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Brandenburg/Havel Neue Herausforderungen für die Gefangenenhilfe
Lokales Brandenburg/Havel Neue Herausforderungen für die Gefangenenhilfe
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19:29 09.08.2018
Justizminister Stefan Ludwig übergibt den Förderbescheid an André Sandner, Vorstandsvorsitzender des Vereins Humanitas Gefangenenhilfe Brandenburg, und dessen Geschäftsführerin Cornelia Laake (v. rechts). Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Mit knapp 28.000 Euro unterstützt die Brandenburger Justiz bis zum Jahresende die ehrenamtliche Arbeit im Verein Humanitas – Gefangenenhilfe Brandenburg. Justizminister Stefan Ludwig (Linke) ließ sich am Donnerstag über die Arbeit des Vereins informieren.

Seit 1991 hilft der Verein Menschen dabei, ein straffreies Leben aufzubauen. Mitarbeiterinnen und ehrenamtliche Helferinnen betreuen Gefangene in der JVA Brandenburg, beraten aus der Haft entlassene Männer und Frauen und bieten in Hauptbahnhofsnähe zehn Wohnungen an, um den Übergangszeit vom Gefängnis zum Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.

Humanitas-Geschäftsführerin Cornelia Laake berichtet, dass die Rückfallquote der Gefangenen, die die Hilfsangebote des Vereins in Anspruch nehmen, unter zehn Prozent liege. Dazu trage die ehrenamtliche Unterstützung maßgeblich bei.

Meist engagieren sich Frauen

Dieses Ehrenamt wird mit der fortgesetzten Förderung des Staates zunächst bis zum Jahresende gesichert, wie Cornelia Laake und der Vereinsvorsitzende André Sandner berichten. Mit der seit 2002 fließenden Förderung werden Personal-, Sach-, Schulungs- und Fahrtkosten bestritten, die bei der ehrenamtlichen Arbeit anfallen.

Aktuell engagieren sich 30 Ehrenamtler für die Gefangenenhilfe, ganz überwiegend Frauen. Ungefähr die Hälfte besucht Gefangene in der JVA Brandenburg, die übrigen pflegen Briefkontakte, betreuen und begleiten Haftentlassene oder leisten Vorstandsarbeit, wie Ehrenamtskoordinatorin Yvonne Benkendorf berichtet.

Mit der ehrenamtlichen Arbeit werden den Angaben zufolge 20 bis 30 Gefangene erreicht. Der Verein suche weiterhin dringend ehrenamtliche Unterstützung, gern auch von Männern, wie Benkendorf betont.

Boden unter den Füßen verloren

Mit dem neuen Schwerpunkt der JVA Brandenburg, der auf Männern mit kurzer Haftzeit liegt, ändert sich auch die Arbeit der Gefangenenhilfe. Zum Beispiel suchte zuletzt ein Mann den Kontakt zur Gefangenenhilfe, obwohl er nur eine 18-tägige Ersatzfreiheitsstrafe verbüßte.

Wie Geschäftsführerin Laake berichtet, hat der etwa 50 Jahre alte Mann psychische, familiäre und finanzielle Probleme. Er hat also den Boden unter den Füßen verloren. Cornelia Laake: „Der junge Mann hat sich aus dem System ausgeklinkt und muss in vielem wieder bei Null anfangen.“

Der Verein begleite den Stabilisierungsprozess bei solchen Schicksalen. Insofern ziele die Arbeit stets darauf ab, labile Menschen von künftigen Straftaten abzuhalten und die Gesellschaft von dieser Seite her zu schützen. Humanitas-Vorstand Sandner zeigt sich froh darüber, dass inzwischen auch ein guter Kontakt zum Weißen Ring bestehe, der sich der Opfer von Straftaten annimmt.

Beim Probewohnen hakt es

Minister Ludwig erfuhr bei seinem Brandenburg-Besuch an diesem Donnerstag, wo aktuell der Schuh drückt. So sei es deutlich schwieriger gerade für die Ehrenamtler geworden, Informationen über die Veränderungen in der JVA Brandenburg zu erhalten. Die einst jährlichen Treffen mit JVA-Verantwortlichen seien bedauerlicherweise eingeschlafen.

Ein anderer Punkt, an dem der Justizminister nachzuhaken versprach, betrifft das Probewohnen von Strafgefangenen außerhalb der Gefängnismauern.

Unter gewissen Voraussetzungen können die Männer schon einige Monate vor ihrer Entlassung Wohnungen des Vereins beziehen. Doch obwohl die Finanzierung steht, ermögliche die JVA Brandenburg ihren Gefangenen dieses Überbrückungswohnen bisher nicht.

Wer an dem Ehrenamt interessiert ist, kann sich wenden an Yvonne Benkendorf, Telefon 03381 / 796783, E-Mail: ehrenamt@gefangenenhilfe-brandenburg.de

Von Jürgen Lauterbach

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