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"Na, sehnse det nich?"

Respektvoller Umgang mit Menschen mit Behinderung "Na, sehnse det nich?"

Die Knigge-Tipps sollen Nichtbehinderte für Behinderte sensibilisieren. Das Problem: Noch immer ist der Umgang zwischen Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderung schwierig. Aus diesem Grund hat der deutsche Knigge-Rat zusammen mit Experten zehn Tipps für Umgangsformen gegenüber Menschen mit Behinderungen erstellt.

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Adolf Freiherr von Knigge: Verfasser des Standardwerkes über gutes Benehmen. Eine Erweiterung gibt es für NIchtbehinderte mit zehn Tipps für den respektvollen Umgang mit Menschen mit Behinderung.

Quelle: dpa

Brandenburg/Havel. Noch immer ist der Umgang zwischen Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderung schwierig. Das spüren Wolfgang und Gisela Ebeling aus Brandenburg täglich. Sie ist seit 20 Jahren blind. Er hat lediglich noch zehn Prozent Sehkraft im rechten Auge. "Viele reagieren auf unsere Fragen oft schroff und fragen: "Na, sehnse det nich?", berichtet Gisela Ebeling. "Dann müssen wir uns jedes Mal rechtfertigen und nein sagen", ergänzt ihr Mann.

Das Schlimmste sei für die Vorsitzende des örtlichen Blinden-und Sehbehinderten-Verbandes Brandenburg die Abwertung durch die Gesellschaft wegen ihrer Einschränkung. "Dabei haben wir einen Beruf gelernt", sagt die ehemalige Kindergärtnerin. Auch die Beschimpfungen machen sie wütend. "Wir wollen nicht als besondere Menschen angesehen werden", sagt die 74-Jährige. "Wir wollen nur höflich behandelt werden."

Meistens ist auch Unwissenheit Schuld an der Rücksichtlosigkeit. Aus diesem Grund hat der deutsche Knigge-Rat zusammen mit Experten zehn Tipps für Umgangsformen gegenüber Menschen mit Behinderungen erstellt.

"Oftmals sind die Nichtbehinderten selbst blind, taub und unbeholfen, wenn sie auf Behinderte treffen", sagt Expertin Katja Lüke. "Plumpe Neugier, bestürztes Mitleid und bevormundende Hilfsbereitschaft sind oftmals Folgen." Dadurch wirke Gutgemeintes oft verletzend und diskriminierend. Daher sollte das Anstarren von Behinderten vermieden werden. "Denn auch Blinde spüren das", so Lüke.

Hingegen sei ein "Auf Wiedersehen" zum Blinden oder die Frage an einen Rollstuhlfahrer, ob er Lust auf einen Spaziergang hätte, okay. Wichtig sei auch das Bewusstsein, dass die Behinderung nur ein Merkmal von vielen ist. Reduzierungen, wie "Toll, dass Sie trotz Behinderung mobil sind", sind nicht gewünscht.

Von Anne Voß

Information

Alle zehn Tipps für den respektvollen Umgang mit Behinderung finden Sie unter www.knigge-rat.de

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