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Mit energischem Bogenstrich

Italienisches Trio Amaj in Schloss Reckahn Mit energischem Bogenstrich

Das italienische Trio Amaj spielt Musik vom Barock bis ins 20. Jahrhundert. Die drei Musiker haben am Sonntagnachmittag ein anspruchsvolles Musikprogramm ins Schloss Reckahn mitgebracht.

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Das italienische Trio Amaj im Festsaal des Reckahner Schlosses.

Quelle: Jacqueline Steiner

Reckahn. Sie sagten kein einziges Wort. Nicht "Guten Tag", nicht "Vielen Dank", nicht "Auf Wiedersehen" und schon gar nichts zu den Stücken und Komponisten. Denn die Musiker vom italienischen Trio Amaj sprechen kein Deutsch. Daher musste sich das Publikum beim Kammerkonzert am Sonntagnachmittag in Schloss Reckahn mit den dürftigen Angaben im Programmheft begnügen, wo lediglich die Namen der Komponisten und die Titel aufgeführt waren. Zum Schluss radebrechte Joseph Arena auf Englisch, dass Antero Arena und Maria Assunta Munafò seine Eltern seien.

Das Trio Amaj spielt Musik vom Barock bis ins 20. Jahrhundert. Die drei Musiker haben ein anspruchsvolles Musikprogramm nach Reckahn mitgebracht. Es begann beschwingt. "Fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier" von Dmitri Schostakowitsch spielten Antero Arena und Joseph Arena ‒ beide Violinisten ‒ und die Pianistin Maria Assunta Munafò zum Auftakt. Das Präludium stammt aus der Suite zum Film "Hornisse" aus dem Jahr 1955. Die beiden Violinisten spielen mit sehr energischem Bogenstrich und auch die Pianistin pflegt einen sehr kräftigen Anschlag mit viel Fußpedal.

Es ging weiter mit Moritz Moszkowski , der als Meister der Salonmusik galt. Nach dem Muster barocker Suiten hat er seine Suite in g-Moll op. 71 für zwei Violinen und Klavier komponiert. Dieses Werk ist sehr differenziert aufgebaut, soll doch der Ausdruck, das heißt der Bogenstrich, zwischen grazioso, espressivo, leggiero und marcato (graziös, ausdrucksvoll, leicht und markant) wechseln. Arena senior und junior meistern die technischen Herausforderungen dieses Stückes mühelos, doch sie bleiben ihrem energischen Bogenstrich durchgehend treu, was ihre Interpretation, die vom Klavier unterstützt wird, dramatisch, ja fast brachial wirken lässt. Die romantisch-lyrischen Passagen, die das Stück für ein nachmittägliches Kammerkonzert so reizvoll machen, gehen in ihrer wuchtigen Darbietung unter.

Ganz anders war die Wirkung bei der "Danse macabre" op. 40 von Camille Saint-Saens. Die kraftvolle, dramatische Darbietung klang so, als habe der Komponist seine sinfonische Dichtung aus dem Jahr 1875 eigens für das Trio Amaj geschrieben. Die Komposition geht auf eine Dichtung von Henri Cazalis zurück. Erzählt wird von dem wilden Tanz der Skelette mit dem Tod auf dem Friedhof, der zur Mitternacht beginnt und mit dem ersten Hahnenschrei endet. Nur der Tod spielt verträumt noch etwas weiter. Allein für die Darbietung dieses Werkes hätte sich der Besuch des Konzerts gelohnt.

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