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Nach der Kaserne kommen Container

Mittelmark: Kreis plant weitere Flüchtlingsunterkünfte Nach der Kaserne kommen Container

Nach der turbulenten Einwohnerversammlung in Damsdorf am Mittwoch gehen die Diskussionen um die Unterbringung von bis zu 600 Flüchtlingen auf einem ehemaligen Kasernengelände weiter. Während die Bevölkerung ihrem Unmut Luft macht, bereitet der Landkreis Potsdam-Mittelmark bereits weitere Flüchtlingsquartiere vor.

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Fachbereichsleiter Thomas Schulz erwartet auch 2016 rund 1200 neue Flüchtlinge.

Quelle: V. Maloszyk

Mittelmark. Der anhaltende Strom von Flüchtlingen und Asylbewerbern zwingt den Landkreis weitere Unterkünfte vorzuhalten. Selbst die geplante und nicht unumstrittene Nutzung der Damsdorfer Kaserne für bis zu 600 Personen verschafft der Verwaltung nur eine kurze Atempause. Wie jetzt bekannt wurde, folgt der Aufbau von zwei Containerdörfern für je 150 Menschen in Brück und Bad Belzig. Erst am Mittwoch hatte in der 1500-Seelen-Gemeinde Damsdorf eine Einwohnerversammlung zum Theman stattgefunden, auf der die Gemüter sich starkt erhitzten.

In welcher Klemme der Landkreis steckt, zeigt der Appell von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) auf der Kreistagssitzung am Donnerstag. Er rief die Abgeordneten dazu auf, in ihren Kommunen nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten zu suchen. Ob diese für eine Übergangseinrichtung taugen, prüfen die Fachdienste Interner Service sowie Soziales und Wohnen.

Hunderte Menschen kamen am Mittwochabend in eine Damsdorfer Sporthalle, um größtenteils Unverständnis und Ablehnung für die Pläne des Kreises Potsdam-Mittelmark auszudrücken, bis zu 600 Flüchtlinge in einer ehemaligen Kaserne im Ort unterzubringen. Tenor: Es bestehe die Gefahr, die soziale Infrastruktur des 1500-Einwohner-Ortsteils zu überfordern.

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Rund 1200 Flüchtlinge werden Potsdam-Mittelmark in diesem Jahr zugewiesen. Fachbereichsleiter Thomas Schulz schätzt, dass 2016 eine ähnlich hohe Zahl von Ankömmlingen zu erwarten sei. Er glaube nicht, dass sich die Verhältnisse in den vor allem afrikanischen Herkunftsländern kurzfristig verbessern werden, sagte Schulz der MAZ. Erschwerend kommt die lange Bearbeitungszeit von Asylanträgen durch das Bundesamt für Migration hinzu. Nur knapp zehn Personen wurden 2014 aus Potsdam-Mittelmark wegen abgelehnter Anträge abgeschoben.

Nächstes Problem ist die dezentrale Verteilung der Flüchtlinge nach ihrer Zeit in einem Übergangsheim. Bisher konnte der Landkreis nur 77 Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und Verfolgte anmieten. Viel zu wenig, um Menschen eine längerfristige Perspektive in Potsdam-Mittelmark zu geben und die Übergangsobjekte zu entlasten.

Aus diesem Grund wird der Kreistag wohl im September ein politisches Signal setzen. Fachbereichsleiter Schulz kündigte die Auflegung eines Förderprogramms für Privatwohnungen an. Hausbesitzer sollen finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge herrichten und sich auf eine fünfjährige Mietbindung einlassen.

Von Frank Bürstenbinder

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