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Brandenburg/Havel Natürlicher Garten auf der Eigenen Scholle ausgezeichnet
Lokales Brandenburg/Havel Natürlicher Garten auf der Eigenen Scholle ausgezeichnet
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14:03 27.07.2018
Winfried Kohls und seine Frau legen Wert auf Artenvielfalt in ihrem Garten und haben daher die Tafel „Natur im Garten“ erhalten. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Von der Libelle bis zur Schildkröte, von der Sandbiene bis zum Igelpärchen –Marina und Winfried Kohls freuen sich über jedes Tier in ihrem Garten. Das grüne Paradies hat das Zertifikat „Natur im Garten“ erhalten, als erster Hausgarten in Brandenburg/Havel, wie der Bürgerbeirat der Eigenen Scholle mitteilt.

Die offizielle Anerkennung ihrer Bemühungen um einen möglichst naturgerechten Garten freut die beiden Brandenburgern zwar. Doch wichtiger wäre es ihnen, dass das Beispiel Schule machte und immer mehr Bürger in ihren Gärtner auf Lebensräume für Tiere achteten, keine Chemie verwenden, keine Pestizide, keinen Torf und keine anorganischen Düngestoffe.

Familie Kohls legt Wert auf Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Unser Garten ist über die Jahre gewachsen“, berichtet Winfried Kohls (64), der wie seine Frau Biologe ist. Als das Paar 1984 auf die Scholle zog, war gerade das erste Eigenheim im Weg bezugsfertig geworden.

Anderthalb Jahre vergingen, ehe das Grundstück drum herum vom Müll befreit war und ein Garten entstehen konnte mit vielen heimischen Pflanzen, weil es sonst wenig Pflanzen im Angebot gab.

Auch wenn Kohls viel Wert auf „Lebensraumvielfalt“ legen, drei Komposthaufen einen Ehrenplatz in der kleinen Wildnis haben und nur natürlicher Dünger verwendet wird, folgt ihr Gartenaufbau keinem starren Konzept. „Wir gehen mehr nach Gefühl vor“, erzählt Winfried Kohls. Die Philosophie: Blumenwiese statt Golfrasen.

Platz für Pool und Schildkröten

Einzige Einschränkung: Platz muss bleiben für den Pool und die beiden Schildkröten, die schon seit fast 40 Jahren zum Haushalt gehören. Die Familie strebt eine Balance an von wild gewachsenen und gesetzten Pflanzen an – die Vielfalt macht’s.

Ein kleiner Teich mit heimischen Pflanzen wie Gelbweiderich bietet Libellenlarven beste Entwicklungschancen. Die Blumenwiese ist das Bienenparadies. Die Kulisse an Stauden und Hölzern gestattet auch einer Königskerze wildestes Wachstum.

In einer der „wilden Ecken“, wo fast alles nach Belieben sprießen darf, fühlten sich schon Igel stachelwohl. In einem der Beete haben sich Olivenbäumchen aus Kernen entwickelt, die das Paar 2011 aus Korfu mitgebracht hat. Nur der Knoblauch tut sich im Gegensatz zu den üppigen Tomaten noch etwas schwer.

Knoblauch und Tomaten bilden auch im Garten eine gute Einheit. Quelle: JACQUELINE STEINER

Beim tragenden Pfirsichbaum müssen die Gärtner aufpassen, dass sie mit der Ernte schneller sind als die Vögel, die den Garten längst auch für sich entdeckt haben.

Natürlich wissen die beiden Biologen, dass die Zahl der Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer deutlich sichtbar abgenommen hat und ihre Bemühungen allein daran wenig ändern. Deshalb wünschen sie sich, das naturnahes Gärtnern Schule macht, das kaum mehr als fünf Stunden Arbeit in der Woche erforderlich mache.

Das erwähnte Zertifikat „Natur im Garten“ hat die Lenné-Akademie verliehen, die damit dem Vorbild dieser Aktion in Niederösterreich folgt. Während sie dort über die Jahre hinweg großen Anklang gefunden hat, steckt sie in Berlin und Brandenburg noch in den Kinderschuhen.

Von Jürgen Lauterbach

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