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Brandenburg/Havel Nach schweren Krankheiten voller Pläne: FDP-Direktkandidat Eric Vohn
Lokales Brandenburg/Havel Nach schweren Krankheiten voller Pläne: FDP-Direktkandidat Eric Vohn
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00:20 15.09.2017
Eric Vohn kandidiert im Wahlkreis 60 als Direktkandidat der FDP. Quelle: privat
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Götz

Eric Vohn, den FDP-Direktkandidaten im Wahlkreis 60, zu beschreiben, heißt fast, Worte für gleich drei Menschen zu finden. Da ist der Mann, der zwar eine Studentenbude in Potsdam hat, aber überwiegend doch noch bei den Eltern in Götz lebt. „Da ist meine Wahlkampfzentrale.“ Da ist aber auch jener Jung-Politiker, der wie kaum ein anderer durch die Lande fährt, Plakate klebt und überall sein will. Und da ist jener Eric Vohn, der mit 17 Jahren an Krebs erkrankte, das überstand und keine zehn Jahre später erneut in Lebensgefahr nach Blinddarmdurchbruch und Blutvergiftung mit Lungenkollaps im Koma lag.

„Es sind Erlebnisse, die einen darüber nachdenken lassen, wie man sein Leben führen möchte“, sagt Eric Vohn im Rückblick. „Ich wollte nicht aus dem Leben scheiden, ohne etwas bewegt zu haben.“

Eric Vohn empfängt im Hemd und Jeans den Besuch, er ist ein sympathischer junger Mann, der freimütig einräumt, was andere Bundestagskandidaten wohl selten eingestehen. Dass er am liebsten in Jogginghose an den Wochenenden vor dem Fernseher gammelt zum Entspannen. Ein Bewunderer Genschers, nennt er sich nicht: „Das wäre ja die typische FDP-Antwort, Bla-Bla.“

Aufgewachsen als Kind einer Patchwork-Familie

Aufgewachsen ist der gebürtige Potsdamer in Götz als Kind einer Patchwork-Familie. Auch deswegen wohl ist er familienpolitisch liberal. „Wenn man sich die jüngeren Familien anschaut, ist Patchwork das normalste der Welt.“ Mit 17 erkrankte er an Hodenkrebs. Offen spricht Eric Vohn von der einjährigen Therapie. Damals entstand sein Wunsch, die Gesellschaft mitzugestalten, nicht einfach nur zu leben.

Der Götzer trat 2005 der CDU bei, wurde Vorsitzender der Jungen Union in Werder und wechselte 2015 zur FDP. Die sei origineller, offener, familiärer. „Die FDP hat im Land 1300 Mitglieder. Da kennt man schnell jeden.“ Vohn ist Vize-Landesvorsitzender der Jungen Liberalen und Beisitzer im FDP-Kreisverband.

Politik ist sein Lebensthema

Dass seine Chancen, in den Bundestag einzuziehen, relativ gering sind, ist dem Potsdamer Ethik- und Geschichtsstudenten klar. „Aber vielleicht rücke ich nach. Ich habe auch die Chance, für den Kreistag zu kandidieren.“ Was für andere der Höhepunkt ihrer Politiklaufbahn ist, die Kandidatur für den Bundestag, ist für Vohn die Fortsetzung eines Weges in die Politik.

Vohn ist Single, „zum Daten habe ich derzeit gar keine Zeit“. Er möchte Lehrer werden in der Sekundarstufe II in seinem Wahlkreis: „Ich möchte noch mehrmals antreten bei einer Bundestagswahl.“ Dieses Jahr wollte er sein Studium abschließen. „Und dann bist du plötzlich Bundestagskandidat.“ Seine drei großen Themen: „Die Digitalisierung, 78 Prozent der Haushalte im Wahlkreis haben kein schnelles Internet. Das zeigt, dass wir hier auf dem Land schon abgehängt sind. Es betrifft nicht nur junge Leute, die man eigentlich halten will, sondern auch Firmen.“

Das Problem der Infrastruktur

Sein zweites Feld: „Ich weiß als Lehramtsstudent, was schlecht läuft in diesen 16 Bildungssystemen. Ich bin ein Feind des Bildungsföderalismus’. Das Brandenburger Abitur muss so viel wert sein wie das Bayerische.“ Vohn plädiert zudem für eine häufige Taktung des Regionalexpresses, auch nachts, „alles zwei Stunden, das reicht nachts. „Warum sollte ein junger Mensch hier in der Region bleiben, wenn er von Berlin nachts nicht mehr nach Hause kommt, weil keine Züge mehr fahren.“ Zudem tritt der 30-Jährige für den kreuzungsfreien Ausbau der Bundesstraße 102 zu einer Schnellstraße ein.

Von Marion von Imhoff

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