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Neuer Bauantrag wird auf den Weg gebracht

Betreutes Wohnen in Pritzerbe Neuer Bauantrag wird auf den Weg gebracht

Die Planung für eine betreute Seniorenwohnanlage in Pritzerbe nimmt konkrete Formen an. Investor Lars Sperling aus Marzahne bereitet derzeit den Bauantrag vor. Das mehrgeschossige Gebäude bietet Wohnungen für zwölf Mieter. Die Senioren aus der Stadt durften sogar ein Wörtchen mitreden.

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Günter Noack

Quelle: bür

Pritzerbe. Alt werden in gewohnter Umgebung. Mit den selben Nachbarn in der selben Stadt. Dazu die Sicherheit durch einen Pflegedienst. Der geplante Bau eines mehrgeschossigen Wohnhauses für Senioren im Herzen der Altstadt kommt bei Pritzerber Rentnern gut an. Mit diesem Fazit wird Investor Lars Sperling aus Marzahne den Bauantrag für das größte private Wohnungsneubauvorhaben seit der Wende in Pritzerbe einreichen.

Errichtet werden soll das Gebäude auf einer rund 400 Quadratmeter großen Brachfläche am Markt. Dort stand einst das Ackerbürgerhaus mit der Hausnummer 14. Die Stadt Havelsee verwarf die ursprüngliche Idee selbst als Bauherr aufzutreten. Das kommunale Grundstück wurde deshalb an Lars Sperling und seinen Geschäftspartner Rosario Mandanici verkauft, die das in Berlin ansässige Unternehmen Elaro Elektrotechnik betreiben. Die Investoren konnten auf bereits von der Kommune beauftragte Planungsleistungen zurückgreifen, die von Architekt Dirk Zöllner den aktuellen Vorstellungen angepasst werden. Diese stehen jedoch nicht im Einklang mit einer bereits erteilten Baugenehmigung. Der Landkreis fordert eine neuen Bauantrag.

Zahl der Rentner steigt stark

Experten rechnen in Potsdam-Mittelmark bis 2030 mit einer stark steigenden Anzahl der Hochbetagten über 80 Jahre. Nach den Seniorenleitlinien des Landkreises werden Wohngemeinschaften mit ambulanten Pflegediensten und Mehrgenerationswohnen an Bedeutung gewinnen.

Betrug die Zahl der über 65-Jährigen im Amt Beetzsee im Jahr 2013 noch 1747 Personen, wird diese Altersgruppe bis 2030 auf 2780 Männer und Frauen ansteigen, weil bis dahin die geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter eintreten. Das entspricht einer Steigerung von fast 60 Prozent. Auffällig ist die Zunahme der hochbetagten Frauen in der Altersgruppe 90 Jahre und älter.

Eine in Potsdam-Mittelmark durchgeführte Seniorenbefragung ergab, dass Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung und in der eigenen Wohnungen leben wollen. Dabei werden die Barrierefreiheit der Wohnung und die altersgerechte Gestaltung des Wohnumfeldes immer wichtiger.

„Mit es ist wichtig zu wissen, was die Pritzerber Senioren selbst zu dem Projekt sagen“, meinte Sperling bei einer Informationsveranstaltung in der Kreuzdamm-Gaststätte. Rund 20 Frauen und Männer waren der Einladung gefolgt. Es gab vor allem Fragen zur Ausstattung, zu den Grundrissen, zur Miete und den Dienstleistungen. Die Planung ist inzwischen so konkret, das Bürgermeister Günter Noack schon jetzt auf Anfrage eine Mieterliste erstellt. Vorrang hätten jedoch jene Bewerber, die zur Zeit in der betreuten Wohnanlage in der Nachbarschaft leben. Das kurz vor der Wende als Kinderkrippe errichtete Gebäude wird vom Pflegedienst Nora betrieben und müsste saniert werden.

Insgesamt soll das neue Wohnhaus Platz für zwölf Mieter bieten. Darunter sind zwei Wohnungen für Ehepaare. Für ein Ein-Bett-Zimmer soll sich die Miete bei etwa 450 Euro bewegen. Auf jeder Etage gibt es eine Gemeinschaftsküche, was dem Charakter einer Senioren-WG entspricht. Außer einem Treppenhaus wird ein Fahrstuhl zum Ober- und Dachgeschoss führen. Die Raumaufteilung im Erdgeschoss ist noch nicht endgültig ausdiskutiert. Denkbar ist unter anderem ein Gemeinschaftsraum oder Platz für eine Tagespflege. Auch ein Büro für den Pflegedienst wird es geben.

Welches Unternehmen die Pflegedienstleistungen erbringt, ist derzeit noch unklar. Cornelia Schwarz-Kröger vom Pflegeunternehmen Nora bekundete ihr Interesse an einem weiteren Engagement in Pritzerbe. Denn für die jetzigen sieben betreuten Plätze in der ehemaligen Krippe gibt es eine lange Warteliste. „Betreutes Wohnen in einer überschaubaren Gemeinschaft ist die Zukunft für unsere Senioren. Neben der Pflege können Sie Dienstleistungen auf Wunsch zukaufen – vom Wäscheservice über die Zimmerreinigung bis zum Einkaufsdienst“, erläuterte Schwarz-Kröger auf der Informationsveranstaltung.

Passend zur demografischen Entwicklung gibt es im Amt Beetzsee weitere Projekte für betreute Wohnanlagen. Der „Pflegedienst für Stadt und Land“ aus Brandenburg wird die ehemalige Hotel- und Gaststättenanlage Wolf in Radewege zur Wohnanlage umnutzen. In Brielow wird immer noch darüber gestritten, ob die Gemeinde Beetzsee die einstige Gaststätte „Schwedenlinde“ vom privaten Besitzer kauft, um diese zu einem barrierefreien „Sozialzentrum Brielow“ mit bis zu 18 Wohnungen umzubauen.

Von Frank Bürstenbinder

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