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Brandenburg/Havel Neue Notunterkunft in Hohenstücken
Lokales Brandenburg/Havel Neue Notunterkunft in Hohenstücken
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18:33 19.08.2015
Zusätzlich zum Standort in Kirchmöser (Foto) wird nun auch im Stadtteil Hohenstücken ein Übergangswohnheim eingerichtet. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

In der Stadt wird in den kommenden Wochen eine weitere Notunterkunft eingerichtet. Neu ankommende Flüchtlinge sollen „so schnell es geht“ übergangsweise in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Kindertagesstätte einquartiert werden, berichtet Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Linke).

Auserkoren hat die Verwaltung nach Prüfung diverser infrage kommender Objekte das markante Haus in der Sophienstraße 49 in Hohenstücken, das von oben an einen Tetris-Baustein erinnert. Seit Jahren sei hier nichts mehr betrieben worden, die Räumlichkeiten stehen leer. Zumindest zum Teil: Im Erdgeschoss haben sich seither zwei Kampfsportvereine sowie der FSV Viktoria Brandenburg niedergelassen. „Die komplette obere Etage steht aber zur Verfügung“, so Erlebach.

Dort sollen nach seinem Dafürhalten „so schnell wie möglich“ maximal 64 Flüchtlinge unterkommen. Formell fix ist das zwar noch nicht, die Bauaufsicht hat nach einer ersten Begehung aber bereits grünes Licht für die Pläne der Verwaltung gegeben. „Wir finden in dem Objekt acht Räume vor, die Platz für jeweils acht Menschen bieten“, sagt Erlebach. „Rein optisch ist das Objekt auch nach Jahren der Nichtnutzung in einem vernünftigen Zustand“, befindet Erlebach. Auch die wesentliche Technik würde grundsätzlich ihren Dienst tun. „Das Licht funktioniert, Wasser und Stromanschlüsse gibt es auch.“

Noch ist nichts fix

Nun müssen die Techniker ran und die Gegebenheiten vor Ort prüfen. Laut Erlebach sind es eher Kleinigkeiten, die am Gebäude selbst getan werden müssen. So müssen beispielsweise neue Lichtschalter installiert werden. Zudem sind nach Jahren des Leerstands einige verschönernde Maßnahmen vonnöten, um das Objekt in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. Mehr als die geplanten 64 Flüchtlinge sollen in Hohenstücken aber nicht untergebracht werden. „Wir dürfen den Stadtteil nicht überfrachten“, sagt Erlebach.

Zu einen konkreten Startdatum ließ sich Erlebach am Mittwoch aber nicht hinreißen. „Momentan agieren wir noch unter Vorbehalt.“ Geht es nach ihm, sollen die ersten Flüchtlinge aber bereits im September, spätestens Oktober einziehen können.

Das Objekt in Hohenstücken ist neben einer ehemaligen Ausbildungsstätte der Deutschen Bahn in Kirchmöser die zweite kurzfristig von der Stadt zu errichtende Notunterkunft. In der dortigen Hafenstraße sollen bereits ab 24. August bis zu 75 Flüchtlinge einziehen. Die Stadt will damit umgehen, neu ankommende Menschen in Zelten oder Turnhallen unterbringen zu müssen.

Bisher 250 Flüchtlinge in diesem Jahr

Die Verwaltung trägt mit der Einrichtung der Notunterkünfte zudem der Entwicklung Rechnung, dass die Stadt in diesem Jahr weitaus mehr Flüchtlinge aufnehmen muss, als noch zu Jahresbeginn absehbar. „Und wer den jüngsten Worten des Ministerpräsidenten lauscht, weiß, dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, so Erlebach. Bisher sind in diesem Jahr rund 250 Flüchtlinge in Brandenburg an der Havel angekommen. Bis Jahresende könnten nochmals mehr als 200 dazu kommen. Wie viele Flüchtlinge die Stadt Brandenburg in diesem Jahr insgesamt aufnehmen muss, wird Erlebach wohl kommende Woche erfahren. Dann hat die Landesregierung zur Beratung gebeten.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte erst am Mittwoch die Prognose für nach Brandenburg kommende Flüchtlinge deutlich nach oben korrigiert.

Von Philip Rißling

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