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Brandenburg/Havel Mötzow: Ostalgieschau vor dem Abschied
Lokales Brandenburg/Havel Mötzow: Ostalgieschau vor dem Abschied
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13:54 04.02.2016
Auch Autos aus DDR-Produktion gehören zum Ostalgiemuseum. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Mötzow

Wenn am 15. April auf dem Vielfruchthof die Spargelsaison eröffnet wird, gibt es wohl eine Attraktion weniger. Derzeit sieht alles nach einem Auszug der seit 2009 in Mötzow untergebrachten DDR-Sammlung aus. Begründet worden war die Ausstellung mit rund 12 000 Exponaten aus dem Alltag der Ostdeutschen einst von dem 2011 verstorbenen Brandenburger Horst Häger. Seine Sammelleidenschaft vereinte er unter dem Dach des von ihm ins Leben gerufenen N(O)stalgiemuseums. Tausende Besucher nutzten jährlich ihren Aufenthalt auf dem Vielfruchthof, um der Dauerausstellung mitten in dem historischen Ensemble einen Besuch abzustatten.

Schätze auf dem Dachboden

In über 20 Jahren hatte Museumsgründer Horst Häger rund 12 000 Ost-Exponate zusammengetragen. Auf Dachböden, im Sperrmüll und in Trödelläden suchte der leidenschaftliche Sammler nach kleinen und großen Schätzen. 1999 eröffnete Häger sein N(O)stalgiemuseum in der Steinstraße 52. Zehn Jahre später zog er auf den Vielfruchthof nach Mötzow um.

Bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet, übergab Horst Häger 2011 sein Lebenswerk seiner Enkelin Nancy, die das Erbe ihres Großvaters weiterführt. Das Konzept lautet: „Anfassen erlaubt.“ Nancy Häger wohnt allerdings in Leipzig. Weil von dort die Betreuung der Sammlung schwierig ist, wird über einen Umzug der DDR-Ausstellung nachgedacht.

Doch jetzt gibt es andere Pläne. Nancy Häger, die Enkelin des Ostalgiemuseum-Erfinders, sucht nach einem neuen Standort für die Sammlung, die der Großvater ihr noch vor seinem Tod übertrug. Der Grund liegt auf der Hand: Der Lebensmittelpunkt der Brandenburgerin liegt inzwischen in Leipzig. Bereits im vergangenen Jahr war die Ausstellung nicht mehr regelmäßig geöffnet. „Ja“, sagte Nancy Häger der MAZ, „es werden gerade Alternativen geprüft.“ Ob sich künftig die Leipziger an den DDR-Alltagsgegenständen erfreuen, oder sich ein Domizil im weiteren Umland der Sachsen-Metropole anbietet, ist derzeit noch unklar. Die Zukunft der Sammlung werde sich in etwa zwei bis drei Wochen entscheiden, sagte die Bewahrerin des Lebenswerkes von Horst Häger.

In Mötzow richtet man sich jedenfalls schon auf eine Zeit nach dem Ostalgiemuseum ein. Gutspächter Heinrich Thiermann bedauert den sich anbahnenden Auszug: „Wir haben verschiedene Möglichkeiten durchgesprochen, um die Sammlung zu halten. Am Ende leider ohne Ergebnis. Ich kann mir die Räume in Zukunft auch für andere Ausstellungen vorstellen.“ 2009 war es Thiermann zu verdanken, dass Horst Hägers Ostalgiemuseum in der Brandenburger Steinstraße 52 einer drohenden Zwangsräumung entging. Thiermann stellte kostenlos den Keller der Kunstmühle und in Räumlichkeiten direkt auf den Gutshof zur Verfügung.

Jahrelang war das Ostalgiemuseum in Mötzow ein Publikumsmagnet. Quelle: Frank Bürstenbinder

Was dort bislang lagert, sind tausende Erinnerungsstücke aus 40 DDR-Jahren. Museumsgründer Häger blutete das Herz als er sah, was die Menschen nach der Wende auf den Sperrmüll warfen. So wurde der Brandenburger zum Sammler aus Leidenschaft. Er hortete, was seine Keller hergaben. 1999 gab Häger seiner Ausstellung den Namen N(O)stalgiemuseum. Die Besucher schätzten vor allem das Aha-Erlebnis. Den Mixer vom Hersteller AKA-electric hatte man schließlich selbst in der Hand gehabt, Tempo-Linsen sind unvergessen geblieben. Ach ja, Streichhölzer kamen damals aus Riesa. Herzstücke sind mehrere 311er-Wartburgs und ein 500er Trabant, die zahlreiche Oldtimertreffen anführten.

Viele Brandenburger ergänzten Hägers Sammlung mit Erinnerungsstücken, die sie bei ihm und seiner Enkelin in guten Händen wussten. Das Erbe ihres Opas will Nancy Häger unverändert weiterführen. Nur wo das Ostalgiemuseum in Zukunft seinen Platz findet, wird die Zeit erst noch zeigen.

Von Frank Bürstenbinder

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