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Netzener Lehnschulzenhof steht wieder

Arnold Kelle ist Miniatur-Baumeister Netzener Lehnschulzenhof steht wieder

Es gibt ihn nur noch als Modell. Der Netzener Lehnschulzenhof war einst das größte Anwesen im Dorf. 1963 wurden die letzten Teile abgerissen. Arnold Kelle ist auf dem Hof aufgewachsen. Der gelernte Zimmerer nutzt den Ruhestand und baut den Vierseitenhof in seinen Bestandteilen nach.

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Arnold Kelle vor seinem Modell des Netzener Lehnschulzenhofs.

Quelle: LUM

Netzen. Über Jahre hat Arnold Kelle an den Modellen gewerkelt, die jetzt zusammen ein Bild ergeben, das zuletzt vor knapp hundert Jahren zu sehen war. Um 1850 wurde der Landbesitz des Lehnschulzenhofs in der Netzener Dorfstraße zerstückelt und die Hofstelle verkauft. „Soweit ich das zurückverfolgen kann, hat ein Vorfahre von mir, der irgendwo weiter nördlich in Brandenburg oder Mecklenburg zu Hause war, dann die Gelegenheit genutzt und ist vom Müllerberuf umgesattelt und hat hier den großen Vierseitenhof übernommen.“

Hinten der Pferdestall

An den Modellen, die Kelle gebaut hat, ist noch zu erkennen, dass der Lehnschulze mit dem größten Landbesitz im Dorf ausgestattet war und einige Knechte und Mägde nötig gewesen seine müssen, um Ackerflächen und Tiere zu versorgen. „An das Wohnhaus kann ich mich natürlich noch gut erinnern, denn dort bin ich aufgewachsen“, erklärt Kelle. Erst 1963 wurde der letzte Teil davon abgerissen und ein neues, viel wohnlicheres Haus gebaut.

Der vordere Teil des Gebäudes wurde als Wohnung genutzt während hinten der Pferdestall untergebracht war. „Das ganze Haus hatte eine Grundfläche von 13 mal 22 Meter und auch in meinem maßstabsgerechten Nachbau von eins zu zehn kann man bei einem Blick in den Pferdestall sehen, dass dort wohl einmal bis zu zehn Pferde Platz hatten“, sagt Kelle.

„Zuerst wurde 1927 die hintere Scheune abgerissen und für mein Modell, das ich vor zwei Jahren als letztes fertiggestellte, habe ich mir Scheunen auf anderen Bauerngehöften in der Dorfstraße angeschaut“, sagt Kelle. Über Jahre hat Arnold Kelle an den Modellen gewerkelt, die jetzt zusammen ein Bild ergeben, das zuletzt vor knapp hundert Jahren zu sehen war. Um 1850 wurde der Landbesitz des Lehnschulzenhofs in der Netzener Dorfstraße zerstückelt und die Hofstelle verkauft.

Aus mehreren Teilen

Die Dimensionen des Vierseitenhofes, der einst aus einem großen Torhaus, dem Wohnhaus, einem Stallgebäude und einer Scheune bestand, werden auch mit einem Blick auf die Modelle nachvollziehbar.

Für eine normale Bauernfamilie war der Platzbedarf deutlich geringer und so wurden im Laufe der Jahre immer wieder Gebäudeteile zurückgebaut. 1963 fielen die letzten Gebäudeteile dem Abrissbager zum Opfer.

Neben dem korrekten Maßstab hat Kelle vor allem auch Wert darauf gelegt, dass die alten Handwerktechniken an den Modellen zu sehen sind. Die Holzverbindungen sind mit Bohrzapfen original nachempfunden und da die Reetdeckung der Modelle für einen Blick ins Innere nicht überall geschlossen ist, erkennt der Fachmann das Kehlbalkendach mit doppeltem oder einfachem Stuhl.

Torhaus zuerst in Angriff genommen

„Ich habe als Zimmermann gearbeitet und als 1993 der Vorruhestand kam, wuchs die Idee mit dem Modellbau zu beginnen“, erklärt Kelle. Das Torhaus hat er zuerst in Angriff genommen und mit Kiefernholz und Platten aus Hartholzfasern versucht das Originalfachwerk so gut wie möglich nachzuahmen. Das Torhaus ist bis jetzt auch das einzige Modell, das in der Dauerausstellung des Grebser Dreiseitenhof-Museums für Besucher immer zu sehen ist.

Die anderen Modelle stehen weiterhin bei ihm und werden vielleicht noch weiter eingerichtet, denn bei einem Blick in die Fenster von Wohnhaus und Ställen sind Betten, Tische, Stühle, Heuwagen oder Futtertröge zu entdecken.

Von Christine Lummert

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