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Brandenburg/Havel Museum: Verwaltung schlägt drei Varianten vor
Lokales Brandenburg/Havel Museum: Verwaltung schlägt drei Varianten vor
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17:41 29.11.2016
Selbst ein Denkmal, wäre das alte Stadtbad ein idealer Ort für ein Museum in der City, findet Florian Grotmann. Dieser Ansicht ist man offenkundig auch in der Stadtverwaltung. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Brandenburgs Kulturbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Linke) steht vor einem Dilemma. Er weiß einerseits genau, dass das Heimatmuseum im Freyhaus keine Zukunft hat. Dem Haus fehlt alles, was ein Museum braucht – obwohl die Stadt dort Hundertausende investierte. Nur deshalb ist die Variante, dort auf Dauer zu bleiben, nicht vollends vom Tisch. Die Alternative könnte ein Neubau sein. Die Idee gab es schon, als noch die Werft und das Modellager am Packhof wie geschaffen für ein neues Museum schienen. Nun ist der Wiesenweg als Neubaustandort geprüft worden. Neben der Bestandslösung und dem Neubau bleibt als dritte Alternative, mit dem Heimatmuseum und dessen Depot in angemietete Räume zu ziehen.

3000 Quadratmeter für Museum und Depot

Wie berichtet, hat der Projektentwickler Florian Grotmann angeboten, das alte Stadtbad am Messelplatz samt Anbauten als Museumsstandort auszubauen. Und sowohl Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) als auch Erlebach waren intern begeistert. Nur öffentlich geäußert hat man sich bisher dazu nicht. Mit gutem Grund: Die Stadt hat ja erst vor kurzer Zeit das alte Bauhaus-Bad an Grotmann für eine Viertelmillionen Euro verkauft, weil sie keine eigenen Nutzungsmöglichkeiten sah. Immer wieder war das Stadtbad als Hotel im Gespräch, an die naheliegende Lösung, dort Museum, Kunsthalle und Depot anzusiedeln, kam aus der Verwaltung augenscheinlich niemand.

So stellt sich der Planer die Ergänzung des Wohlfahrtsforums vor. Quelle: Florian Grotmann

Da war Grotmann schlauer: Das Stadtbad selbst sei ein Museum und eigne sich ideal um dem Museum der Stadt Brandenburg eine neue Heimat zu geben. Zumal die Räume groß genug sind. Zwischen 800 und 1200 Quadratmeter würde das Museum der Stadt für eine Dauerausstellung im eigentlichen Stadtbad brauchen, in den Anbauten des Bades könnte das Depot von mehreren Standorten aus zusammengeführt werden. Dafür würde man nach ersten Berechnungen etwa 2000 Quadratmeter benötigen.

Stadtbad gestern noch entbehrlich?

Der Standort scheint mit Blick auf die anstehenden Entwicklungen im gesamten Wohlfahrtskomplex in der Kanalstraße und dem gegenüberliegenden Straßenbahndepot sowie im E-Werk ideal, um das ganze Quartier zu entwickeln. Nur die Frage, warum ist eine Immobilie gestern noch entbehrlich, wenn man sie wenig später für viel Geld anmietet, bleibt unbeantwortet.

Das denkmalgeschützte Stadtbad an der Havel. Quelle: Volkmar Maloszyk

Erlebachs Fachverwaltung hat nun – mit einem Prüfauftrag im Rücken – eine Vorlage erarbeitet, die womöglich noch in diesem Jahr in den Abstimmungsumlauf gehen soll. Dem Vernehmen nach war die Vorlage gestern Inhalt der Beigeordnetenrunde. In der Vorlage hat Erlebach drei Varianten erarbeiten lassen: Das sind zum einen die Bestandslösung im Frey-Haus, die Anmietung von Museumsflächen um Sammlungen und Depot zu bündeln und ein Museumsneubau.

Drei Alternativen

Die drei Varianten werden analysiert. Was nicht verwundert: Den Verbleib im Freyhaus favorisiert in der Vorlage niemand. Zu groß sind die Nachteile. Auch an den Neubau wird angesichts der verschuldeten Stadt, der fehlenden Eigenmittel und des auf Jahre nicht genehmigungsfähigen Haushaltes kaum zu denken sein. Mit etwa 17 Millionen Euro soll der Neubau veranschlagt worden sein. Das wäre im Haushalt gar nicht darstellbar. Bleibt die Anmietung des Stadtbades.

Der Begriff Stadtbad findet sich im Übrigen an keiner Stelle in der Vorlage. Es wird der Eindruck vermittelt, als ginge es um eine generelle Entscheidung mit weiteren Optionen. Gleichwohl ist allen am Projekt Beteiligten klar: Es geht ums Stadtbad am Messelplatz.

Beste Lösung: Anmietung des Stadtbades

Sollte das jetzt vorliegende Papier als Vorlage an die SVV gehen, wird es in der Hand der Stadtverordneten liegen, wie die Zukunft des Brandenburger Museums aussieht. Dass Tiemann und Erlebach für das Stadtbad sind, haben sie intern deutlich erklärt. Und SPD-Chef Ralf Holzschuher hat versprochen, im Falle der Entscheidung pro Stadtbad in Potsdam um Fördermittel zu kämpfen.

Es spricht also einiges für einen überparteilichen Konsens, der nicht billig wird. Angenommen, für die 3000 Quadratmeter würden nur fünf Euro je Quadratmeter Miete angesetzt, wären das pro Jahr 180000 Euro Miete. In 20 Jahren – und so lange würde ein Mietvertrag sicher mindestens laufen – wären das schon 3,6 Millionen Euro.

Von Benno Rougk

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