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Brandenburg/Havel Nächstes Geheimnis der Johanniskirche wird gelüftet
Lokales Brandenburg/Havel Nächstes Geheimnis der Johanniskirche wird gelüftet
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18:54 12.09.2018
Ein barockes Sandsteinepitaph wurde 2018 in der Johanniskirche freigelegt und erste konservatorische Arbeiten begonnen. Quelle: Stadtverwaltung BRB
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Brandenburg/H

Was, so fragte sich mancher am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals, solle denn in der Johanniskirche noch neu zu entdecken sein? Schließlich ist das imposante Bauwerk seit 2015 schon fertig und war ein architektonischer Star der Bundesgartenschau. Katrin Witt, die Chefin der Brandenburger Denkmalschutzbehörde wusste diese Frage mit einem verschmitzten Lächeln zu beantworten.

Begeistertes Publikum

Denn die vormalige Ruine war einer der Magneten des Denkmaltages, seit sie – eine Stunde zu früh – die Tür geöffnet hatte. Die vielen Besucher in der St. Johanniskirche zeigten sich begeistert von dem gerade erst freigelegten und bislang unbekannten Kunstschatz in der vierten geöffneten Chornische. Dank der erfolgreichen Spendenaktion und der Bereitstellung von Mitteln aus dem Denkmalhilfe-Programm des Landes konnten die Nische und damit ein überraschend qualitätsvolles barockes Sandsteinepitaph freigelegt. Von den ersten konservatorische Arbeiten konnte man sich im Licht der Scheinwerfer ein erstes Bild machen.

Hinter dieser Wand und 500 Steinen schlummerte das Sandsteinepitaph. Quelle: Stadtverwaltung Brandenburg/Havel

„Somit ist nun das Geheimnis von vier der insgesamt sechs vermauerten Chornischen gelüftet. Noch fehlt das Geld, um zu erkunden, ob sich auch in den beiden weiterhin verschlossenen Nischen vergleichbar großartige Kunstschätze verbergen, die freigelegt werden könnten“, sagt Katrin Witt. Seit Jahren begeistert sich die Denkmalschützerin für die Geheimnisse, die sich in den Wänden der Kirche verbergen. Bilderrätsel, Memory, Puzzle und Geduldsspiel – es ist von allem ein bisschen.

Das schrittweise Freilegen der zuvor ausschließlichen mittelalterlichen Wandmalereien in den Chornischen von Sankt Johannis war eine Entdeckerarbeit für die Restauratorin Susanne Nitsch und die Denkmalpflegerinnen Katrin Witt und Anja Castens. Die ersten drei Chornischen mit ihren unterschiedlichen Motiven hatten noch keinen schlüssigen Kontext ergeben. Die erst 2017 freigelegte Wandmalerei in der dritten Chornische hatte in zwei gleichberechtigt nebeneinander stehenden Szenen ein übergeordnetes Thema zum Ausdruck gebracht – die Hoffnung auf Erlösung der Gläubigen durch den Opfertod Christi. Erstmalig war hier Johannes der Täufer dargestellt, unter dessen Schutzherrschaft die Franziskanerklosterkirche steht.

Vor 500 Jahren zugemauert

Zur Reformationszeit waren die Nischen zugemauert worden, Susanne Nitsch entfernte in jeder zwischen 450 und 600 Ziegelsteine. Die Malereien waren unter Kalktünche versteckt. Noch ist unklar, was sich in der letzten, ssechsten Nische versteckt. In die jetzt frei gelegte fünfte wurden schon 2017 Probebohrungen gesetzt. Es deutete schon damals alles darauf hin, dass dort nachträglich eine Grabplatte (Epitaph) eingebaut wurde. Noch stehet die Vermutung im Raum, dass es die des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué ist.

Um auch den rest freizulegen und zu restaurieren, braucht Katrin Witt noch Geld. Nun freut sie sich über die e Idee, mit der zwei Chöre aus Dresden und Berlin bereits im Juni 2017 auf sie zukamen und die von ihr begeistert angenommen wurde.

Chöre singen das Lob des Herrn für die Spendenbox

Der „Neue Chor Dresden“ und der „Gemischte Chor Berlin-Pankow“ werden am Samstag, dem 22. September um 16 Uhr in der St. Johanniskirche ein Benefizkonzert zugunsten der Freilegung und Restaurierung der Chornischen geben. Zu hören sein werden mehr als 100 Sänger mit einem abwechslungsreichen Programm geistlicher und weltlicher Chormusik aus mehreren Jahrhunderten.

Der Eintritt ab 15.30 Uhr ist frei, Spenden zugunsten der Chornischen werden erbeten.

Von Benno Rougk

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