Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Molkenmarkt: Abriss des Schwarzbaus
Lokales Brandenburg/Havel Molkenmarkt: Abriss des Schwarzbaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:05 30.05.2018
Der derzeit vermietete Imbiss an der Fleischerei muss als Schwarzbau abgerissen werden. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Ein Durchbruch ist gelungen bei den festgefahrenen Verhandlungen um den Abriss des zur ehemaligen Fleischerei Ewald gehörenden Imbisses sowie um das Beräumen der kleinen Straße auf der Rückseite des Geschäftshauses.

Vor gut zehn Monaten hatten Jens und Claudia Ewald das Geschäft aufgegeben und sich zurückgezogen. Die Stadt hatte in der Vergangenheit mehrfach von ihnen verlangt, den als „Schwarzbau“ zur Wendezeit errichteten Imbisskiosk abzubauen und Kühl- und Transportanlagen auf der als Hof genutzten Straße zu demontieren. Nun steht die Kommune selbst unter Zugzwang, will sie doch ab August damit beginnen, den Molkenmarkt zu sanieren, ihm eine einheitliche und gerade Oberfläche zu verpassen und auch die kleine Straße wieder freizugeben. Diese zählt neben den Stellplätzen für Touristenbusse und neben dem Umfeld von Fleischerei und Weinhandlung erst zum zweiten Bauabschnitt, der im kommenden Frühjahr begonnen werden soll.

Historische Wegebeziehung

„Die Planungen für die Umgestaltung des Molkenmarktes sehen an der Stelle des Imbisses und des gegenwärtig umgrenzten Hofraumes eine Wiederherstellung der hier historisch vorhandenen Wegebeziehung vor“, hat Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) auf eine Anfrage von SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser geantwortet.

Gegenüber der MAZ erläutert er das Vorgehen der Verwaltung: „Wir hätten über das Baurecht oder über das Verwaltungsrecht vorgehen und möglicherweise klagen können. Das ist erfahrungsgemäß sehr langwierig. Also haben wir einen zivilrechtlichen Weg vorgeschlagen, darauf ist Familie Ewald auch eingegangen.“ So wurde vor wenigen Tagen bei einem Notar eine von diesem beurkundete Beräumungsvereinbarung geschlossen. Das heißt im Klartext, Ewalds verpflichten sich verbindlich, noch in diesem Jahr den Imbiss abzureißen und die Gerätschaften zu demontieren, Anfang kommenden Jahres soll auch die Durchfahrt wieder frei sein.

Stadt kriegt Räumungstitel

Können sie aus irgendwelchen Gründen die zugesagten Termine nicht einhalten, hat die Stadt einen sofort vollstreckbaren Räumungstitel in der Hand und kann den Abriss selbst veranlassen. Entweder als so genannte Ersatzvornahme, bei der sie die Leistungen zwischenzeitlich bezahlt und sich das Geld von den Privateigentümern wieder holt. Oder sie handelt auf eigene Rechnung, die Kommune kann wahrscheinlich dafür auch Fördermittel aus dem Städtebau-Programm in Anspruch nehmen.

Theoretisch stünden die auch Ewalds zu, wenn sie diese beantragen, sagt Angelika Köhler, die Chefin des Gebäude- und Liegenschaftsmanagements GLM. Doch könnte dies im speziellen Fall schwierig sein, weil dazu Eigentumsverhältnisse absolut geklärt sein müssten. Da scheint hier aber nicht ganz sicher, zu DDR-Zeiten und auch im Umbruch habe sich kaum einer um Grundstücksgrenzen ernsthaft geschert.

Weitere Sanierungen sind möglich

Rechtsanwalt Dirk Stieger hat die Familie im Verhandlungsprozess mit der Kommune beraten. Ewalds wollen gegenüber der MAZ keine Stellungnahme abgeben, lassen aber über Stieger ausrichten: „Wir werden einer geordneten städtebaulichen Entwicklung an dieser Stelle nicht im Wege stehen.“

Tatsächlich soll einiges passieren: Die historische Wegeverbindung ist dann wieder offen, das ist auch Voraussetzung dafür, dass die beiden Ruinen auf der Rückseite des Weinhandlungs-Hauses saniert werden können, es gibt einen Investor, der ernsthaftes Interesse daran hat. Möglich wäre dann auch ein Neubau auf der Spitze zwischen Molkenmarkt und Neustädtischer Fischerstraße – das Vorgängerhaus soll in den 1980er-Jahren abgerissen worden sein.

Beim anstehenden Umgestalten des Molkenmarktes soll auf dem „Hof“ der alten Fleischerei eine begrünte Ruhe-Insel mit Bänken unter einem Glasdach entstehen. Irgendwann – wenn es wirklich zum Bau einer Tiefgarage unter dem Markt kommen sollte – könnte durch die kleine Straße die Zu- und Abfahrt erfolgen.

Von André Wirsing

Sieben Bulgaren sprechen kein deutsch, wohnen alle an der gleichen Adresse und wollen sich mit jeweils eigenen Bauunternehmen in Deutschland selbstständig machen. Sie beantragen Fördergeld. Das LKA wird stutzig.

29.05.2018
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Licht an im Uferpark

Im Dunkeln ist gut munkeln – und man kann dort viel Unsinn treiben: wild grillen, Graffiti anbringen, Lärm machen. Am Uferpark soll es mehr Licht geben, dafür weniger dumme Gedanken bei Jugendlichen.

29.05.2018

Nichts geht mehr! Unfall auf der A2 und Kilometer lange Staus. Eine Bundesstraße 1, die längst an ihre Grenzen kommt und eine Brücke in der Potsdamer Straße, die kaum noch den Namen Brücke verdient. Oberbürgermeister Steffen Scheller und der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher wollen jetzt gemeinsam Druck machen.

29.05.2018