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Brandenburg/Havel Nach den Predigern kommen die Radtouristen
Lokales Brandenburg/Havel Nach den Predigern kommen die Radtouristen
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19:11 29.01.2018
Katrin und Mario Mischker haben die Mischker GmbH gegründet und bauen das Domkonvikt zum Havelhotel um. Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

Es ist noch gar nicht eröffnet, aber schon an manchen Sommerwochenenden ausgebucht – Veranstalter für die Drachenboot-EM haben angefragt, die Brandenburger Symphoniker und auch diverse Firmen.

Das Havelhotel in der Krakauer Straße 21-23 eröffnet Ende Mai als Drei-Sterne-Plus-Garnihotel. Die Adresse ist bekannt, seit 1995 diente das Ensemble als Domkonvikt, die Klienten des Predigerseminars nächtigten hier, dann wurde die Bildungsstätte nach Lutherstadt-Wittenberg verlegt. Seitdem gab es hier Unterkunft für christliche Gruppen, aber ausgelastet war es selten. „Wir sind Mitglieder der Domgemeinde, meine Frau Katrin kam mit dem Domrentmeister Wolfgang Diederichs ins Gespräch, er bot die Immobilie zum Kauf an“, erzählt Projektentwickler Mario Mischker. „Da konnte man gar nicht Nein sagen, es liegt direkt an unserer Hausstrecke zwischen Hotel am Molkenmarkt, unserem Büro und Schoners Wehr.“ Also haben die beiden Eheleute die Mischker GmbH gegründet, sich in der Ausschreibung des Domes beworben und am Ende den Zuschlag bekommen – für ihr Konzept und für etwa 1,2 Millionen Euro.

Modern, gemütlich und mit maritimen Flair, schließlich liegt das Havelhotel nahe des Flusses und der hauseigenen Marina Schoners Wehr. Wer hier eincheckt, kann den Ausflug mit Paddel- oder Ruderboot gleich mit buchen.

Die Bausubstanz des Hauses mit den 50 Doppelzimmern und den beiden Studios für die Dozenten ist gut erhalten, allerdings standen beispielsweise die beiden verwinkelten Treppenhäuschen und Absätze auf den Etagen einer behindertenfreundlichen Nutzung im Wege. Deshalb lassen die Bauherren zwei Fahrstühle einbauen, von denen aus alle Zimmer zu erreichen sind. Es gab zwar bereits eine Baugenehmigung, welche das Domstift zwischenzeitlich selbst beantragt hatte. Aber diese galt nur für 60 Betten, für die nun anvisierten 100 Betten müssen auch noch zwei Rettungswege in Form von Stahltreppen angebaut werden. „Diese Konstruktionen sind jeweils so teuer wie die Fahrstühle“, sagt Mischker. Das heißt, jeweils 40.000 bis 45.000 Euro pro Stück. Insgesamt investieren die Eheleute zusätzlich zum Kaufpreis zwei Millionen Euro. Wie viel davon über die Tourismusförderung bezuschusst wird, ist noch unklar, die Anträge sind gerade erst raus. Die Bauherren wollen das Projekt in jedem Fall realisieren, das Hotel am Molkenmarkt ist eingeführt, läuft und trägt sich. Nun wartet die neue Herausforderung.

Gesucht wird noch Personal

Das Domstift Brandenburg hatte das Domkonvikt zunächst selbst betrieben, später an das Cateringunternehmen Waese verpachtet.

Nach Ablauf des Pachtvertrages stand es einige Zeit leer, bevor es ausgeschrieben und letztlich an die Eheleute Katrin und Mario Mischker verkauft wurde.

Eigene Gästezimmer plant das Domstift über die Domcafé GmbH gemeinsam mit den Remise-Betreibern in der Ostklausur zu errichten.

Das Havelhotel wird 100 Betten haben.

Gesucht wird noch Personal: Zimmermädchen, Frühstücksdamen sowie ein Betriebswirtschaftler.

Im Internet vertreten ist es unter der Adresse: www.havelhotel.de

Das Havelhotel wird auch keine Außenstelle sein, sondern fußt auf einem eigenen Konzept. Zum Zimmer dazu buchbar sind beispielsweise Ausleihen von Ruder- oder Paddelbooten an Schoners Wehr, hier können die Urlauber auch zum Mittag oder zu Abend essen. Umworben werden auch Radtouristen, es gibt zum Frühstück auf Wunsch auch Lunchpakete. In der Tiefgarage beziehungsweise im Keller gibt es abschließbare Radstellplätze. Für Autofahrer werden rings ums Haus 33 Parkplätze angeordnet.

„Wir wollten erst nur nach dem Konzept der B&B-Hotels einrichten, das war uns dann aber zu nüchtern. Deshalb haben wir das Büro Designer’s House GmbH aus Frankfurt am Main beauftragt, die ein maritimes Flair vorgeschlagen haben.“ Bietet sich ja in unmittelbarer Wassernähe auch an. So bekommen die Zimmerwände einen Anstrich zwischen Mint und Azurblau, ergänzt mit maritimen Applikationen. Wie auf einem Schiff können die Gäste zum Frühstück oder in geselliger Runde abends an einem langen Tisch sitzen. Alle Zimmer haben Balkone oder Terrasse, die Sanitärbereiche werden einschließlich Fliesen komplett neu hergerichtet.

Zimmer werden in den Kategorien Standard-, Komfort- und Familienzimmer angeboten, zudem Studio und Junior-Suite sowie eine Ferienwohnung.

In der nebenstehenden Jugendstil-Villa ist die Rezeption eingerichtet, es gibt auch einen Raum für Feiern, die vom Molkenmarkt-Catering beliefert werden können.

In der Lobby wird es zudem einen Eincheckautomaten geben, vielleicht in Form eines kleinen Roboters, der die Gäste persönlich begrüßt. Da will sich Mario Mischker noch einmal umsehen, zu welchen Konditionen der zu haben ist. Es gibt selbstverständlich auch Automaten, aus denen zu jeder Tages- und Nachtzeit Snacks, kalte und warme Getränke abgerufen werden können.

Von André Wirsing

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