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Neuer Betreiber für Havelfest gesucht

Brandenburg an der Havel Neuer Betreiber für Havelfest gesucht

Nach dem Havelfest ist vor dem Havelfest. Doch wenn das 55. Havelfest am 15. Juni 2018 eröffnet wird, wird nicht mehr der Gewerbeverein das Fest organisieren. Im Vorstand des Vereins sei beschlossen worden, nach 15 Jahren nicht mehr als Veranstalter dieses Groß-Events zur Verfügung zu stehen.

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Beine und Seelen baumeln lassen beim Havelfest. So schön ist Brandenburg!

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Nach dem Havelfest ist vor dem Havelfest. Doch wenn das 55. Havelfest am 15. Juni 2018 eröffnet, wird nicht mehr der Gewerbeverein das Fest organisieren. Im Vorstand sei beschlossen worden, nach 15 Jahren nicht mehr als Veranstalter zur Verfügung zu stehen. Das bestätigten Michael Kilian und André Eckhard aus dem Vereinsvorstand der MAZ.

Die Beendigung der Zusammenarbeit ist nicht Folge des eben zu Ende gegangenen Festes. Der Verein habe sich mit dem Thema auseinander setzen müssen, nachdem bekannt wurde, dass die Stadt Brandenburg die Havelfeste für die Jahre 2018 bis 2020 ausschreibt. Bis zum 20. Juli haben nun Interessenten Zeit, eine Bewerbung zu erarbeiten. Die muss neben einem Veranstaltungskonzept auch ein Finanzierungskonzept und den Entwurf eines Einsatzplanes für die Sicherheitskräfte enthalten.

„Aber was passiert, wenn mal was passiert?

„Wir hatten tolle Jahre“, sagte Michael Kilian noch am Sonntagabend. Drei Tage lang spielte das Wetter mit, drei Tage lang gab es keine großen Probleme, drei Tage blieb alles friedlich und ausgelassen. „Aber was passiert, wenn mal was passiert?“ fragt Kilian. Drei Tage Sauwetter und ausbleibende Zuschauer würden den Verein in den Ruin treiben. Seit Jahren ging die Angst um, dass das Wetter mal gar nicht mitspiele. Das sei nicht passiert – die Angst aber saß immer im Nacken. Zudem habe sich das Verhalten der Festgäste verändert.

„Auf dem Fest wird nicht gesoffen!“, freut sich Kilian. Dadurch fänden vermehrt Familien und ältere Gäste wieder den Weg an das Havelufer in der City. Die Kehrseite der Medaille: Es werde auch nur noch ein Drittel der Menge von Bier umgesetzt wie früher. „Auf allen Bühnen Ballermann-Party, da fließt das Bier in Strömen“, sagt Kilian.

Stadtwerke mischen als Vermieter mit

Doch dann bleiben jene Gäste weg, denen man sich als Stadt für einen Wiederbesuch empfehlen wolle oder sie verschwinden ans Heine-Ufer, wo die Stadtwerke ihren Teil des Havelfestes bestreiten. Was weitgehend unbekannt ist: Dafür, dass die Stadtwerke für die Bühne und die Konzerte tief in die Tasche greifen, behalten sie sich auch die Vermietung ihrer Festwiese vor. Und damit dort gute Stände und Bars stehen, ist die Miete etwas geringer als an anderen Stellen. Das wird ein neuer Betreiber des Havelfestes akzeptieren müssen, wenn er die Geldgeber von den Stadtwerken mit im Boot haben will. Dass die Stadtwerke die Veranstaltung selber stemmen, ist ausgeschlossen. „Wir sind keine Veranstalter“, heißt es aus dem Bürohaus am Packhof.

„Es wird ständig alles teurer!“

André Eckhardt glaubt nicht, dass sich viele Interessenten finden, die ein neues Havelfest aus der Taufe heben wollen. Solche Feste hätten mit Traditionen zu tun. Dazu gehöre das Pop-Konzert am Freitag ebenso wie die Wahl der Havelkönigin Samstag und der Abschluss mit den Symphonikern. Er habe auch überlegt, ob er sich selbst bewerben solle, sagt André Eckhardt. Allerdings stehe er dem skeptisch gegenüber: „Es wird ständig alles teurer und die Anforderungen an die Sicherheit werden immer größer.“ Wenn man keinen Eintritt nehme und gleichzeitig weniger Bier getrunken werde, ergebe sich eine Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben, die es einem Veranstalter schwer machen, das Fest mit Gewinn abzuschließen. Deswegen werde er, Eckhardt, wohl einem neuen Havelfest-Veranstalter – egal ob das nun eine Privatperson oder eine Agentur sei – seine Veranstaltungen wie die Wahl der Havelkönigin und das Entenrennen als Teile des Festes anbieten.

Ob sich eine überregionale Agentur, die derartige Feste beispielsweise in Berlin und Werder organisiert, dafür interessiert, das Havelfest auszurichten, bleibt abzuwarten. Dem Vernehmen nach wird sich Günter Koch um die Ausrichtung bewerben. Der Gastronom und Karnevalspräsident des KCH kennt die lokale Szene aus dem Effeff. Er glaubt, der Ruf des Havelfestes sei inzwischen ein sehr guter und das Gross der Händler von diesem Jahr wolle bereits für das kommende Jahr Stände buchen.

Von Benno Rougk

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