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Brandenburg/Havel Nach 25 Jahren: Mann hat wieder echten Job
Lokales Brandenburg/Havel Nach 25 Jahren: Mann hat wieder echten Job
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07:20 05.04.2016
Auch Langzeitarbeitslose sollen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Es gibt sie tatsächlich, Brandenburger die nach rund 25 Jahren Arbeitslosigkeit wieder in Lohn und Brot stehen. Ein 55 Jahre alter Schlosser, der seit 1991 ohne Anstellung war, arbeite inzwischen wieder, berichtet Michael Glaser, der das Jobcenter in der Stadt Brandenburg leitet. Nicht als Ein-Euro-Jobber oder auf Minijob-Basis, sondern auf dem ersten Arbeitsmarkt in einem sozialversicherungspflichtigen Job. Nicht befristet, sondern ohne Befristung.

Fast 25 Jahre lang hatte der Mann eine Beschäftigungsmaßnahme nach der anderen durchlaufen, war ABMler, Ein-Euro-Jobber und Bufdi. Für die Brandenburger Beschäftigungsgesellschaft BAS riss er beispielsweise Schuppen auf einem früheren Armeegelände ab. Und immer schrieb er Bewerbungen – lange Zeit jedoch ohne Erfolg.

Lange Zeit ohne Erfolg auf der Suche

Für den Jobcenter-Geschäftsführe ist der einstige Langzeitarbeitlose das beste Beispiel dafür, dass es sich für seine Behörde lohnt, Langzeitarbeitslosigkeit in den Fokus zu nehmen. „Wir arbeiten an zwei Ende“, sagt Glaser. Präventiv nennt er das Bemühen des Jobcenters, Menschen schnell wider in Arbeit zu bringen, ehe sie zu Langzeitarbeitslosen werden.

Andererseits denke die Behörde langfristig, wenn sie auch bei den Bürgern dran bleibt, die schon lange Zeit ohne Job sind. Glaser „Das zahlt sich langsam aus.“

Positive Entwicklung kein Einzelfall

Glaser weist auf die derzeit positive Entwicklung auch bei Bürgern hin, die schon ein Jahr lang und länger nicht mehr im Arbeitleben stehen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, für die das Jobcenter verantwortlich ist, sei binnen eines Jahres um etwa 200 gesunken: von 2148 Langzeitarbeitslosen des Jobcenters im März 2015 auf 1943 im März 2016. Der Jobcenter-Chef verbucht diese Senkung als Erfolg, auch wenn der prozentuale Anteil dieser Gruppe angesichts der insgesamt sinken Arbeitslosigkeit in der Stadt nahezu unverändert ist.

Um Bürger nach langer Zeit zurück auf den ersten Arbeitsmarkt zu führen, sind Glaser zufolge langfristige Bemühungen notwendig, sinnvolle, aber aufwendige Qualifizierungen. Dieser Weg ist nach seiner Erfahrung vielversprechender als Ein-Euro-Jobs und vergleichbare Aktionen, die nur von kurzer Dauer sind. Glaser zufolge schaffen weniger als zwei Prozent der Ein-Euro-Jobber damit den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt, also in Job, von denen sie in der Regel leben können.

Von Jürgen Lauterbach

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