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Mordopfer wollte Kinder zu sich holen

Messerstecher ist der Vater beider Kinder Mordopfer wollte Kinder zu sich holen

In der nächsten Woche wollte sie ihre Kinder nach Deutschland holen: Als wäre der Mord an der 26-jährigen Andrea Olteanu in Brandenburg an der Havel nicht grausam genug, schocken jetzt Details aus ihrem Leben. Demnach ist der Täter gleichzeitig auch der Vater ihrer beiden kleinen Kinder. Um sie will sich nun Andreas Schwester kümmern.

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Andrea Olteanu (r.) mit ihrer Schwester und ihrem Vater.

Quelle: Repro: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. In der nächsten Woche wollte Andrea Olteanu ihre beiden Kinder aus Rumänien zu sich holen nach Brandenburg. Die freundliche junge Frau, die regelmäßig vor dem Edeka in der Seelenbinder-Straße in Brandenburg an der Havel Obdachlosenzeitungen zum Verkauf angeboten hat, kann die Mission nicht mehr erfüllen. Sie ist tot, am vergangenen Freitag überfallen und ermordet von ihrem langjährigen Partner, dem Vater ihrer Kinder.

Schock im Brandenburger Stadtteil Nord: Am Freitagmorgen geriet hier vor einem Supermarkt ein Streit zwischen einem 32-jährigen Mann und seiner Ex-Freundin völlig außer Kontrolle. Der Rumäne zückte plötzlich ein Messer und tötete seine Landsfrau mit mehreren Stichen. Die Polizei konnte den Mann anschließend in Gewahrsam nehmen.

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Die Angehörigen stehen nicht nur ratlos und verzweifelt vor der grausamen Tat und dem schlimmen Verlust. Sie versuchen ebenso verzweifelt, den Leichnam in die rumänische Heimat zu überführen. Das ist teuer, die Familie hat wenig Geld. Das Deutsche Rote Kreuz hilft mit einer Spendensammlung. Denn allein können die Hinterbliebenen einen vierstelligen Betrag nicht aufbringen.

Familie hat wenig Geld

Die Schwester Mariana Olteanu und ihr Partner schlagen sich ebenfalls mit dem Verkauf des Obdachlosenblattes mehr schlecht als recht durchs Leben. Vater Dainicel (51) hat auf dem Bau gearbeitet, der Tod seiner ältesten Tochter hat ihn aus der Bahn geworfen, zu einem um Jahre gealterten, gebrochenen Mann gemacht. Kein Vergleich mehr zu der Zeit, als er seine Töchter für ein Foto in die Arme nahm und auf eine bessere Zukunft vertraute.

Vater und Schwester besuchen den Tatort.

Quelle: J. Steiner

Die rumänische Familie lebt seit einigen Monaten gemeinsam in einer Wohnung im Stadtteil Hohenstücken. Das Leben in Berlin konnten sie sich nicht mehr leisten, erzählen sie. Aus der Hauptstadt brachten sie ihren winzigen Job mit nach Brandenburg. Mehr als ein paar Euro Verdienst springen für sie als Verkäufer nicht heraus.

Schon früher Gewaltexzesse

Zur Familie gehörte anfangs auch der spätere Mörder. Wie die Schwester des Opfers berichtet, hatte er schon früher Gewaltausbrüche, sogar vor den Kindern. Das war ein Grund für Andrea Olteanu, ihn vor die Tür zu setzen. Doch ihr Ex-Partner ließ nicht locker, blieb besitzergreifend, war regelrecht besessen von der Frau, die ihn nicht mehr wollte. Die Trennung akzeptierte er nicht – bis zu der tragischen Konsequenz, dass er der Mutter seiner Kinder vor einer Woche auflauerte und sie mit seinem Messer auf offener Straße tötete.

Zuvor war der 32 Jahre alte Rumäne, der am Bahnhof ein Zelt aufgeschlagen hatte, schon einmal drohend nach Hohenstücken zurückgekehrt, wollte die Frau mit Macht und Gewalt zurückgewinnen. „Wir haben die Polizei gerufen, aber sie konnte uns nicht helfen“, berichtet Mariana.

Die ein Jahr jüngere Schwester des Opfers ist nun in der ganzen Not der starke Arm der Familie geworden. Sie spricht etwas deutsch und ganz passables Schulenglisch. Mariana Olteanu kämpft für ein würdiges Begräbnis ihrer Schwester in der Heimatstadt Bacãu. Dort leben die Kinder Maria-Emilia (10) und Alexandru-Gabriel (4) noch bei der Großmutter.

Kinder sollen nach Brandenburg kommen

Deren im Alter von 26 Jahren so grausam zu Tode gekommene Mutter hatte nur ein Ziel: ihre beiden Kinder holen und ihnen in Deutschland eine Zukunft zu ermöglichen. „In Rumänien haben sie keine Chance“, versichert Schwester Mariana, die künftig die Verantwortung für die Kleinen übernehmen will. „Das Mädchen weint nur um seine Mutter“, erzählt sie.

Spendenkonto

Das Rote Kreuz (DRK) hat ein eigenes Spendenkonto bei der MBS eingerichtet, die IBAN-Nummer lautet: DE62160500003601000570, Stichwort: Rückführung Rumänien

Wenigstens soll das Kind noch einmal einen Blick auf seine Mutter werfen können. Die erste Unterstützung in der Mission Überführung läuft. Das Bestattungshaus Arnold tut alles, um der notleidenden Familie entgegenzukommen. Verena Arnold hat bereits Kontakt zu einem Berufskollegen in Rumänien aufgenommen. Ihr Haus kümmert sich um viele organisatorische Fragen.

Das Deutsche Rote Kreuz mit Wolfgang Reitsch hat ein Spendenkonto eingerichtet, denn weder zahlt das Sozialamt für die Überführung einer rumänischen Staatsbürgerin, noch kommt von anderer Stelle materielle Hilfe. Die praktisch mittellose Familie ist daher auf private Spenden angewiesen.

Von Jürgen Lauterbach

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