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Neue Kitas werden teurer als geplant

Brandenburg an der Havel Neue Kitas werden teurer als geplant

Die Stadt Brandenburg muss ganz schnell neue Kitas bauen, stillgelegte Einrichtungen reaktivieren und andere sanieren. Leider steigen auch die Kosten dafür entgegen den ursprünglichen Planungen. Kämmerer Steffen Scheller (CDU) treibt die benötigten Mittel dennoch auf, auchg wenn er andere Projekte dafür um ein paar Monate verschieben muss.

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Die Kombi-Kita „Mittendrin“ wird derzeit bei laufendem Betrieb saniert, hinter der Tür entstehen neue Waschräume.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Verwaltung muss finanzielle Klimmzüge machen, um zwei Kindertagesstätten pünktlich an den Start zu bringen und eine weitere fertig zu sanieren.

Alle drei Häuser werden dringend gebraucht, allerdings haben sich die Projekte verteuert (siehe Infokasten), so dass Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) umschichten muss. „Die Kita-Projekte haben aktuell Vorrang, wir müssen sie termingerecht realisieren. Zugleich stehe ich auch bei den Stadtverordneten im Wort, dass wir mit einem Beschattungsprogramm technische Maßnahmen umsetzen, damit es in den Schulen nicht mehr so heiß wird an sommerlichen Tagen.“

Derzeit würden alle Mittel für die Kitas benötigt, Scheller ist sich aber sicher, „dass wir noch Investitionszuschüsse bekommen, aus denen wir das Beschatten von Klassenräumen bezahlen können“.

Die Mehrkosten von knapp 473.000 Euro beim Neubau der Kindertagesstätte in der Hausmannstraße haben mehrere Ursachen: Das Grundstück ist nun größer als geplant, es liegt in einer ehemaligen Feuchtsenke und muss durch Aufschütten höhenmäßig an die Nachbarparzellen angepasst werden. Wegen des Termindrucks bis zum Beginn des Schuljahres 2018/19 werden parallel Pläne gezeichnet und Bauantragsunterlagen geschrieben, zudem gibt es neue Gesetze und Regelungen beim Schallschutz und in der Brandschutzausrüstung.

Eine Dreiviertelmillion Mehrkosten

Der Neubau der Kindertagesstätte mit 130 Plätzen in der Hausmannstraße war mit 2,84 Millionen Euro veranschlagt. Jetzt werden es 3,31 Millionen Euro nach jüngster Kostenschätzung.

Das Sanieren der Kombi-Kita „Mittendrin“ in der Schleusener Straße wird hingegen mit 2,075 Millionen Euro 55.000 Euro preiswerter als geplant.

Beim Herrichten der Kita Sophienstraße/Reuscherstraße war das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM von 950.000 Euro Kosten ausgegangen, tatsächlich werden es 1,261 Millionen Euro.

Die Gesamtkosten erhöhen sich demnach von 5,92 auf 6,65 Millionen Euro.

Davon kommen knapp 4,1 Millionen aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, 1,65 Millionen von Stadt und GLM sowie knapp 920.000 Euro aus dem U6-Ausbauprogramm.

Die Kombi-Kita in der Schleusener Straße wird bereits seit dem Vorjahr komplett bei laufendem Betrieb saniert und soll im Sommer des nächsten Jahres fertig sein. Nun lasse sich glücklicherweise abschätzen, dass die geplanten Kosten um 55.000 Euro unterschritten werden.

Als Sorgenkind entpuppt sich die stillgelegte Kita in der Sophienstraße, hier könnten bis spätestens November im ersten und zweiten Obergeschoss etwa 170 Plätze entstehen. Damit würde die jüngst errechnete Lücke von 182 Kita-Plätzen so gut wie geschlossen.

Das Gebäude war bis zum Umzug der Menschen ins Camp Roland zeitweilig als Übergangswohnheim für etwa 60 Asylbewerber und Flüchtlinge genutzt worden. Im Erdgeschoss werden die Räume durch den 1. Brandenburger Kampfsportverein sowie die Judo-Abteilung des FSV Victoria Brandenburg belegt.

Doch die eilends im Februar angestellte erste Kostenschätzung hatte sich als zu optimistisch erwiesen, der Aufwand ist größer als gedacht. Die Systeme der Gebäudetechnik sind zum Teil noch aus der Bauzeit des Gebäudes und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, die Nutzungsdauer ist bereits weit überschritten. So sind beispielsweise die Heizungsstränge veraltet, Wasser und Abwasser fließen noch durch Stahlrohre, das Verteilen von Kaltwasser und Warmwasser erfolgt über ein verzinktes Rohrleitungsnetz, überall sind veraltete Armaturen verbaut.

Das darf nicht sein – die technischen Anlagen sind zwingend zu erneuern, um beispielsweise die hygienischen Bedingungen zu verbessern, erläutert Scheller. Zudem musste nach zusätzlicher Anforderung durch das für die Betriebserlaubnis zuständige Landesjugendamt ein neues Brandschutzkonzept geschrieben werden – mit zusätzliche Auflagen und Maßnahmen.

Von André Wirsing

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