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Musicstore trotzt den Riester-Bauarbeiten

Brandenburg an der Havel Musicstore trotzt den Riester-Bauarbeiten

Seit dem Frühjahr werden die Brennabor-Höfein Brandenburg an der Havel saniert. Das historische Areal soll für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), auch Riester-Behörde genannt, Mitte 2018 bürotauglich hergerichtet sein. Ein letzter Händler-Mohikaner hält durch – der letzte Musik-Vollsortimenter im Land verkauft weiter Gitarren.

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Verkaufen auf der Baustelle: Rund um den „Musicstore“ stehen Bauzäune.

Brandenburg/H. Seit dem Frühjahr werden die Brennabor-Höfe saniert. Das historische Areal soll für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), auch Riester-Behörde genannt, Mitte 2018 bürotauglich hergerichtet sein. Investor und Bauherr ist die Schomaker-Baugruppe unter Leitung von Wilhelm Schomaker.

Nicht nur wegen der historischen Backsteingebäude handelt es sich bei der Baustelle um keine alltägliche. So stellt in den Höfen noch immer die Kunsthalle aus und im Erdgeschoss im westlichen Teil des Gebäudekomplexes verkauft der letzte verbliebene Einzelhändler Stephan Horn im Musicstore seine Waren. Alle andere Mieter sind schon ausgezogen. Im November 2015 hatten sie ihre Kündigung erhalten.

Stephan Horn mit seinem Azubi Nico Hoppe im Geschäft

Stephan Horn mit seinem Azubi Nico Hoppe im Geschäft.

Quelle: Jensen

Horns Vertrag indes läuft noch bis Ende 2017. „Ich habe aber schon ein neues Ladenlokal in Aussicht und der Plan ist, Anfang nächsten Jahres umzuziehen.“ Er ist der letzte Musikfachhändler mit Vollsortiment im Land Brandenburg. Seine Stammkundschaft ist groß – zum Glück. „Neukunden haben echt ihre Probleme, hierher zu finden“, sagt er. Die Baustelle erschwere die Anfahrt massiv. In der letzten Woche wurde nun auch noch die Zufahrt an der Geschwister-Scholl-Straße komplett gesperrt. Der einzige Weg zu seinem Laden führt nun durch die Zufahrt zur Arbeitsagentur. „Für Menschen mit Behinderung ist das eine Katastrophe,“ sagt Horn. Zwei Autos kommen hier nicht aneinander vorbei. Die Lage ist unübersichtlich.

„Dafür kann ich nichts“, sagt Bauherr Schomaker. „Das liegt im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur.“ Und dennoch: er hat die einzige andere Zufahrt zu den Höfen gesperrt. Stephan Horn zeigt Verständnis: „Es ist halt eine Baustelle.“ Die Bauarbeiter könnten nicht alle Unannehmlichkeiten verhindern. „Ich möchte nur, dass die Kunden unbeschadet zu mir finden und ich geschäftsfähig bleibe.“

Das ist unter den gebebenen Umständen gar nicht so einfach. „Letzte Woche hatte ich eine Kundin, die in feiner Kleidung durch den zweiten Torbogen lief. Dort wurde aber gerade das Mauerwerk mit einem Gemisch aus Wasser und Sand unter Hochdruck gereinigt. Die ganze Suppe lief da runter“, erzählt Horn. „Ich bat daraufhin um Sicherung des Durchgangs. Dann kam fix eine Holzverkleidung.“ Investor Schomaker sieht an dieser Stelle keine Probleme. „Beschwerden habe ich noch keine von Herrn Horn bekommen. Es läuft bisher einvernehmlich. Die Holzverkleidung haben wir zusammen mit dem Gerüst aufgestellt.“

Täglich ab 16 Uhr herrscht wieder Ruhe auf den Brennabor-Höfen, dann ziehen die Bauarbeiter ab. Um diese Ruhe zu nutzen, hat Horn seine Öffnungszeiten um eine Stunde bis 19 Uhr verlängert. „Ich merke schon, dass wir dadurch das eine oder andere Musikinstrument mehr verkaufen konnten.“

Von Annika Jensen

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