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Nach Brand: Reitverein braucht neue Scheune

Brandenburg an der Havel Nach Brand: Reitverein braucht neue Scheune

Bei einem Feuer vor zwei Wochen war die alte Stroh- und Heuscheune des Brandenburger Reit- und Fahrvereins niedergebrannt. Viele Brandenburger spenden Geld, Futter und Ausstattung. Für den neuen Futterunterstand braucht der Verein 25.000 Euro. Derzeit muss für Stroh und Heu eine Notlösung herhalten.

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Damit das Fell hübsch und sauber bleibt: Die Arbeit mit den Pferden macht den Kindern viel Freude.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Seit wenigen Tagen läuft der Betrieb beim Reit- und Fahrverein wieder. Nach dem Brand vor zwei Wochen ist das für alle Beteiligten ein großer Schritt. Die Stroh- und Heuscheune brannte bis auf die Grundmauern nieder. Und auch der Planwagen, der Traktor und der Pferdehänger fielen dem Feuer zum Opfer. Glück im Unglück: Tiere sind nicht zu Schaden gekommen.

Eine Woche lang haben sämtliche Mitglieder des Vereins, Eltern und andere freiwillige Helfer mit angepackt und die Schäden so gut es ging beseitigt. Außerdem sei gefühlt die ganze Stadt eingesprungen und hat geholfen, sagt Hans-Günther Wittig (66), erster Vorsitzendes des Reit- und Fahrvereins seit 35 Jahren. „Es waren so viele Menschen hier, privat und im Auftrag ihres Unternehmens“, erzählt er. „Sie wollten einfach nur helfen. Sie haben Geld und Sachspenden gebracht.“

Die Scheune brannte komplett nieder

Die Scheune brannte komplett nieder.

Quelle: PicasaPicasa

Er hält ein Foto in der Hand. Es zeigt ihn auf dem Kutschbock vor dem Altstädtischen Rathaus. Auf der Rückbank sitzt ein Brautpaar und strahlt vor Glück. „Ich habe geweint, als ich dieses Foto im Briefkasten fand.“ Auf der Rückseite des Fotos hat das Paar notiert, wie dankbar es für die Arbeit des Vereins ist und dass der Brand eine große Abscheulichkeit ist. Dem Foto legte der Absender eine Spende von 100 Euro bei.

Und auch an diesem Nachmittag kommt wieder Hilfe. Bernd Richter steht auf dem Hof und will dem Verein zwei große Heuballen schenken. „Ich habe sie zu Hause übrig und weiß, dass die Menschen hier gerade Hilfe brauchen.“ Das Abholen des zentnerschweren Futters muss der Verein allerdings selbst organisieren.

Auf dem Gelände herrscht reger Betrieb

Auf dem Gelände herrscht reger Betrieb.

Quelle: Jacqueline Steiner

Am Kaffeetisch erzählen Wittig und seiner Pferdesporttrainerin, Heike Gendera, von der vielen Hilfe. „Wir sind unendlich dankbar“, betont Gendera. So habe die Asklepios-Klinik, auf deren Gelände der Verein steht, die Fenster ersetzt. Sie waren bei dem Brand gesprungen. Die Feuerwehr hat an den Folgetagen die zerstörte Scheune abgetragen. Stromversorger Edis hat die Elektrik gesponsert.

Die Agrargenossenschaft Brielow hat verbranntes Stroh und Heu beseitigt und neues gebracht. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse hat eine größere Summe zugesagt und vom Spargelgut Mötzow kam ein Trecker zur Unterstützung. „Besonders danken möchten wir auch unserem Freund Gustav Siegel“, sagt Wittig. „Er hat während des Brandes und danach viel geholfen, so dass die Feuerwehr erst richtig arbeiten konnte.“

Jeder Euro hilft dem Verein

Um die Folgen des Brandes beheben zu können, benötigt der Reit- und Fahrverein weitere Spenden.

„Noch ist noch nicht abzuschätzen, was und wie viel der Wiederaufbau kostet“, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Geldspenden gehen auf das Konto des Reit- und Fahrvereins Brandenburg an der Havel bei der MBS mit der IBAN DE79160500003612001034 (BIC: WELADED1PMB). Beim Verwendungszweck möge man „Spende“ notieren und den eigenen Name samt Anschrift hinzufügen, wenn man eine Spendenquittung haben möchte.

Nähere Informationen auf der Internetseite des Vereins unter www.reit-u-fahrvereinbrb.com

Die groben Schäden sind beseitigt. Was kommt nun? „Ich wünsche mir eine Woche Urlaub für alle“, scherzt Hans-Günther Wittig. „All unsere Mitglieder und Freiwilligen haben viel gearbeitet und das ehrenamtlich.“ Am wichtigsten sei nun aber der Aufbau einer neuen Stroh- und Heuscheune. Die Kosten schätzt Heike Gendera auf 25.000 Euro. Das ist rund die Hälfte des Gesamtschadens. Die Versicherung habe nur 20.000 von den geschätzten 50.000 Euro Schaden übernommen. Sie habe argumentiert, dass die nun unbrauchbaren Gerätschaften zu alt waren.

„Die Mittel für die Scheune fehlen uns“, sagt Gendera. Derzeit lagert das Stroh und Heu in der Reithalle. Was allerdings nach der Getreideernte Ende August bis Anfang September passiert, wenn nämlich das neue Stroh kommt, wisse sie noch nicht. „Wir haben ja jetzt schon kaum Platz.“

Der Brand war in der alten Scheune ausgebrochen. Die Ursache ist bisher unbekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt noch. „Eine Straftat wird im Moment nicht ausgeschlossen“, sagt Gendera. Für Hans-Günther Wittig ist es nicht der erste Feuerschaden. Schon 2004 habe es auf dem Hof gebrannt. Bei Schweißarbeiten war ein Funke übergesprungen und hatte auch damals die Futterscheune in Flammen aufgehen lassen. Wie heute hatte der Verein in jenen Tage viel Hilfe erfahren.

Von Annika Jensen

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