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Brandenburg/Havel Aufgeschnappt: Nettigkeiten vom Wahlabend
Lokales Brandenburg/Havel Aufgeschnappt: Nettigkeiten vom Wahlabend
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12:21 27.02.2018
Ein Bier-Etikett ganz allein für den Wahlsieger. Quelle: Walter Paaschen
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Brandenburg/H

Was schenkt man einem Sieger, wenn einem auf die Schnelle nichts Originelles einfällt? Socken und Krawatten fallen aus – also Alkohol!

Die Freien Wähler schenken dem Wahlgewinner Steffen Scheller (CDU) eine Flasche Champagner. „Wir wollten weg vom sonst obligatorischen Wein“, sagt Norbert Langerwisch. Also doch originell, und in der Geschenkverpackung, also nicht von Aldi & Co.

Noch besser löste das SVV-Chef und CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Paaschen. „Bei uns wird doch etwas ganz Tolles zusammengebraut, und zwar kein Gewitter, sondern ein schmackhaftes Bier namens Heben-Bräu in Schmerzke.“ Also hat er zwei große Bügelflaschen besorgt, „weil man auf einem Bein nicht stehen kann“ Höhö.

Dann beauftragte Paaschen auch noch einen Designer, der ein wirklich originelles Etikett entworfen hat. Da schauen wir auch nicht so kleinlich darauf, dass ein Stammwürzgehalt von 100 Grad Plato angegeben ist - dann wäre ja nur klebrige Maische abgefüllt.

Zum Vergleich: Starkbiere haben eine Stammwürze von 16 bis 20 Grad Plato. Egal. Auf der Ehrenbühne in „Werft“ pries Paaschen es als 67-Prozent-Siegerbier. Macht’s auch nicht besser.

Genug davon. Mit Zahlen haben es die Kommunalpolitiker ohnehin nicht ganz so. Peter Kaudasch (CDU) und Langerwisch waren im Wahlkampf unermüdlich für Scheller im Einsatz. Die beiden rüstigen Rentner organisierten das Plakatekleben faktisch im Alleingang.

Zupass kam ihnen dabei, dass die Freien Wähler ohnehin so genannte Wesselmänner für die Kreisfreiheitskampagne an allen möglichen Stellen in der Stadt umherstehen ließen. Wesselmann ist eigentlich eine Werbeagentur – im Sprachgebrauch aber ein Sammelbegriff für Großplakate, die stehen und nicht hängen. So ein Ständer kostet schon mal 1000 Euro – pro Stück.

Und so werden Zahlen kolportiert, die Freien Wähler hätten Schellers Wahlkampf mit etwa 15.000 Euro unterstützt. Im Leben nicht. Tatsächlich hat wohl ein Bauunternehmer ihnen die Dinger umsonst zusammengeschustert, die Hobbypolitiker mussten sich nur noch um Plane und Motiv kümmern.

Auch das wurde in der Stadt gefertigt – zu Preisen von insgesamt 500 bis 800 Euro, wie Langerwisch auf Nachfrage auch freimütig zugibt. Die Arbeitsstunden dürfte er ohnehin nicht berechnen – das wäre wahrscheinlich schädlich für die Beamtenpension.

Wohl richtig gerechnet hat der unterlegene Kandidat Jan van Lessen, der in seiner Wahlkampftour bei 1600 bis 1700 Brandenburgern an der Wohnungstür geklingelt hat. In etwa die gleiche Anzahl ist zu Scheller aus freien Stücken hingekommen – während seiner Tour durch die Stadt- und Ortsteile.

Am Ende haben aber ganz andere Zahlen entschieden – nämlich die konkret messbaren an der Wahlurne. Dass diese richtig sind, dürfte der Wahlausschuss am Mittwochnachmittag bestätigen – darauf kann man sich noch verlassen.

Von André Wirsing

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