Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Mutige Autofahrerin vertreibt brutale Treter
Lokales Brandenburg/Havel Mutige Autofahrerin vertreibt brutale Treter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:42 17.04.2018
Vom Hauptbahnhof aus gesehen: der Tatort vor dem Gesundheitszentrum (linkes Gebäude). Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg an der Havel

Wird jemand auf offener Straße zusammengeschlagen, kann er nicht unbedingt darauf vertrauen, dass Passanten zur Hilfe eilen. Anders im Fall des 15 Jahre alten Florian aus Brandenburg an der Havel, den mehrere junge Leute, die mutmaßlich aus Tschetschenien stammen, am Freitagabend gegenüber dem Hauptbahnhof angegriffen und mit Tritten schwer am Kopf verletzt haben.

Eine Autofahrerin fährt in jenem Moment gegen 21 Uhr zufällig am Tatort vorbei. Sie bleibt stehen und wundert sich zunächst, warum da jemand mit Wucht gegen ein Gepäckstück tritt. Als sie näher hinsieht erkennt die Zeugin, dass es sich nicht um einen Koffer handelt, der getreten wird, sondern um einen am Boden liegender Menschen.

Als die Frau aussteigt, lassen die Gewalttäter von ihrem Opfer ab, dem Schüler, der aus Gollwitz stammt. Die Zeugin hat keine Angst, sondern versucht, im Auto die Verfolgung aufzunehmen. Jedoch flüchten die Angreifer vom Tatort vor dem Gesundheitszentrum in Richtung Kleine Gartenstraße und entkommen zu Fuß.

Ricardo bleibt bei seinem Freund

Florians Kumpel Ricardo (14), der ebenfalls einen Schlag abbekommen hat, ruft den Angreifern noch hinterher: „Ihr Schweine.“ Er überlegt, ob er zu der Frau ins Auto steigt, um die Gewalttäter mit zu verfolgen. Doch er entscheidet sich, bei seinem schwer verletzten bewusstlosen Freund zu bleiben.

Wenig später treffen erst Florians Eltern am Tatort ein, die der Junge kurz zuvor in seiner Not versucht hatte zu alarmieren. Kurz darauf sind auch ein Rettungswagen und der Notarzt zur Stelle.

So wie soeben geschildert, rekonstruiert Florians Mutter im Gespräch mit der MAZ das schlimme Geschehen, den brutalen Angriff auf ihren Sohn.

Die Attacke von Freitagabend ist die bisher letzte einer ganzen Reihe von gewalttätigen Übergriffen in jüngster Vergangenheit, die inzwischen nicht nur die Polizei beschäftigen, sondern auch die Brandenburger und ihre Kommunalpolitiker aufwühlen.

Unterstützung gegen Gewalttäter

So hat sich Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) am Sonntag in einer Mail an Polizeiinspektionsleiter Mathias Tänzer gewandt, um seine Sorge um die Sicherheit der Brandenburger und seine Angst vor „Cottbuser Verhältnissen“ auszudrücken und seine Unterstützung im Kampf gegen die gewalttätige Bande anzubieten.

Mathias Tänzer berichtete Scheller daraufhin im Laufe des Montags von den Ermittlungsbemühungen der Polizei und seiner Zuversicht, „dass es uns gelingen wird, den Fall aufzuklären“.

Fotos von den Tatverdächtigen

Diese Zuversicht speist sich nach MAZ-Informationen daraus, dass ein wichtiger Zeuge Fotos von Verdächtigen gemacht und der Polizei zur Verfügung gestellt hat. Ob nach dem Aufruf der Polizei, dass weitere Zeugen sich melden mögen, weiteres Bildmaterial und nähere Informationen über die Angreifer vorliegen, teilt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit.

Bürgermeister Steffen Scheller hat am Montagabend im Hauptausschuss den Hinweis der Polizei, dass die Täter mutmaßlich Russen seien, dahingehend präzisiert, dass es sich bei den Verdächtigungen um identifizierbare Tschetschenen im Alter von jeweils etwa 20 Jahren handele.

Scheller sprach von einer großen Gruppe. Einige dieser Leute kämen von außerhalb. Die Gruppe sei nicht nur in Brandenburg an der Havel aktiv, sondern auch „anderswo im Land Brandenburg“.

Von Jürgen Lauterbach

Am vergangenen Wochenende haben sich Naturfreunde aus Brandenburg/Havel und ihre Potsdamer Mitstreiter zum alljährlichen Frühjahrseinsatz im Naturschutzgebiet Buhnenwerder getroffen. Christina Bauch berichtet für die Ortsgruppe der Naturfreunde Brandenburg darüber.

17.04.2018

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus im Einkaufszentrum Wust vor den Toren von Brandenburg/Havel. Jede Mieter ziehen gerade um und machen damit Platz für den großen Umbau der Ladenpassage. Nach einjähriger Bauzeit soll der Modepark Röther im Sommer 2019 öffnen.

25.04.2018

Theodor Fontane ist dreimal nach Großbritannien gereist. Besonders beeindruckt ist er von London. Er schwärmt von der Architektur und von den vielen Lichtern in der großen Stadt. Schauspieler Hank Teufer nimmt die Zuhörer im Plauer Schloss mit auf die Reisen des Dichters.

16.04.2018