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Netzen: Erich Andert ist tot

Ortschef brach im Lehniner Rathaus zusammen Netzen: Erich Andert ist tot

Netzens Ortsvorsteher Erich Andert (71) ist tot. Das ganze Dorf ist fassungslos und traurig. Kurz vor Ende der Gemeindevertreter-Sitzung am Dienstagabend im Kloster Lehniner Rathaus brach der Kommunalpolitiker zusammen. Der alarmierte Notarzt stabilisierte seinen Zustand zunächst. Doch noch in der Nacht starb Andert im Klinikum Brandenburg.

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Ortsvorsteher Erich Andert war vielseitig engagiert.

Quelle: H. Hesse

Kloster Lehnin. Andert hinterlässt seine Ehefrau sowie Sohn und Tochter. Schon während der Sitzung der Kloster Lehniner Gemeindevertretung bemerkte Erich Andert, dass es ihm schlecht geht, der Kreislauf Probleme bereitet. Kurz vor 21 Uhr, als die Gemeindevertreter bereits nicht öffentlich tagten, verließ der Kommunalpolitiker den Sitzungssaal. Sein Fraktionskollege Peter Kamolz begleitete ihn.

Vor der Tür sackte Erich Andert zusammen, Peter Kamolz fing den bewusstlosen Mann auf. Inzwischen war mit Andreas Bernig ein weiterer Fraktionskollege hinzugekommen. Die beiden Linken-Politiker alarmierten die Rettungsstelle. Andreas Bernig stürzte zurück in den Saal, rief aufgebracht: „Hier stirbt jemand und ihr macht einfach weiter.“

Schwacher Blutdruck

Die beiden Ersthelfer hoben sodann die Beine des Patienten an, damit wieder Blut in den Kopf und ins Gehirn fließt. Der Blutdruck war äußerst schwach. Wenig später traf der Notarzt ein und legte dem Patienten eine Infusion. Erich Andert schien sich ein bisschen zu erholen, atmete wieder. Mit Blaulicht wurde er in die Rettungsstelle nach Brandenburg gefahren. Soweit bekannt überlebte Andert die Nacht trotz der zunächst erfolgreichen Wiederbelebung nicht.

„Wir hatten so gehofft, dass wir ihm das Leben retten könnten“, sagte ein trauriger Andreas Bernig am Mittwochnachmittag. Er würdigte den Verstorbenen als einen kritischen Querdenker, der die Sachverhalte hinterfragt und der sich unermüdlich für seinen Ortsteil Netzen eingesetzt habe.

Erich Andert, der am 19. September 1943 geboren wurde, stammte aus Michelsdorf, lebte und wirkte aber seit vielen Jahren in Netzen.

Stets engagiert

„Mit hundertprozentigem Einsatz hat Erich Andert über viele Jahre eine Superarbeit gemacht“, würdigt seine Stellvertreterin Doris Triebsch den Verstorbenen. Der Ortsvorsteher war nicht nur lange im Ortsbeirat engagiert, sondern war auch aktiv im Vorstand der Netzener Jagdgenossenschaft und in der Kirchengemeinde. Die dankbaren Netzener Landfrauen belohnten sein Wirken mit der Ehrenmitgliedschaft.

Doris Triebsch erinnert sich, wie der Diplomingenieur das Projekt Mehrgenerationenhaus als begleitender Architekt maßgeblich vorangetrieben und sich auch sonst um alles gekümmert hat, zuletzt um das Dorfjubiläum 825 Jahre Netzen am vorvergangenen Wochenende. „Erich Andert hinterlässt eine große Lücke, wir sind alle fassungslos und unendlich traurig“, sagt die Chefin der Netzener Landfrauen.

Erich Andert war seit Frühsommer 2014 Ortsvorsteher von Netzen und gehörte als Mitglied der Gruppe Bürgernähe (BN) seither der Fraktion der Linken an.

Von Jürgen Lauterbach

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