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Neue A-capella-Gruppe begeistert die Leute

Brandenburg an der Havel Neue A-capella-Gruppe begeistert die Leute

Als „Die 6 Richtigen“ wollen zwei Frauen und vier Männer die Freunde schöner Musik begeistern. Das ist ihnen bei den ersten Auftritten auch gelungen. Ihre A-cappella-Stücke machen dem Publikum eine wohlige Gänsehaut.

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A capella im Einklang: „Die 6 Richtigen“ aus Brandenburg an der Havel sind Torsten Imber, Anita Wodatschek, Marc Spiess, Markus Rindt, Theresa Bartz und Benjamin Kahleyss (von links)
 

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H.  Sechs Richtige im Lotto zu gewinnen, das ist Glück. Ein äußerst seltenes. Die meisten hoffen vergebens. Nicht auf dem Tippschein, dafür im wahren Leben sind „Die 6 Richtigen“ einfacher zu treffen. Glücksgefühle inklusive. Denn die stellen sich sofort ein, hört man den Sängern der neu gegründeten Brandenburger A-cappella-Gruppe „Die 6 Richtigen“ zu. Noch besteht eher selten die Möglichkeit die sechs Sänger live zu erleben, doch das soll sich ändern.

Eine Hörprobe:


Vier Berufsmusiker, eine Ärztin und eine Lehrerin haben das A-cappella-Singen für sich entdeckt und sind von ihren ersten Auftritten als Vocalsextett und der Begeisterung des Publikums so beflügelt, dass sie nun weitersingen wollen.

Nur drei Wochen Probezeit waren drin

Kurz vor der vorigen Adventszeit haben Benjamin Kahleyss, Torsten Imber, Markus Rindt, Marc Spiess, Anita Wodatschek und Theresa Bartz ein Weihnachtsprogramm auf die Beine gestellt, mit dem sie in der Kirche in Wachow und der St. Nikolaikirche in Brandenburg auftraten. „Wir hatten nur ungefähr drei Wochen Zeit um zu üben“, sagt Theresa Bartz und dass sie bis zu drei mal die Woche geprobt haben.

Eine Hörprobe:


Ein anspruchsvolles Programm ist dabei entstanden. Von klassischen Weihnachtsliedern wie „Sind die Lichter angezündet“ und „Als ich bei meinen Schafen wacht“ bis „Ich brach drei dürre Reiselein“, oder „The World For Christmas“. Letzteres ist ein Lied des Vocalensembles „The Real Group“.

Schwedische Gruppe als Vorbild

„Das ist eine schwedische A-cappella-Gruppe und unser großes Vorbild“, sagt Benjamin Kahleyss, „da wollen wir hin“. Die fünf Schweden, ein Kultquintett, zählen mit ihrem faszinierenden Mix aus Pop, Soul, Jazz und skandinavischer Musik zu den besten der Welt.

„Für mich ist das A-capepella-Singen die Königsdisziplin“, sagt der Musiker, den man sonst mit Oboe oder Englisch Horn bei den Brandenburger Symphonikern erleben kann. „Das gemeinsame Singen ist schöner, als für sich allein zu singen und hat in dieser Form die höchste Intensität, sowohl für die Gruppe als auch für den einzelnen.“

„Die 6 Richtigen“ aus Brandenburg an der Havel

„Die 6 Richtigen“ aus Brandenburg an der Havel: Theresa Bartz, Torsten Imber, Benjamin Kahleyss, Markus Rindt, Anita Wodatschek und Marc Spiess (von links)

Quelle: Ina Schidlowski

Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, spielt Horn und Klavier, singt im Motettenchor und komponiert eigene Stücke. „Es sind schwierige Noten“, erklärt er den Gesang der schwedischen Vorbilder und verdeutlicht das am Klavier. Er spielt einen typischen Dreiklang, fügt dann noch einen weiteren Ton hinzu, der recht ungewöhnlich daher kommt und dann noch zwei sehr ausgefallene, sodass ein kompliziertes Klanggebilde entsteht. „Mit dem vierten und fünften Ton bekommt das Ganze schon Pep, aber sechs Töne, das ist Chili“, meint Marc Spiess, Pianist der Brandenburger Symphoniker, und seine Augen leuchten dabei. So etwas in Gesang umzusetzen, erfordert ein gutes Gehör und Können.

Ein kribbliges Gänsehauterlebnis

Den Beweis liefern die sechs Brandenburger umgehend. Spontan beginnt Anita Wodatschek zu singen. Torsten Imber, neben ihr, setzt mit ein. Auch Theresa Bartz und Markus Rindt stimmen mit ein. Am Ende singen alle sechs und so plötzlich mittendrin im 6-Ton-Gesang zu sein, erzeugt wahrlich ein kribbliges Gänsehauterlebnis.

Formen zu suchen, bei denen Menschen überrascht werden, ist etwas, das sie alle sehr spannend finden. Frei nach dem Motto „jeder Ort ist eine Bühne“ können sie sich neben einem klassischen Konzertrahmen auch ein Wohnzimmerkonzert, Straßenbahnmusik oder ähnliches vorstellen.

Mit weiblicher Unterstützung klingt es besser

„Die Idee von dieser Art Musik, also dem A-cappella-Gesang, ist in Brandenburg einmalig“ sagt Benjamin Kahleyss, der mit seinen drei männlichen Kollegen schon einmal als „Die Frackwürdigen“ gesungen hat. Doch mit weiblicher Unterstützung klingt es besser, sind sich die Herren einig.

Für die Medizinerin Theresa Bartz ist die Musik zwar nur ein Hobby, doch ein recht intensives. Sie spielt Klarinette und hat Erfahrungen im Gospel- und Jazzchor, sowie im Sologesang gesammelt. Auch Anita Wodatschek, die als Lehrerin für Sprachförderung an einer Berliner Grundschule arbeitet, hat schon als Kind im Chor gesungen und eine Spezialschule für Musik besucht. Sie nahm Gesangsunterricht und ist mit Barockmusik in Kirchen in und um Brandenburg bereits solistisch aufgetreten.

In vielen Ensembles

Gesanglich ein Profi ist Torsten Imber. Der gebürtige Berliner hat an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Gesang studiert. Er war seither für Schauspiel- und Chorpartien an der Komischen Oper Berlin engagiert und sang unter anderem am Brandenburger Theater, an der Staatsoperette Dresden, dem Staatstheater Cottbus und am Görlitzer Theater.

„Einen Chef gibt es bei uns zwar nicht, aber mit der Zeit hat es sich eingespielt, dass Anita den Ton angibt und Markus für den richtigen Rhythmus sorgt“, sagt Benjamin Kahleyss und dass sie dann gemeinsam taktweise die Stücke durchgehen. So entsteht derzeit ein neues Programm. Einmal in der Woche wird geprobt. Frisch aus der Werkstatt stammt ihre Version von „skandinavian shuffle“. das die sechs Sänger als Hörbeispiel aufgenommen haben. Das fröhliche „Lam da ba du ba dam bam bah“ macht augenblicklich gute Laune und so bleibt zu hoffen, dass sich das Glück die „6 Richtigen“ live zu treffen recht bald einstellt.

Von Ina Schidlowski

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