Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Neue Luken für „Ilse-Lucie“
Lokales Brandenburg/Havel Neue Luken für „Ilse-Lucie“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 28.02.2015
Vereinschef Jürgen Patzlaff und seine Mitstreiter bringen demnächst die 40 neuen Luken an. Quelle: N. Giese
Pritzerbe

Das Vereinsschiff „Ilse-Lucie“, das als schwimmendes Museum die authentische Ausstellungsfläche sein soll, wird nach und nach zum technischen Denkmal umgebaut.

So wurde in dieser Woche der Aufbau für die neuen Luken, die demnächst die Laderäume des Schleppkahns abdecken, montiert. Möglich war dies durch einen Zuschuss der Stadt Havelsee. Sie hatte dem Verein 10.000 Euro zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt. „Davon haben wir die notwendigen Materialien gekauft“, sagt Jürgen Patzlaff, Vorsitzender des Schifffahrtsvereins (SFV). Die Firma Schindler aus Fohrde habe die Halterung für die Luken schließlich angebaut.

Das Festschrauben der 40 maßangefertigten Wellblechabdeckungen übernehmen nun Vereinsmitglieder selbst. Zunächst bekommen aber die Laderäume des Schiffs einen neuen Fußboden. Dazu verwendet der SFV die Holzbohlen, die einst den Schiffsboden bildeten. Diese Arbeiten sollen noch an diesem Wochenende beginnen. Sobald Boden und Luken fertig sind, wird im Inneren gemalert. „Anfang Mai können wir vielleicht schon die erste Probeausstellung machen“, so Patzlaff.

Bis zur endgültigen Fertigstellung des Museumsschiffs kann es indes noch eine Weile dauern. „Wir wollen das Leben an Bord darstellen. Dazu wären die nächsten Schritte, die Wohnungen auszubauen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die beiden 15 und 25 Quadratmeter großen Kajüten in Bug und Heck sollen für dieses Vorhaben wieder mit Möbeln bestückt werden. Dafür sowie für neue Ausstellungsvitrinen ist der Verein noch auf der Suche nach Förderern und Sponsoren.

Wichtig sei jedoch, dass die großen Umbauarbeiten noch Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden, weil das Schiff in absehbarer Zeit seinen derzeitigen Platz an der Ablage in Pritzerbe räumen muss. „Bis zur Buga müssen wir hier weg, weil dann die ganzen Kreuzfahrtschiffe anlegen“, sagt Jürgen Patzlaff. Die „Ilse-Lucie“ werde dann voraussichtlich an der Steganlage festmachen, wo der Zugang mit großen Werkzeugen und Materialien schwieriger ist. Momentan befinde man sich aber auf einem guten Weg.

Schiff kostete 500 Euro

Im Herbst 2011 kaufte der Schifffahrtsverein Pritzerbe den Schleppkahn „La Paloma“ von der Berlin-Brandenburgischen Schifffahrtsgesellschaft für einen symbolischen Betrag von 500 Euro. Das Schiff sollte damals eigentlich verschrottet werden.
Weil der Kahn dem letzten in Pritzerbe gebauten Schiff in Maß und Form ähnelt, erhielt er dessen Namen „Ilse-Lucie“.
In dem Schiff soll in Zukunft eine Ausstellung an die Schifffahrtsgeschichte von Pritzerbe erinnern.

Das war längst nicht immer so. Als der SFV den 42 Meter langen und fünf Meter breiten Schleppkahn im November 2011 nach Pritzerbe holte, war er in keinem guten Zustand. Die 1927 erbaute „La Paloma“, so hieß das Schiff damals noch, wies erhebliche Mängel am Holzschiffsboden auf. Ein Versuch, diesen im Herbst 2012 auf der Werft in Genthin wieder dicht zu bekommen, blieb erfolglos. „Der Kahn brauchte einen neuen Eisenboden“, erinnert sich Patzlaff. Doch dafür fehlte zunächst das Geld. Mehrere Anträge auf Fördermittel wurden abgelehnt.

Vor dem Winter 2013/14 verschärfte sich die Lage. Aufgrund des undichten Holzbodens musste zweimal täglich Wasser abgepumpt werden. Weil dies bei Frost nicht mehr möglich gewesen wäre, musste gehandelt werden. „Das Schiff wäre sonst untergegangen. Verschiedene Vereinsmitglieder haben dann schließlich zusammengelegt“, erzählt der 63-jährige Vereinschef. Dabei sprang ein Betrag von 33.000 Euro heraus, der zur Finanzierung eines Eisenbodens verwendet wurde.

Seitdem ist das Vereinsschiff wieder in Schuss. Bereits im Januar 2012 hatte es offiziell den Namen „Ilse-Lucie“ bekommen. So hieß auch das letzte in Pritzerbe gebaute Schiff aus dem Jahr 1929, das seinen Namensvetter von heute in Maß und Form ähnelte. Aus diesem Grund entschied sich der Verein auch dafür, eben in diesem Großfinowmaß-Schleppkahn sein Museum aufzubauen und dort an die Schifffahrtsgeschichte des Ortes zu erinnern.

An Ausstellungsgegenständen fehle es nicht, versichert Jürgen Patzlaff, der selbst 46 Jahre lang als Schiffsfahrer unterwegs war und seit dem 1. Dezember 2014 in Rente ist. Wann das schwimmende Museum letztlich fertig ist, kann er noch nicht sagen. Auch nicht, wie das Konzept am Ende aussehen wird. Er könne sich aber gut vorstellen, das Schiff zum Beispiel bei Festlichkeiten vorzustellen oder gezielt Schulklassen an Bord einzuladen.

Von Norman Giese

Brandenburg/Havel Detlev Delfs baut Kita mit einmaligem Konzept - Außenspielplatz mit Dach

Aus der alten Spinnereihalle in Brandenburg an der Havel wird ein Abenteuerspielplatz. In dem mehr als 2.000 Quadratmeter großen Gebäude der ehemaligen Brandenburger Kammgarnspinnerei entsteht eine komplette Kindertagesstätte für 120 Mädchen und Jungen.

27.02.2015
Brandenburg/Havel Unternehmerinnen sammeln für guten Zweck - Her mit den Brillen für Gambia

Im Juni 2009 trafen sich selbstständige Frauen zum ersten Unternehmerinnen-Brunch. Inzwischen kommen mehr als 30 Unternehmerinnen aus der Stadt und der Region einmal monatlich zu Vorträgen, Ideenaustausch und Kontaktaufbau.

27.02.2015
Brandenburg/Havel Übernachtungszahlen in Brandenburg gestiegen - Zehn Prozent mehr Gäste

Die Übernachtungszahlen in der Stadt Brandenburg sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. „Die Übernachtungen liegen noch über unserer Prognose zur Jahresmitte von 185.000 Übernachtungen“, jubilierte Thomas Krüger am Freitag. Der Chef der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft registrierte ferner einen Zuwachs vor allem bei den inländischen Besuchern.

27.02.2015