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Mit frommen Liedern durch den Regen

Pilgern auf dem Bernhardspfad Mit frommen Liedern durch den Regen

Die einen sagten ab, andere kamen doch. Zwei Gruppen ließen sich vom Regen nicht abschrecken. Obwohl der Pilgertag in Kloster Lehnin wetterbedingt als abgesagt galt, folgten über 20 unverdrossene Männer und Frauen dem Bernhardspfad. In Trechwitz wurden sie besonders freundlich begrüßt.

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Seminarteilnehmer der Evangelischen Akademie zu Berlin besuchten am Kloster Lehniner Pilgertag die Trechwitzer Kirche.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Trechwitz. „Gott macht auch solches Wetter.“ Pilgern bei Regen ist für Rüdiger Sachau kein Grund für Trübsinn. Der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin scheute am Sonnabend nicht den Ausflug nach Kloster Lehnin, um auf dem Bernhardspfad Abstand vom Alltag zu gewinnen. Zusammen mit Seminarteilnehmern besuchte er nach einer Andacht in der Klosterkirche auf der 21 Kilometer langen Nordroute Gotteshäuser in Nahmitz, Netzen, Trechwitz und Damsdorf.

Irgendwie geht es immer weiter

Irgendwie geht es immer weiter: Pilgerer am Donnerstag auf der Südroute.

Quelle: privat

Ganz so schlimm wurde es mit dem Regenwetter dann doch nicht. Auch die Wanderwege waren besser begehbar, als ursprünglich gedacht. Der märkische Sandboden hatte die Fluten vom Donnerstag bereits aufgesaugt. „Natürlich gab es unterwegs ein paar Pfützen. Aber als Pilger stellen wir uns mit der Kleidung auf das Wetter ein“, so Sachau. Besorgter waren dagegen die Veranstalter vom Geistlichen Zentrum Kloster Lehnin. Der Pilgertag wurde kurzfristig abgesagt. Allerdings hatten auch einige Gruppen im Vorfeld von einer Teilnahme Abstand genommen.

Kirchenältester Kai-Uwe Manzke erzählt die Geschichte des Trechwitzer Taufengels

Kirchenältester Kai-Uwe Manzke erzählt die Geschichte des Trechwitzer Taufengels.

Quelle: Frank Bürstenbinder

In Trechwitz zum Beispiel waren die Kirchenältesten auf einen weit größeren Ansturm eingestellt. Kai-Uwe Manzke fand die Absage bedauerlich. Trotzdem wurde für zwei Gruppen Kuchen gebacken und Kaffee gekocht. Heidi Bleike versorgte die standhaften Pilgerer, die trotz der heiklen Wetterlage den Weg in die Barockkirche fanden. Darunter auch Hans Tödtmann. Der Architekt aus Berlin gehört dem Förderkreis Alte Kirchen an. Er lobte die gute Markierung des Pilgerpfades und dessen abwechslungsreiche Streckenführung. Insgesamt ist der vor einem Jahr eröffnete Bernhardspfad 35 Kilometer lang. Auf vorhandenen Wanderwegen führt er auf zwei Routen entlang der Kirchen rund um Lehnin. Ein großes rotes „B“auf schwarzem Grund neben einer Karo-Linie bilden das Logo des Pilgerpfades. Namenspatron ist Bernhard von Clairvaux, der einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens im 12. Jahrhundert war. Ihm widmete das Lehniner Klostermuseum 2014 eine Sonderausstellung.

Burkhard Wehner (2vl) mit seiner singenden Pilgergruppe und Wanderwegewart Konrad Müller (r)

Burkhard Wehner (2.v.l.) mit seiner singenden Pilgergruppe und Wanderwegewart Konrad Müller (r.).

Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu den regenfesten Pilgerern gehörten Teilnehmer eines mehrtägigen Seminars, das sich den Pilgergesängen des Mittelalters und der Vokalmusik der Reformation widmete. Die Männer und Frauen unter Leitung des Musikwissenschaftlers Burkhard Wehner waren am Mittwoch in Lehnin angereist und hatten Quartier in den Gästezimmern auf dem Klostergelände genommen. Selbst der regenreiche Donnerstag schreckte die Gäste nicht davon ab, sich auf die Südroute zu begeben, um sich bis nach Rädel durchzuschlagen. Für die Teilnehmer war es ein unvergessliches Erlebnis mit Gesang den nassen Naturgewalten zu trotzen. Am Sonnabend führte der Kloster Lehniner Wanderwegewart Konrad Müller die Gruppe auf die Nordroute zu den gastfreundlichen Trechwitzern.

Auf die richtige Kleidung kommt es an

Auf die richtige Kleidung kommt es an.

Quelle: privat

Kirchenältester Kai-Uwe Manzke informierte die Gäste über die Geschichte der Dorfkirche und die Rolle der Familie von Rochow in Trechwitz. Von allen bestaunt wurde der schöne Taufengel, der an einem Seil von der Decke herabhängt. Über dessen unfreiwilligen Sturz am Karfreitag 2001 wird bis heute gern erzählt. Ein Steinmarder hatte das Seil durchbissen, wie damals die MAZ berichtete. Als Sänger verließen die Besucher die Kirche nicht ohne einen musikalischen Gruß. Vor dem Altar wurde der Bernhard-Hymnus angestimmt.

Von Frank Bürstenbinder

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