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Brandenburg/Havel Nabu saniert Vogelbeobachtungsturm
Lokales Brandenburg/Havel Nabu saniert Vogelbeobachtungsturm
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17:18 21.10.2016
Gertfred Sohns vor dem Vogelbeobachtungsturm am Strengsee. Der 72-Jährige Vogelexperte kümmert sich ehrenamtlich als Nabu-Vorstandsmitglied darum, dass am Turm alles in Ordnung ist. Quelle: Marion von Imhoff
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Netzen

Der Gesang der Wildgänse schallt weit über den Strengsee. Die Vögel sammeln sich dort, um Wasser zu trinken. Es ist ein trüber Tag. Doch auch bei solchen Witterungsbedingungen hat der Besucher des Vogelbeobachtungsturms, der östlich von Netzen zu finden ist, einen weiten Blick über 100 Hektar Landschaft und das Naturschutzgebiet Rietzer See. Es ist ein Vogelparadies und das ist – nun im Herbst – auch zu hören. Die nordischen Gäste sind angekommen. Blässgänse, Saatgänse, manche Kanada- oder Weißwangengans. Der Strengsee ist ihr Schlafplatz. „Dort fühlen sie sich wohl und vor Räubern sicher“, sagt Gertfred Sohns, Vorstandsmitglied des Nabu-Regionalverbandes Brandenburg und langjähriger Leiter der mittlerweile geschlossenen Staatlichen Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg in Schenkenberg. Sohns ist eine Institution für Vogelkundler im Land Brandenburg. 18 Jahre war er in der damaligen Verwaltung Brandenburg für den Naturschutz verantwortlich und 19 Jahre im Landesumweltamt beschäftigt.

Gertfred Sohns ist eine Institution unter Vogelschützern

Der gebürtige Danziger, der nach der Flucht 1945 in Damsdorf aufgewachsen ist und dort noch heute wohnt, kümmert sich ehrenamtlich um den Vogelbeobachtungsturm. Seitdem dieser 1992 auf Kirchenland gebaut wurde, haben tausende Menschen den Turm besucht. Vor wenigen Wochen hat das Landesumweltamt dem Nabu-Regionalverband das Eigentum an dem Holzbauwerk übertragen. 24 Jahre alt ist dieses mittlerweile. Als erstes hat der Nabu-Vorstand daher den Turm modernisieren lassen. Nach Angaben des Vorsitzenden Bodo Rudolph spielten dabei auch Wünsche der Besucher eine Rolle. So wurde das untere Geschoss mit Holzelementen verschlossen. „Es hat hier vorher gezogen wie Hechtsuppe“, sagt Gertfred Sohns. Er freut sich, dass der Turm nun besucherfreundlicher ist. Der Treppenaufgang wurde von der Turmmitte an den Rand verlegt, um mehr Platz auf dem Aussichtsplatteau zu gewinnen. Zwei Fenster sorgen für Licht. Finanziert wurde das mit Vereinsmitteln, ausgeführt von der Trechwitzer Tischlerei Bernd Schärff. Im kommenden Jahr folgt ein neuer Anstrich des Turms.

Wildgänse an einem nebligen Herbstmorgen. Quelle: dpa

Waren es anfangs vor allem Berliner und Brandenburger Naturfreunde, die sich auf Vogelhorchposten begaben, besuchen den Turm mittlerweile auch viele Familien aus den umliegenden Dörfern und Brandenburg an der Havel. Mit Fernglas, dazu warm angezogen, und mit Zuckerkuchen und warmem Tee oder Kakao in der Thermoskanne ausgerüstet, ist es ein schöner Ausflug. Er bietet dem Beobachter ein einzigartiges Naturschauspiel. Besucht werden kann der Turm ohne Anmeldung. Nur an die Regeln hat sich der Gast zu halten. Fixiert hat der Nabu diese auf einer Tafel. Sie sind selbstredend: keinen Müll etwa zu hinterlassen und den Turm auf eigene Gefahr zu betreten.

Im Naturschutzgebiet Rietzer See sind rund 170 der mehr als 400 Vogelarten in Deutschland zu beobachten. Selbst Silbermöwen haben sich eingerichtet am Strengsee. Bis zu 20 000 Vögel rasten dort an manchen Tagen.

Der Blick vom Turm auf die Landschaft des Naturschutzgebietes Rietzer See. Quelle: Marion von Imhoff

Die Wegbeschreibung zum Turm

Zu finden ist der Vogelbeobachtungsturm wie folgt: Die Netzener Dorfstraße bis zum Ende fahren, dort steht ein Hinweisschild, dem Mühlendamm weiter folgen bis zum Parkplatz, an dem auch eine kleine Schutzhütte und eine Infotafel stehen. Von dort geht es zu Fuß weiter über den Brücke am Emsterkanal bis zum 300 Meter entfernten Turm.

Das Naturschutzgebiet Rietzer See ist 1127 Hektar groß. Es gehört zu den europäischen Vogelschutzgebieten. Es ist Durchzugsgebiet vieler Gänsearten, Wat- und Greifvögel. Bei milden Wintern bleiben sie dort, bei strengem Frost und Schnee ziehen sie nach Angaben von Nabu-Vorstandsmitglied Gertfred Sohns weiter nach Holland und Frankreich.

Von Marion von Imhoff

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