die Stellenplanvorlage in qualifizierterer Form im März 2018 erneut den Abgeordneten vorlegen. Nach dem Austausch aller Argumente könne es dann zu einer Zustimmung kommen, so der Landrat. Die Bewerber sollen bei einer bundesweiten Ausschreibung in einer Bestenauswahl ermittelt werden. Wegen der achtjährigen Bestellungszeit erhofft sich Blasig von den Beigeordneten Stabilität in den Fachbereichen - aber auch politischen Rückhalt.

Von Frank Bürstenbinder

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