Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Verkehrsbetriebe sind nicht ausreichend barrierefrei
Lokales Brandenburg/Havel Verkehrsbetriebe sind nicht ausreichend barrierefrei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 10.12.2018
Auch in Potsdam war die Mitnahme von Rollifahrern lange ein Problem. Quelle: Christel Köster/MAZ
Brandenburg/H

Andreas Bergner lässt nicht locker, wenn es um Erleichterungen für Menschen mit Handicap in den Bussen und Bahnen der Verkehrsbetriebe Brandenburg geht. Der ehemalige VBBr-Betriebsratschef kann aufgrund eines gesundheitlichen Rückschlags selbst nicht mehr arbeiten.

„Die Verkehrsbetriebe haben sechs ausgewiesene reine Niederflurbahnen und nur noch drei Straßenbahnlinien. Da müsste es doch möglich sein, wenigstens eine der ,richtigen’ Niederflurbahnen auf jeder der drei Linien einzusetzen und deren Abfahrtzeit genau im Fahrplan festzulegen“, sagt Bergner. Somit wüsste dann auch jeder behinderte Rollstuhlfahrer, zu welcher Zeit er mit einer sicheren und vor allem termingerechten Beförderung rechnen kann.

Im täglichen Leistungsbetrieb fahren 16 Bahnen, davon sechs vom angesprochenen Typ MGT6D sowie zehn vom Typ KTNF6. Letztere sind lediglich mit einem Niederflurmittelteil nachgerüstet, werden wegen ihres Aussehens auch liebevoll „Hängebauchschweine“ genannt. Sie haben allerdings nur begrenzte Mitnahmekapazitäten, mit einem Rollstuhl und einem Kinderwagen ist das Abteil bereits voll. In wenigen Fällen ist es schon vorgekommen, dass Rollstuhlfahrer auf die nächste Bahn warten mussten.

VBBr-Chef Jörg Vogler kennt Bergners Anliegen und würde es auch gern erfüllen. Doch daran sei in den kommenden Jahren gar nicht zu denken. „Die moderneren MGT6D sind so genannte Zweirichtungsfahrzeuge mit Fahrerständen und Türen an beiden Seiten. Vor allem haben sie einen Niederfluranteil von mehr als 70 Prozent.“ Derzeit gebe es einen ganz praktischen Grund, der ein Erfüllen von Bergners Wünschen verhindert: „Wir modernisieren gerade auch diese sechs Bahnen, das heißt, in den kommenden zwei Jahren sind immer jeweils zwei von ihnen nicht im Leistungsdienst, sondern in der Werkstatt. In der Zeit ist es schon einmal unmöglich, einen solchen Plan zu konstruieren.“

Selbst, wenn alle sechs Niederflurbahnen verfügbar seien, warnt Vogler vor solch einem starren Fahrplan-Korsett. Die VBBr würden sich in ihren Möglichkeiten beschränken, alle Bahnen effektiv einzusetzen. Die Zahl der Umläufe würde dadurch sinken und damit die Taktzeiten steigen. „Zudem würde ein solches Ausweisen im Fahrplan eine garantierte Mitnahme suggerieren. Das könnte zu Kanalisierungseffekten führen, dass sich alle Menschen mit Handicap auf diese Bahnen konzentrieren und dabei die Plätze für sie auch wieder knapp werden.“

Bergner hatte bei verschiedenen öffentlichen Auftritten, etwa beim MAZ Oberbürgermeister-Wahlforum im Februar oder beim jüngsten Besuch von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in der Stadt auf sein Anliegen aufmerksam gemacht und aus eigener Berufserfahrung gesagt, dass es möglich sei, die reinen Niederflurbahnen zu verlässlichen Takten verkehren zu lassen. Das streitet ja auch niemand ab, nach der Argumentation Voglers ist dies aber nicht bei der derzeitigen Taktdichte aller Bahnen zu realisieren. Sie müssten teilweise Zwangspausen machen und verkehren daher nicht mehr so häufig wie jetzt.

Entspannung wird es erst geben, wenn 2024 und 2025 zehn neue Straßenbahnen für die Verkehrsbetriebe im Wert von 28 Millionen Euro angeschafft werden.

Von André Wirsing

Die Verwaltung der Stadt Brandenburg hat 2018 mehr Geld mit Verkehrssündern verdient als im Vorjahr. Trotzdem ist man mit der Bilanz im Rathaus nicht zufrieden: angepeilt waren eigentlich satte 1,5 Millionen Euro. Dass die Marke verfehlt wurde, hat Gründe – unter anderem Personalausfälle.

10.12.2018

Viel Musik und andere kulturelle Beiträge haben die Jugendlichen des Von-Saldern-Gymnasiums in Brandenburg geboten. Und sich auch mit dem Weihnachtsrummel ihren Spaß gemacht.

10.12.2018

Südländisches Temperament brachten die attraktiven Sängerinnen von Appassionante auf die Bühne des Pauliklosters. Die Besucher waren nicht nur von ihren Weihnachtsliedern begeistert.

10.12.2018