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Brandenburg/Havel Mit der Zwangsversteigerung ins Glück
Lokales Brandenburg/Havel Mit der Zwangsversteigerung ins Glück
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02:15 09.02.2018
Die Zwangsversteigerung ist notwendig, damit die neuen Besitzer und Betreiber lastenfrei ins Eigentum der Marina Niederhavel kommen. Quelle: Ruediger Boehme
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Brandenburg/H

Ein bisschen Frieden soll einkehren rings um die Marina Niederhavel. Doch dazu ist noch ein letzter Kraftakt notwendig. Am 13. März wird die Marina vom Amtsgericht Potsdam zwangsversteigert – der Verkehrswert ist auf knapp 1,32 Millionen Euro festgesetzt.

Der Sieger steht faktisch schon fest – es ist Hartmut Müller aus Berlin, der seit April vorigen Jahres gemeinsam mit dem Brandenburger Martin Scharlach die Marina betreibt. Das mag wenig einleuchtend klingen, ist aber dem Insolvenzrecht geschuldet. Die Vorbetreiber aus Hamburg haben die Marina errichtet, 2015 eröffnet und sind nach einer Saison abgetaucht, das Objekt ließen sie leer stehen. Finanziert hatte den Bau die Brandenburger Bank.

Die hat das Objekt im Vorjahr an die neuen Betreiber verpachtet. Müller hat einige Außenstände bereits beglichen und somit bereits das Eigentumsrecht an der Steganlage, an der Wassertankstelle und an der Terrasse erworben. Die drei Objekt sind auch nicht mehr Bestandteil der Zwangsversteigerungsmasse. Müller hat bereits angekündigt, auch mindestens den vom Amtsgericht aufgerufenen Mindestverkehrswert zu bezahlen, der in einem unabhängigen Gutachten ermittelt worden ist. Was passiert aber, wenn einer mehr bietet? Dann kann Müller jedes Mal sein Veto einlegen. „Mein Geschäftspartner ist der Herr des Verfahrens“, sagt Scharlach.

Dann könnte er aber auch gleich der Bank diese Summe geben, um in den Besitz der Immobilie zu gelangen. Könnte er, das ist aber risikoreich. Die in der Zwangsversteigerung erhobenen Ansprüche richten sich gegen den Vorbesitzer. Ist die Zwangsversteigerung an Müller erfolgreich und dieser erhält den Zuschlag, ist er nicht Rechtsnachfolger der Vorbesitzer. Etwaige weitere Ansprüche gegen diese können nicht auf Müller/Scharlach übertragen werden. Deshalb der Umweg über die Zwangsverwertung. Dann ist die Immobilie frei von „Altlasten“ und die Eigentümer sind es auch, bestätigt Scharlach.

Das bestätigt auch der Insolvenzverwalter: „Das beschriebene Vorgehen über die Zwangsversteigerung ist für den jetzigen Betreiber notwendig, da in diesen Fällen regelmäßig noch der vorherige Eigentümer im Grundbuch steht, der die Überschuldung herbeigeführt hat. Als neuer Bewirtschafter, der zudem noch alle Forderungen der Bank aufgekauft hat, will man naturgemäß die Eintragung als Eigentümer im Grundbuch erwirken“, sagt Rechtsanwalt Rainer Grote aus Hamm. Dafür sei die Zwangsversteigerung nötig, da der alte Eigentümer unauffindbar ist und Zustellungen nicht möglich sind. Die erste Saison der neuen Betreiber sei sehr erfolgreich gewesen, es wurden sogar schon neue Hausboote geordert, einige sind schon da, erzählt Scharlach. Bei der Messe „Boot“ in Düsseldorf hätten beide Betreiber neue Kunden gewonnen. Das Restaurant ist verpachtet und wird mit mediterraner Küche geführt. Wenn es etwas wärmer ist, verschwinden der „Steakhouse“-Schriftzug und die alten Logos und Werbebanner – die neuen sind bereits da.

Von André Wirsing

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