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Musik aus Norwegen und Japan

6. Brandenburger Biennale Musik aus Norwegen und Japan

Zeitgenössische Musik aus Norwegen, Japan und Deutschland war am Samstag beim Preisträgerkonzert der 6. Internationalen Brandenburger Biennale zu hören. Die Juroren wählten drei Werke von gut 250 Einsendungen aus. Diesen Kompositionswettbewerb unter Regie des Fördervereins gibt es seit 2003.

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Hitomi Nakamura musizierte auf der Hichiriki.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Die Vorrede des Chefdirigenten Peter Gülke stand zwar nicht im Programm, war aber nicht unwesentlich. Jede neue Musik, so Gülke, ist eine Herausforderung an Musiker und Zuhörer. Der Appell an die Besucher, sich als eine „Verschwörung der offenen Ohren“ zu verstehen und der Kunst weiterhin Vertrauensvorschuss zu geben, ist richtig, aber die Zuhörer des Preisträgerkonzerts der 6. Internationalen Brandenburger Biennale waren wohl nicht die passenden Adressaten. Sie hatten sich ja aufgemacht, um im Brandenburger Theater Neue Musik zu hören.

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Impressionen vom Preisträgerkonzert der 6. Internationalen Brandenburger Biennale im Brandenburger Theater.

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Seit 2003 wird ein Kompositionswettbewerb für Orchesterwerke ausgeschrieben, bei dem federführend der engagierte Förderverein der Brandenburger Symphoniker beteiligt ist. Die Biennale gehört zu den „Leuchttürmen der Kultur“ der Stadt und des Landes Brandenburg. Doch erfährt diese Biennale genügend Aufmerksamkeit durch die Politik?

Drei Werke aus 250 Einsendungen ausgewählt

Die Juroren wählten drei Werke Neuer Musik von gut 250 Einsendungen aus, die Samstagabend erklangen . Dazwischen waren zwei Fantasien des englischen Barockkomponisten Henry Purcell in einer farbigen neuen Instrumentation von Peter Gülke zu vernehmen. Nicht als Erholungspause für die Zuhörer seien diese kleinen Piecen gedacht, sondern damit man sich wieder den Herausforderungen der Neuen Musik öffnen könne, bemerkte Gülke. Diese Idee war hilfreich für das Hören ungewohnter Klänge.

Der 45-jährige schwedische Komponist Jesper Nordin (Kompositionspreis) bezieht sich in seinem Stück „Ärr“ (Narbe) auf einen Song einer Heavy-Metal-Band, die den Hardrocksound bevorzugt. Die schlagzeugzentrierte Musikrichtung voll rhythmischer Härte kommt auch in Nordins Komposition zum Tragen. Er nutzt den gesamten Apparat des Orchesters und schafft teilweise eine archaische Klangwelt von imponierender Strahlkraft. Schroffe Eruptionen wechseln mit filigranen Nuancen, für die vor allem die Holzbläser und die Solo-Violine verantwortlich sind.

Mit Hichiriki im japanischen Gewand

Im traditionellen japanischen Gewand muszierte Nitomi Nakamura auf der Hichiriki, ein Flötlein, das mit einem Oboenmundstück ausgestattet ist. Das seit Urzeiten benutze Instrument wurde in der höfischen Gagaku-Musik Japans eingesetzt und besitzt kraftvolle Töne mit einer erstaunlichen Vielfalt von Farben. Die Japanerin Sakiko Kosaka (da-capo-Preis) hat in ihrem Hichiriki-Konzert traditionelle Musik ihrer Heimat mit der der westlichen Musikkultur verbunden. Die teilweise meditativ klingende Flöte steht im Vordergrund, doch gemeinsam mit dem Orchester ist eine farbenreichen Palette von Klangerzeugung zu hören.

Abschließend erklang der Satz „Jenseits“ aus der Sinfonie „Verloren in Wien“ von Markus Lehmann-Horn (Publikumspreis). Ein persönliches Werk, das nach dem Tod seines Vaters entstand. Der 39-Jährige stellt Fragen an den Tod sowie an unser Verhältnis zum Sterben. Mit kontrollierter Leidenschaft und präzise dirigierte Gülke die komplizierten Partiturgeflechte die mit Hochleistungen aufwartenden Symphonikern. Der Beifall war sehr herzlich.

Bildergalerie unter www.maz-online.de/6.Biennale

Von Klaus Büstrin

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