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Brandenburg/Havel „Nachmittags war die Ware ausverkauft“
Lokales Brandenburg/Havel „Nachmittags war die Ware ausverkauft“
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00:30 31.05.2015
In den Räumen dieses Cafés betrieb Günter Gebhardt früher eine Fleischerei. Quelle: M. von Imhoff
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Brandenburg an der Havel

„Am frühen Nachmittag war die Ware jeden Tag in der Theke ausverkauft. Wir hätten 30 bis 40 Prozent mehr Fleisch verkaufen können.“

Die Brandenburger Produktionsgenossenschaft Handwerk Fleischer (PGH) habe rund 20 angehörigen fleischproduzierende Betrieben die Ware zugewiesen. Vor Jahrzehnten hätte es viele solcher Fleischereien in der Stadt gegeben, die in Gemeinschaften zusammengeschlossen waren, erinnert sich Günter Gebhardt. Sie gehörten zu HO, zu Konsum und zur PGH. „Die großen Einkaufszentren mit ihren Fleischtheken haben schließlich die Metzgereien kaputt gemacht.“ Nach Angaben von Gabriele Stern von der Handwerkskammer Potsdam gab es 1989 noch zwei selbstständige Fleischereien in Brandenburg. Ein Jahr zuvor waren es noch drei.

Noch heute wohnt Günter Gebhardt in der Etage über dem Geschäft, in dem vor Jahren eine Bäckerei eingezogen ist. Vor 15 Jahren schloss Gebhardt seine Metzgerei. Der hochgewachsene Brandenburger war Fleischermeister in der zweiten Generation, schon sein Vater hatte den Brandenburgern von ihm selbst zubereitete Wurst und Fleischwaren verkauft. Gebhardts Sohn Hubert ist ebenfalls Fleischer. Er arbeitet jedoch in einem Produktionsbetrieb in Frankfurt am Main.

1988 war Günter Gebhardt für ein Familienfest kurz in West-Berlin. Er besuchte das bekannte Kaufhaus KaDeWe. „Mir gingen die Augen über, als ich in der Lebensmittelabteilung war.“

Drei Sorten Wurst verkaufte Gebhardt am meisten: Bockwurst, Jagdwurst und Schlackwurst. Dazu Rouladen, Schnitzel und Leber. In einer Gewürzmühle kaufte Gebhardt Pfeffer, Pökel- und Kochsalz, Majoran und Kümmel. „Es gab die Gewürze nicht in Hülle und Fülle, aber es gab sie.“ Häufig bekam er vorproduzierte Ware, nicht jede Leberwurst war von ihm zubereitet worden. Seine eigenen Rezepte änderte der Fleischermeister nach der Wende nicht.

Das Haus in der Harlunger Straße, das heute in blauer Farbe leuchtet, kaufte er von der Voreigentümerin zu DDR-Zeiten für 40.000 Mark. Sein Vater hatte das Geschäft noch gepachtet. „Als die Eigentümerin Emmi Jühnemann mich fragte, ob ich kaufen wolle, sagte ich, ’aber sofort!“. Wenig erinnert noch an die Geschichte des Hauses. Fotos gibt es nicht. Einzig ein Vordach im Hinterhof, typisch für diese Handwerkbetriebe, zeigt, dass es dort mal einen Metzger gab.

Von Marion von Imhoff

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