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Goethe für alle, alle für Goethe

Neue Inszenierung des Brandenburger Jugendtheaters Goethe für alle, alle für Goethe

Nach Fontanes „Grete Minde“ kommt nun Goethes „Werther“ an die Reihe. Am 2. April hat „Die Werther Story“ am Brandenburger Theater Premiere, die Proben laufen auf Hochtouren. Für die jungen Schauspieler ist Goethes Klassiker ein aktueller Stoff.

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Das Brandenburger Jugendtheater mit seiner Leiterin Christiane Ziehl (Mitte) vor der Goethe-Büste in Brandenburg.

Quelle: Heiko Hesse

Brandenburg/H. Nein, sagt Bella Wedjelek, mit Lotte möchte sie nicht tauschen. Zwei junge Männer begehren das Mädel, der eine verspricht ein Leben in ruhigen Bahnen, der andere sieht die Welt mit dem Herzen. „Es ist schwierig, sich in Lotte hinein zu versetzen“, sagt Bella Wedjelek. Und doch wird sie wie Lotte sein – bei der nächsten Inszenierung des Brandenburger Jugendtheaters. Am 2. April hat „Die Werther Story“ am Brandenburger Theater (BT) Premiere, die Proben laufen auf Hochtouren.

Eva Inselmann ist auch Lotte. Das Stück, das dieses Mal mit zahlreichen Film-Einspielern umgesetzt werden soll, taucht die zentrale Frau des Liebes-Konfliktes in vielfacher Gestalt auf. Sie berührt an der Goethe-Vorlage „Die Leiden des jungen Werther“, dass sie vielen jungen Leuten aus der Seele spricht. „Es geht darum, wie sich junge Menschen in der Welt zurechtfinden“, sagt Eva Inselmann. Und konkret: „Wenn man von zwei Männern geliebt wird und sich nicht entscheiden kann – will ich den Spießer oder will ich den Abenteurer?“ Sie wisse wie es ist, vor einer Weggabelung zu stehen und sich nicht festlegen zu wollen.

Wertvolle Jugendarbeit

Nach Fontanes „Grete Minde“ holt Christiane Ziehl Goethes Werther hervor und setzt das Drama auf besondere Weise um. Dass es dieses Ensemble gibt und dass es nach wie vor unter der Leitung von Christiane Ziehl steht, sei für das Brandenburger Theater ein Glücksfall, freut sich Katja Lebelt, die neue künstlerische Leiterin des BT. „Jugendarbeit ist am Theater ein zentrales Thema.“ Umgekehrt freut sich Christiane Ziehl, mit dem Schauspiel-Profi Lebelt eine tatkräftige Mitarbeiterin bekommen zu haben.

Probleme mit Goethes Sprache habe er nicht, sagt Lucas Weißbach, Mime in dem Ensemble. Ihm imponiere, dass Goethe „kein Blatt vor den Mund genommen hat“. Heute, meint er, würde Goethe Rap-Texte schreiben. „Immer ein bisschen Rüpel, und dann noch seine Frauen-Geschichten.“ Lucas Weißbach kennt den großen Dichter. Sein Vorteil: Er hat dereinst in Potsdam die Goethe-Schule besucht. Das prägt.

Goethes Werther

Johann Wolfgang von Goethe verfasste 1774 „Die Leiden des jungen Werthers“.

In dem Briefroman berichtet Werther bis zu seinem Suizid über seine unglückliche Liaison zu der mit einem anderen Mann verlobten Lotte berichtet.

Davon waren Ward Betar und Mohammed Alahmad weit entfernt – tatsächlich. Die jungen Syrer sind als Kriegsflüchtlinge in Brandenburg angekommen und verstärken jetzt das Ziehl-Ensemble. „Eine wunderbare Bereicherung“, schwärmt die Leiterin. „Wir haben schon in Syrien von Goethe gehört“, sagt Mohammed Alahmad und zählt das eine und andere Werk des Dichters auf. Und Werther? „Ich kenne Leute, die in einer ähnlichen Situation gesteckt haben“, sagt Ward Betar. Wo Menschen sind, ist Liebe, ist Liebeskummer. Dass Liebeskummer keine Grenzen kennt, muss auch der junge Werther aus der Story des Jugendtheaters erkennen.

Goethes Vielseitigkeit begeistert

Für Daniel Fuhrmann ist es Goethes Vielseitigkeit, die ihn begeistert. „Er war ja auch Naturwissenschaftler und hat sich mit Farben auseinander gesetzt“, sagt der junge Schauspieler. Er wird Werther mimen. Was ihm keine Probleme bereite. Auch wenn Goethe das Stück im 18. Jahrhundert geschrieben hat, „sind seine Werke und Themen zeitlos“, ist Daniel Fuhrmann überzeugt. Wie Werther habe er noch nie um ein Mädchen kämpfen müssen, „aber ich habe von Leuten gehört, die so etwas durchgemacht haben“.

So viel ist sicher: „Die Werther Story“ spielt im Hier und Jetzt. Sie nimmt das junge Publikum mit, und auch die Schauspieler auf ihrem Weg ins Leben und womöglich in den Schauspieler-Beruf.

Von Heiko Hesse

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