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Möckel verlässt die Freien Wähler

Brandenburg an der Havel Möckel verlässt die Freien Wähler

Überraschend hat der Sprecher der Freien Wähler in Brandenburg an der Havel Sebastian Möckel alle Ämter hingeworfen und ist auch ausgetreten. Ein Sprecher bei der Wählervereinigung ist adäquat zum Kreisvorsitzenden einer Partei. Möckel sieht die Freien Wähler nur als Anhängsel der CDU und die Fraktionsspitze losgelöst von den Mitgliedern.

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Sebastian Möckel hat auf alle Ämter der Freien Wähler verzichtet.

Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg/H. Sebastian Möckel hat den Sprecherposten bei den Freien Wählern abgegeben und die Wählervereinigung verlassen. Der Sprecherposten ist adäquat zum Kreisvorsitzenden in Parteien. „Ich möchte Euch darüber in Kenntnis setzen, dass ich mich aus dem Projekt Freie Wähler/ BüfüBü/Lustige Gärtner jetzt endgültig zurückziehe und ab sofort nicht mehr als deren Sprecher fungieren werde“, schreibt er an seine Ex-Mitstreiter.

Die bisherige Arbeit der Gruppe ehemaliger SPD-Mitglieder, die nach einem SMS-Chat-Eklat die Partei verlassen haben, habe sie „in den Augen der Wähler zu einem Anhängsel der CDU gemacht hat. Genau zu dem, wofür wir die Linke stets angegriffen haben“. Die meisten der Mitglieder wussten kaum etwas von den Aktivitäten der Fraktionsspitze um Dirk Stieger und Norbert Langerwisch. „Wir anderen waren nur dafür da, unsere Nützlichkeit zu beweisen, wenn mal wieder Kommunalwahlen anstehen. Ich wollte es mir auch nicht mehr antun, dass Menschen mit abweichenden Meinungen als ,Idioten’ und Schlimmeres bezeichnet werden“, sagt er im MAZ-Gespräch.

„Ich möchte nicht länger schweigen müssen, wenn es um diesen Packhofhotel-Irrsinn geht, ich will keine Schonfristen für irgendwelche AFD-Leute einhalten müssen, weil die Fraktion deren Stimmen gerade für irgendetwas braucht. Ich möchte mich nicht weiter damit abspeisen lassen, dass wir diese oder jene Baustelle mit irgendwem gerade nicht brauchen und uns deshalb zu vielem nicht mehr positionieren.“

Dafür habe er nicht mit der SPD gebrochen, „ich war naiverweise der Ansicht, dass wir weiter den Weg des Freundeskreises gehen werden, der uns links aus der SPD heraus führte. Es ist aber für mich und viele Menschen da draußen gar nicht mehr zu erkennen, welcher Weg unserer ist.“ Er sei Überzeugungstäter und wolle nun wieder unbequem werden, was er ein Jahr lang nicht gewesen sei. Vielmehr werde er sich nunb weiter politisch und ehrenamtlich engagieren – in der Antifa, bei der Flüchtlingshilfe, beim Rollsportverein. „Ich werde auch mit Packhof-Bürgerinitiative beraten inwieweit ich mich in deren Arbeit einbringen kann.“

In der Fraktionsspitze wird Möckels Abgang heruntergespielt. Unisono erklären Langerwisch und Stieger, der Austritt habe keine politischen Gründe, sondern sei ausschließlich auf persönliche Gründe und Arbeitsüberlastung von Möckel zurückzuführen. Auf die konkreten politischen Anwürfe, die dieser in einer E-Mail an die Freien Wähler erhoben haben, gehen sie mit keinem Wort ein. „Er hat seinen Schritt nicht angekündigt, er hat wohl persönliche Gründe. Wir sind keine Einheitspartei, welche die Leitlinien der Landespartei nachbeten muss“, sagt Stieger nur.

Für diesen Freitag hat er etwa 20 Freie Wähler und sachkundige Einwohner zum Bootfahren eingeladen, da will er sie über Möckels Austritt informieren. „Ich gehe davon aus, dass wir noch in der Sommerpause eine Mitgliederversammlung einberufen und neu wählen“, sagt Stieger. Weder er noch Langerwisch stünden für den Sprecherposten zur Verfügung, auch nicht die Stadtverordnete Marlis Eichhorn. Eher werde es auf Christian Wehrstedt oder Heiko Horst-Müchler hinauslaufen.

Von André Wirsing

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