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Mit heißem Glühwein nach New York

20. Jazzfest in Brandenburg an der Havel Mit heißem Glühwein nach New York

„My little town blues”, der Ohrwurm singt und swingt sich auch am Sonntagmorgen noch durch den Kopf. Frank Sinatra war da, sein Double Roger Pabst hat ihn „mitgebracht“, ihn auf die Bühne geholt mit seinen Swingin’ Strangers beim 20. Brandenburger Jazzfest. Ein Fest zum Tanzen und Glühweintrinken.

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Auch leidenschaftliche Gitarrensoli gehörten zum Jazzfest dazu.

Quelle: I. Schidlowski

Brandenburg an der Havel. „My little town blues”, der Ohrwurm singt und swingt sich auch am Sonntagmorgen noch durch den Kopf. Ja, er war da. Frank Sinatra. Roger Pabst hat ihn „mitgebracht“, ihn auf die Bühne geholt mit seinen Swingin’ Strangers. Schon beim ersten Ton hat sich die Skepsis gegenüber einem Sinatra-Double in die Mauerritzen der umstehenden Gebäude zurückgezogen, die zum 20. Brandenburger Jazzfest wieder als traumhafte Kulisse in bunten Farben und grafischen Mustern leuchteten.

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„My little town blues”, der Ohrwurm singt und swingt sich auch am Sonntagmorgen noch durch den Kopf. Frank Sinatra war da, sein Double Roger Pabst hat ihn „mitgebracht“, ihn auf die Bühne geholt mit seinen Swingin’ Strangers beim 20. Brandenburger Jazzfest. Ein Fest zum Tanzen und Glühweintrinken.

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Die Orte haben sich manifestiert. Die Lions-Bühne im Hof der Stadtverwaltung auf dem Altstädtischen Markt und das Bürgerhaus in der Bäckerstraße. Zwei Bühnen, romantisch mit beleuchteten Papiertüten verbunden, die sich zeitlich ergänzen und musikalisch für reichlich Abwechslung sorgen.

„Die Leute sollten mehr tanzen können“

„New York, New York” summend, bietet der Weg um das Rathaus herum, den richtigen Abstand, den man benötigt, um zum Beispiel in die elektronisch-spacige Welt von „Mop Mop“ im Hof des Bürgerhauses in der Bäckerstraße einzutauchen. Zudem war bei herbstlichen Temperaturen etwas Bewegung wohltuend. Der Traum vom Cocktail in lauer Sommernacht ist dem heißen Glühwein-oder Kaffebecher gewichen, den man dankbar umklammerte.

„Die Leute sollten mehr tanzen können“, wünscht sich Jens Naumilkat, der als Vorstandsmitglied des Vereins Jazzfreunde für die künstlerische Auswahl zuständig ist. Er träumt von einem Outdoor Tanzboden. Der sei zwar teuer, aber seine Devise lautet „think big“, denke groß. So erreiche man auch etwas. „Muss mir das als Rollstuhlfahrer erst einfallen?“, sagt er und lacht.

Grenzen überschreiten

Das holprige Pflaster vor der Lions Bühne eignet sich wahrhaftig nicht zum tanzen, aber als „Franki“, also Roger Pabst, „Brazil“ anstimmt, wird auch der schmalste Weg zum winzigen Tanzparkett.

Naumilkat, der bereits zum zweiten Mal die musikalischen Fäden des Jazzfestes in der Hand hält, will vor allem Grenzen überschreiten und viele Leute mit ins Boot holen. Die Zusammenarbeit mit der Freien Musikschule und der Musikschule Vicco von Bülow, dem Brandenburger Theater und auch der Kirche ist für ihn Programm. „Dieses Fest soll nicht bloß wippend in die Füße gehen, sondern auch im Kopf bleiben“, sagt er.

Bei den 13 Teilnehmern des ersten Workshops ist das auf jeden Fall gelungen. Sie haben sich an drei Tagen zu verschiedenen Combos einteilen lassen und mit ihren Tutoren Noten, Rhythmus, Feeling und Improvisation erarbeitet und auf die Bühne gebracht.

Sinnlich bis kraftvoll rockig

„Einige haben zum ersten Mal improvisiert oder ein Solo gespielt“ sagt Hans Georg Helmstädter, der den Workshop ausprobierte und als Mitglied der Big Band der Freien Musikschule Brandenburg am Freitag selbst auf der Bühne stand.

Ob nun die bezaubernde Twana Rhodes, mit ihrem unbändigen Temperament von sinnlich bis kraftvoll rockig oder eher das Trance-Erlebnis von Paul Brody und Sadawi unter dem paradiesisch anmutenden Apfelbaum im Hof des Bürgerhauses das Beste des 20. Jazzfestes war, lässt sich nicht sagen. Denn da waren ja auch noch der ausdrucksstarke Scat-Gesang des Italieners Joe Pisto, ein wohlklingender HaveArt Festivalchor, die Bigbands der beiden Musikschulen oder die Raggae-Grooves von Wood in Di Fire.

Freakig und voll Improvisation

Die Lesung in der Fouqué Bibliothek mit Harald Arnold, musikalisch begleitet von Matthias Hessel, findet eine jährlich wachsende Anhängerschaft. An dem großartigen Trompeter und Flügelhornisten Ack van Rooyen kommt man auch nicht vorbei, der mit seinen 85 Jahren zwar ab und an, den hinter ihm stehenden Hocker zum Ausruhen nutzt, aber mit leidenschaftlicher Spielfreude begeistert.

Ach und dann war da noch das sich Reinsteigern, Abheben, Überdrehen bis es quietscht und wieder zurück zur Melodie, zur Harmonie. So freakig, voll Improvisation, genau das, weshalb der Jazzfan zum Jazzfest geht – das Hiltawsky-Quartett. Einfach genial.

Von Ina Schidlowski

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