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Mit der Schwebebahn zur Gartenkunst

Die Zeit nach der Buga Mit der Schwebebahn zur Gartenkunst

Der Erfolg einer Bundesgartenschau bleibt nicht auf das halbe Ausstellungsjahr beschränkt. Sie kann sogar nachhaltige Erfolge beim Werben um Touristen bringen, wie das Beispiel der Stadt Koblenz zeigt. Man sollte nur ein paar Fehler vermeiden.

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Mit der Schwebebahn am Deutschen Eck vorbei von der Stadt Koblenz zur Festung Ehrenbreitstein.

Quelle: André Wirsing

Havelregion. Da müssen sich die Städte von Brandenburg an der Havel bis Havelberg anstrengen, um diesen Erfolg zu wiederholen. Die Stadt Koblenz in Rheinland-Pfalz war im Jahr 2011 Gastgeberin der Bundesgartenschau. „Im Jahr 2010 hatten wir noch 510.000 Übernachtungsgäste, Ende 2014 waren es bereits 750.000 Übernachtungen“, sagt Andreas Bilo, Geschäftsführer der Koblenz-Touristik. Zudem sorgen 6,5 Millionen Tagestouristen im Jahr für einen Umsatz von 296 Millionen Euro in der Stadt.

„Zugegeben, wir hatten bereits eine wunderbare Basis mit dem Zusammenfluss von Rhein und Mosel am Deutschen Eck, mit dem Schloss und mit der Festung Ehrenbreitstein“, erzählt der Koblenz-Vermarkter. Dennoch sei Koblenz bei vielen Menschen als Behörden- und Garnisonstadt wahrgenommen worden. Doch, was mit und nach der Buga 2011 passierte, bezeichnet er als Initialzündung und Quantensprung. „Die Nachnutzungsphase ist aber mindestens genauso wichtig wie die Schau selbst. Da kann man sehr viel falsch machen, das ist uns zum Glück nicht passiert“, sagt Bilo.

Eigens einen Verein gegründet

Als Riesen-Glück habe sich erwiesen, dass der Bestand der Schwebebahn über den Rhein von der Stadt bis zur Festung Ehrenbreitstein, nunmehr auch mit Billigung der Welterbe-Hüterin Unesco, bis zum Jahr 2026 gesichert werden konnte.

Die Buga-GmbH habe sich zudem gemeinsam mit der Stadt, mit dem Förderverein „Freunde der Buga 2011“, mit Koblenz-Touristik und mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz sofort über ein Aktualisieren der Flächen Gedanken gemacht, viele konnten erhalten werden. So entstand beispielsweise die Marke und Veranstaltungsreihe „Koblenzer Gartenkultur“ in den Gärten und Parks mit Lesungen, Musik, Ausstellungen oder Sportaktionen. Der Buga-Freunde-Verein zählt inzwischen knapp 1000 Mitglieder. Sie kümmern sich nicht nur um die Flächen rings um die Festung, sondern mischen sich aktiv in die Stadtentwicklung ein, diskutieren über friedliche Nachnutzungen von Kasernen, das Radverkehrs-Konzept der Stadt oder über das gemeinschaftliche Wohnen am Moselbogen.

„Es bleibt viel Positives“

So weit ist noch keine der Kommunen in der Havelregion, auch wenn es bereits zaghafte Diskussionsversuche über das Nachnutzen der Buga-Flächen und einen Erhalt des Grüns über den 11. Oktober 2015 hinaus gibt. Noch zerbrechen sich Zweckverband und Ausrichterkommunen lediglich die Köpfe darüber, wie sie bis zum Ende der Gartenschau die viel beschworenen 1,5 Millionen Besucher zusammenbekommen. Dabei ist das starre Festhalten an einer Zahl gar nicht nötig und auch zu kurz gedacht, sagt Sibylle Eßer, Sprecherin der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft: „Es bleibt immer so viel Positives nach der Buga - selbst wenn mit einem Minus abgeschlossen würde - das Plus über die Jahre danach gleicht dies in der Touristik, der Industrieansiedelung oder dem Anstoß zur Stadtsanierung mehrfach aus.“

Nur muss man sich Gedanken machen wie man die neue Anziehungskraft auch verstetigt. Und es wäre ein Frevel, wenn Flächen wie der Marienberg in Brandenburg oder das Weinberg-/Optikparkareal in Rathenow erst einmal sich selbst überlassen würden, bis man auf die Idee kommt, die gestalteten Anlagen weiterhin als Touristenziel zu erhalten. Was einmal zerstört worden ist, wird nicht mehr zu erhalten sein – ganz einfach, weil es nie wieder so eine üppige Anschubfinanzierung vom Land geben wird. Die Kommunen könnten das nie bezahlen.

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Von André Wirsing

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