Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Modernisierung: Die Wobra wagt den Neustart

Brandenburg an der Havel Modernisierung: Die Wobra wagt den Neustart

Investitionen von 38 Millionen Euro will die Wohnungsbaugesellschaft Wobra in Brandenburg an der Havel bis 2024 allein in Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen stecken. Dazu verpasst sich die Gesellschaft eine neue Unternehmensstruktur und ein Konzept, das Mitte Juli offiziell vorgestellt werden soll.

Voriger Artikel
Weseramer Ortsdurchfahrt wird endlich saniert
Nächster Artikel
Plaue bereitet sich auf 9. Schlossparkfest vor

Die neue Kita, welche die Wobra an der Bauhofstraße baut, ist seit dem 23. Mai genehmigt, bereits vier von 19 Baulosen sind vergeben, im Juli ist erster Spatenstich.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Investitionen von 38 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 will die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobra bis zum Jahr 2024 allein in Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen in ihre Bestände stecken. Dazu verpasst sich die Gesellschaft eine neue Unternehmensstruktur und ein Konzept, das Mitte Juli offiziell vorgestellt werden soll. Dann ist bis auf jede einzelne Wohnung genau erfasst, wann und in welchem Ausmaß saniert und modernisiert wird.

Gerade fertiggestellt sind der Jahresabschluss für 2016 sowie der Wirtschaftsplan für 2017, den der Hauptausschuss am 19. Juni genehmigen soll. „2016 war ein besonderes Jahr mit dem Rückkauf der Bavaria-Bestände und mit dem Beginn der langfristigen Unternehmensplanung“, sagt Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk.

Dem Aufsichtsrat konnte er in der Vorwoche ein positives Ergebnis offerieren: 925.000 Euro Jahresüberschuss. Das sind zwar 200.000 Euro weniger als 2015, dafür ist das ordentliche Unternehmensergebnis mit 779.000 gegenüber 585.000 Euro höher, die restlichen Einnahmen stammen aus Einmaleffekten wie Immobilienverkäufen.

Hintergrund

Investitionen von rund 3,88 Millionen Euro werden getätigt, unter anderem in die Kombi-Kita an der Bauhofstraße sowie 1,1 Millionen Euro ins Sanieren des Wohnhauses Vereinsstraße 37/37a.

Geplant sind Umsatzerlöse von 22,2 Millionen Euro, wegen der an die TAG weiterverkauften Wohnungen sind das knapp 1,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss soll bei knapp 800.00 Euro liegen.

Flüssige Finanzmittel gibt es in Höhe von 6,1 Millionen Euro, die Bankschulden betrugen zu Jahresbeginn 96,1 Millionen Euro.

Die Leerstandsquote konnte von 10,07 auf 8,44 Prozent gedrückt werden von 327 sanierten leeren Wohnungen auf 274. „53 mehr vermietete Wohnungen über den Fluktuationsausgleich hinaus, können sich sehen lassen.“ Falk fügt aber fairerweise hinzu, dass auch geholfen hat, dass das Unternehmen Flüchtlingsfamilien mit Wohnraum versorgt, wenn diese ihr Bleiberecht haben, „das hat uns auch geholfen“. Es sei zwar kein einfaches Geschäft, aber die Wobra komme diesem in einem Umfang nach, wie es sich für eine kommunale Gesellschaft gehöre.

In den nächsten Jahren werde sich das Unternehmen aufs Erhalten und Verbessern der Bestände konzentrieren. Das ist auch notwendig, wie ein Beispiel zeigt: Von den 274 freien „sanierten“ Wohnungen sind derzeit nur 43 aktiv verfügbar, könnten sofort vermietet werden. Die anderen sind zu reparaturbedürftig. Der Modernisierungsstau von derzeit mehr als 19 Millionen Euro sei nicht mutwillig entstanden.

Doch das Unternehmen stand vor einem Dutzend Jahren vor dem Ruin, die Stadt spannte den Schutzschirm auf, dann wurde vom Bermudadreieck, über Sankt-Annen-Straße und Klosterquartier, Katharinenkirchplatz, Steinstraße, Neustädtische Heidestraße bis zu Bahnhofsvorstadt und -quartier durchsaniert und mit den Einnahmen massiv Schuldenabbau betrieben. Im Vorjahr lag der Schuldenstand erstmals wieder bei weniger als 100 Millionen, bis Ende 2021 sollen es 75 Millionen Euro sein, die Wobra tilgt pro Jahr mehr als vier Millionen Euro.

„Ruhiger wird es in den nächsten Jahren für die Wobra dennoch nicht. Denn notwendig werden nun all jene millionenschweren Investitionen in den noch verbliebenen Wohnungsbestand, die aus der Vorgeschichte des Unternehmens heraus nicht oder nur unzureichend getätigt werden konnten“, bestätigt Aufsichtsrat Alfredo Förster (SPD). Von einst mehr als 8500 Wohnungen seien nun etwas mehr als 3800 Wohnungen verblieben. 35 Prozent von ihnen sind gebunden an ein Belegen mit sozial Schwachen.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg