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Brandenburg/Havel Mutter von Ida (6) widerspricht Bad-Leitung
Lokales Brandenburg/Havel Mutter von Ida (6) widerspricht Bad-Leitung
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18:47 15.08.2016
Brandenburg/H

 Nun meldet sich Idas Mutter zu Wort: Ihr Kind war am 5. Juni im Brandenburger Marienbad von einem Badegast geschlagen worden. Doch was geschah dann? Die Erklärung des Marienbades zu dem Vorfall befremdet die Mutter. Die Darstellung sei „wenig gehaltvoll“ und in Teilen „wahrheitswidrig“. Was die Wahrheit ist, wird nun die Polizei herausfinden müssen.

Der Fall zum Nachlesen:

Mann verprügelt Mädchen im Schwimmbad

Werkleiter nimmt Bademeister in Schutz

Die Erklärung des Marienbades zu dem Vorfall am 5. Juni, als ein Badegast auf ein sechsjähriges Mädchen im 50-Meter-Becken einschlug, befremdet die Mutter des Kindes sehr. Die Darstellung von Betriebsleiter Fred Ostermann gehe sehr weit an der Wahrheit vorbei, versichert Ina von Sohl. Sie widerspricht Ostermann, dass sich Mitarbeiter um ihre geprügelte Tochter gekümmert hätten.

Ida hat noch an dem Vorfall zu knabbern

Auf der Facebook-Seite der MAZ äußern Leser viel Verständnis für Ina von Sohl.

Idas Mutter, die sich bei den Kommentatoren bedankt, schreibt: „Ja, es klingt wirklich ein bisschen nach Hollywood... Leider war es wirklich so – es gibt eine Zeugin, die noch versuchte, dem Mann verbal Einhalt zu gebieten. Er hatte meine Tochter zudem angeschrien. Auch dafür gibt es eine Zeugin. Es war leider kein „Aus Versehen“ durch einen Armhieb beim Rückenschwimmen. Vielen Dank für den Kommentar & viele Grüße aus Halle.

Ronny Meßmann fürchtet, dass die Sache nicht mit der nötigen Härte (Freiheitsstrafe) abgeurteilt werde. Ina von Sohl erklärt, dass Gewalt gegen Kinder leider immer noch bei einigen Menschen hoch akzeptiert sei. Sie selbst höre oft Kommentare wie „Das hat noch keinem Kind geschadet“.

Mehrere Leser erkundigen sich nach dem Zustand des Mädchens. Die Mutter schreibt dazu: Ida geht es wieder gut. Sie hatte ganz schön dran zu „knabbern“. Sie hat noch ein paar Tage danach gesagt, dass der Mann doch nur hätte sagen brauchen, dass sie nur aufpassen soll, dass sie mit niemanden zusammenstößt, dann hätte sie es auch gemacht.

Badegast schlägt kleine Leistungsschwimmerin

Zur Erinnerung: An jenem Sonntag schwimmt die kleine Ida von Sohl draußen im 50-Meter-Becken, was sie als Leistungsschwimmerin im Vorschulalter regelmäßig tut. Im Becken kollidiert sie mit einem Rückenschwimmer, als sie an den Beckenrand zu ihrer Mutter schwimmen will.

Daraufhin habe der 54 Jahre alte Badegast auf Ida eingeschlagen, so dass sie Verletzungen davontrug. Als die Mutter dem Erwachsenen hinterher schwamm, soll er auch sie gestoßen und getreten haben. Ina von Sohl hat inzwischen wegen beider Körperverletzungen Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt.

Was die Eltern aber genauso aufbringt wie zahlreiche MAZ-Leser und MAZ-Facebooknutzer ist das mutmaßliche Verhalten des Aufsichtspersonals. Ina von Sohl hat dem Marienbadleiter ausführlich geschrieben, was sich zugetragen hat. Demnach kümmerte sich keiner der Bademeister um ihr Kind.

Einer der beiden habe sogar behauptet, die Sechsjährige sei selbst Schuld. Erst nach ausdrücklicher Aufforderung habe das Personal den fraglichen Badegast zurückgeholt und die Polizei gerufen.

Stellungnahme des Betriebsleiters: in Teilen „wahrheitswidrig“

Fred Ostermann bestätigt diesen Sachverhalt sogar, wenn er schreibt, dass sich der leitende Schwimmmeister erst „einen Überblick zu Situation verschaffen“ wollte. Ina von Sohl charakterisiert die Stellungnahme des Betriebsleiter als wenig gehaltvoll und in Teilen als wahrheitswidrig. Sie widerspricht ausdrücklich Ostermanns Behauptung, der diensthabende Schwimmmeister habe nach Kenntnis des Sachverhalts sofort reagiert und „sich vergewissert, dass es dem Kind gut geht“.

Ida wird nicht beachtet

 Genau das hätten die beiden Bademeister nicht getan, vielmehr habe Ida in der Obhut ihrer älteren Schwester Charlotte und ansonsten unbeachtet auf einer Treppe gesessen. In keiner Weise habe für die beiden Mitarbeiter das Kindeswohl, wie behauptet, an erster Stelle gestanden. Sie hätten auch nicht gefragt, ob ein Arzt gerufen werden soll. Vielmehr habe dies die Polizei empfohlen.

Betriebsleiter nimmt Bademeister in Schutz

Fred Ostermann räumt gegenüber der MAZ ein, dass er noch damit befasst sei, den Sachverhalt intern zu prüfen und komplett aufzuklären. Seine Darstellung beruhe auf der bisherigen Befragung von Mitarbeitern. Nach seiner Kenntnis habe der leitende Schwimmmeister alles richtig gemacht.

Ein Fehlverhalten sei schwer vorstellbar, da er die Mitarbeiter als sehr zuverlässig und erfahren kenne, sagt Ostermann. Gleichwohl möchte der Betriebsleiter der Schilderung der Mutter aber auch nicht widersprechen. Zeitnah werde die Frau eine Antwort von ihm erhalten. Am liebsten würde er sie zum Gespräch einladen.

Marienbad-Personal sonst „hilfsbereit und freundlich“

Ina von Sohl ist keineswegs auf Krawall aus, ihre Schilderungen sind durchweg sachlich. Im Gespräch mit der MAZ betont sie immer wieder, wie wohl sich die Familie im Marienbad gewöhnlich fühle und wie sie alle anderen Mitarbeiter dort immer als sehr hilfsbereit und freundlich erlebe. Keineswegs möchte sie die ganze Belegschaft in Misskredit bringen.

Von Jürgen Lauterbach

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