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Musikalischer Kehraus am Heineufer

Brandenburger Symphoniker Musikalischer Kehraus am Heineufer

Leicht und heiter endete das 53. Havelfest am Sonntagabend mit dem traditionellen Abschlusskonzert der Brandenburger Symphoniker. Rund 600 Zuschauer saßen dicht gedrängt vor der Bühne am Heinrich-Heine-Ufer. Unter der Leitung von Hannes Ferrand erklang zum Auftakt die Ouvertüre der Operette „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé. Und es ging flott weiter.

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Leicht und heiter endete das 53. Havelfest am Sonntagabend mit dem traditionellen Abschlusskonzert der Brandenburger Symphoniker. Rund 600 Zuschauer saßen dicht gedrängt vor der Bühne am Heinrich-Heine-Ufer.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Leicht und heiter endete das 53. Havelfest am Sonntagabend mit dem traditionellen Abschlusskonzert der Brandenburger Symphoniker. Unter der Leitung von Hannes Ferrand erklang zum Auftakt die Ouvertüre der Operette „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé. Weiter ging es mit einem schmissigen Can-Can, dem unter anderem Jacques Offenbach zu großer Berühmtheit verholfen hat. Es erklang das Liebesthema aus der Filmmusik zu „Der Pate“ von Nino Rota. Und ein Medley entführte die Zuhörer in das Musical „Westside-Story“.

Menschen und Massen – waren es 600 oder waren es mehr? – saßen dicht gedrängt vor der Stadtwerkebühne am Heinrich-Heine-Ufer, das laut StwB-Geschäftsführer Uwe Müller seit dem Auftritt von „Heino“ am Freitagabend fortan „Heino-Ufer“ heiße. Eine Mischung aus Bratwurst- und Stallgeruch, der aus dem ausgestreuten Stroh aufstieg, lag über dem Gelände. Überall wurde gehämmert und geklopft und ein Büdchen nach dem anderen wurde abgebaut.

 Carry Sass beim Konzert  mit den Brandenburger Symphonikern  am Heineufer

Carry Sass beim Konzert mit den Brandenburger Symphonikern am Heineufer.

Quelle: Rüdiger Böhme

Sie hat viel Charme und eine fantastische Stimme: die Sängerin Carry Sass ist wie schon im Vorjahr gemeinsam mit den Symphonikern aufgetreten und bot einen Querschnitt aus ihrem Repertoire. Sie sang Lieder aus alten Ufa-Filmen, wie „Davon geht die Welt nicht unter“ und „Lilly Marleen“, das sie nicht nur auf deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch und Russisch sang. Sehr beeindruckend war ihr Ausflug in die Welt des französischen Chanson mit Liedern von Edith Piaf. Mit „Paname“, „Non, je ne regrette rien“ und „Mylord“ erinnerte Carry Sass gekonnt an die kleine Frau mit der großen Stimme. Aus der Welt des Musicals gab Sass „Ich bin wie ich bin“ aus „La Cage Aux Folles“ zum besten.

Von ihren Moderationen blieb die Geschichte von den Rettungsaktionen von Robert Stolz (1880-1975) in Erinnerung. Der Komponist pendelte in der Nazizeit regelmäßig zwischen Deutschland und Österreich hin und her. 21 Mal soll er jüdische Menschen im Kofferraum seines Autos kaltblütig über die Grenze geschmuggelt haben, indem er sich allein auf seinen Prominentenstatus verließ. Gelacht hat das Publikum über ein Gedicht von Hugo Widmer, in dem dieser äußerst verzwickte verwandtschaftliche Beziehungen dargestellt hat.

„Und der Haifisch...“ sang Carry Sass, „...der hat Zähne“, vollendete das Publikum „und die trägt er“ (Sass), „...im Gesicht“ (Publikum). Mit dem gemeinsam gesungenen Mecky-Messer-Lied verabschiedete sich die Sängerin endgültig von ihrem Publikum.

Und da war doch noch etwas? Mit frenetischem Beifall und rhythmischem Klatschen forderte das Publikum einen Programmpunkt ein, der beim Abschiedskonzert beim Havelfest einfach nicht fehlen durfte. Zu Michael Helmraths Zeiten spielten die Musiker den Dirigenten wieder herbei, indem sie ihn einfach intonierten, den beliebten Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater. Doch da kam Hannes Ferrand schon angeflitzt, hob den Taktstock und es konnte losgehen und stilvoll enden, so, wie es sich gehört. Jawoll.

Von Ann Brünink

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