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Musical-Star singt im Dom Brandenburg

Konzert Musical-Star singt im Dom Brandenburg

Sie ist eine der großen Diven, obwohl sie eher im Musical- als im Opernfach zu Hause ist. Und sie ist eine der wenigen Musicalstars, die allein ein Abendprogramm bewältigen können. Angelika Milster bewies dies im Brandenburger Dom.

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Angelika Milster ist eine der wenigen Musicalstars, die auch solo einen ganzen Abend bestreiten können.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandeburg/H. Sie nimmt den Mittelgang. Sie geht nicht, sie schreitet. Nur die Gäste in den hintersten Sitzreihen haben sie bereits gesichtet, da brandet der Applaus auch schon auf. Angelika Milster verbeugt sich nach links, nach rechts, wünscht einen Guten Abend. Die Grand Dame, der Ruhm voraus eilt, beginnt mit der knappen Begrüßung: „Ich freu’ mich! Ich dachte, es wäre Frühling“.

„People“ aus dem Musical Funny Girl ist ihr erstes Stück, das sie anstimmt. Im schwarzen Mantel mit warmem Pelzkragen und der akuraten blonden Hochsteckfrisur, ist sie von einer faszinierenden Aura umgeben. Menschen, die Menschen lieben, sind die glücklichsten der Welt, übersetzt sie den Text dieses Liedes und leitet so zu ihrem Programmtitel über. „Begegnungen“ ist das große Thema des Abends an diesem 2. April, der mit blauem Himmel und Sonnenschein prahlte. Von der Wärme des Tages ist um 19.30 Uhr im voll besetzten Brandenburger Dom nichts zu spüren, doch die Begegnung mit dieser Frau ist das Frieren wert.

Die Sängerin beim Konzert

Die Sängerin beim Konzert

Quelle: JACQUELINE STEINER

Sowohl die Damen als auch die Herren begrüßt sie noch einmal außerordentlich und lässt auch schon wieder ihre einzigartige Stimme erklingen. „Sag mir wo die Blumen sind“, „Somewhere Over The Rainbow“, „Guten Abend, Gut’ Nacht“ - Angelika Milster ist eine Sängerin, die sich ein komplettes Soloprogramm leisten kann. Nur begleitet von der Orgel, überzeugend und einfühlsam gespielt von Jürgen Grimm, dringt jedes ihrer Worte in aller Klarheit bis in den letzten Domwinkel und an das hungrige Fan-Ohr.

Das „Agnus Dei“, das sich im Dom sehr heimisch fühlt, wird von kräftigen Orgelklängen unterstützt, die eine noch gewaltigere Milsterstimme hervorbringen. Diese Stimmgewalt lässt sogar einen Begeisterungspfiff durch den Kirchenraum jagen, worauf die schlagfertige Bühnenfrau nur erwidert: „Die rockigen Nummern kommen später“.

Das war natürlich übertrieben, denn die Stimmung blieb bei romantisch besinnlich. Ob sie nun die große Edith Piaf mit „Mon Dieu“heraufbeschwört oder sich mit „Nessun dorma“ als Tenor präsentiert, immer bleibt sie unverkennbar die Milster.

Eine große Sängerin

Eine große Sängerin

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die auch mal Ulknudel sein kann, wenn sie beispielsweise über den Sänger Rudolf Schock lacht, weil er beim Singen immer den Mund verzog. Sie selbst kenne von sich Fotos mit entstellten Gesichtszügen und schon stellt sie diese auf der Bühne nach. Überhaupt kann sie über sich selbst lachen und das schafft Nähe, macht sie menschlich.

„Nessun dorma“ ist zwar spätenstens seit Paul Potts und der Telekomwerbung im Jahr 2007 ein Selbstläufer, aber viel mehr natürlich noch „Erinnerung“. Das ist ihr Lied. Und auch wenn sie es seit der Uraufführung der deutschen Musicalversion von „Cats“ im Jahr 1983 in Wien wohl unzählige Male gesungen haben muss, brilliert sie damit. Voller Kraft und Energie, von großen Gesten begleitet, singt sie mit Hingabe das Lied der alternden Katze „Grizabella“, das sie so berühmt machte.

Sängerin schreitet mit Eleganz

Dass diese Frau einmal im Brandenburger Dom stehen würde, hätte sich damals wohl niemand träumen lassen. Noch immer ist es ein Traum, wenn ihre Stimme erklingt. Das kann „Ein schöner Tag“ (Amazing Grace), „Jerusalem“ oder „Aranjuez“ von Joacquin Rodrigo sein, Hauptsache sie singt. Das tut sie noch ein letztes Mal. „Die Rose“, ihre deutschsprachige Version des Bette Midler-Hits „The Rose“. Dann schreitet sie mit gleicher Eleganz wie sie den Dom betreten hat, durch die applaudierende Menge dem Ausgang zu, bedankt sich und entlässt ein frierendes aber zufriedenes Publikum in die Nacht.

Von Ina Schidlowski

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